Sonntag, 20. Dezember 2009

London Calling

Einmal Spontanität und wieder zurück. - Ein leichter Rausch. Der Vorhang gleitet zur Seite und eine Weltstadt tritt auf meine Bühne. Sie verneigt sich und bietet all das auf, was das Gemüt erfreut. Ich will Dich wieder fühlen. Noch einmal Deinem Licht erliegen, noch einmal träumen. Ein Wochenende kann so schnell vorüber ziehen, dass die Realität einfach zum Traum wird.

"Dunkel und undurchdringlich bei Nacht, wie das Antlitz eines Waldes, ist das Londoner Flussufer"
Joseph Conrad

Dienstag, 15. Dezember 2009

Isaac Asimov - Die frühe Foundation-Trilogie

813 Seiten gepflegte Langeweile hätten sich ja irgendwie ertragen lassen. Doch im Zusammenspiel mit absoluter Belanglosigkeit und zum Teil derben Logikschnitzern, steuert diese frühe Werkausgabe von Isaac Asimov zielsicher in die Supernovakatastrophe der vergessenen Literatur. Plot, Figuren und Szenerien sind mit einer dermaßenen Farblosigkeit dargebracht, dass man nicht glauben will, dass ihnen wirklich der spätere Vater der Robotergesetze vorsteht. "Ein Sankorn am Himmel", "Sterne wie Staub" und schließlich "Ströme im All" erinnern im Klang an die zweite Hochzeit der amerikanischen SciFi-Literatur, ohne deren Charme aber jemals zu erreichen.

"Gewalt ist die letzte Zuflucht des Unfähigen."
Isaac Asimov

Bildquelle: http://www..amazon.com/

Sonntag, 13. Dezember 2009

last.fm

10.000 Songs danach bin ich einfach mal restlos überzeugt. last.fm funktioniert und das ganze furchtbar unaufgeregt. Kein hype, kein Spektakel, kein Gebrabbel. Ihr findet mich als RickDeckard1978.
Aufgrund der kurzen Lebensphase bei youtube, werden zukünfitige Musikvideos zum Sonntag zunächst ausbleiben. Ich suche nach einer Alternative.

"scrobble: skrob·bul (ˈskrɒbəll)
[Verb] Automatisch alle von dir gespielten Titel mit einer "Scrobbler"-Software zu deinem Last.fm-Profil hinzufügen. Auf Deutsch auch "scrobbeln" genannt.
1. Wenn ich meine gehörte Musik nicht scrobbel, zählt das nicht!"
last.fm über das scrobblen

Bildquelle: http://www.aboutonlinetips.com

Freitag, 11. Dezember 2009

Thüringen 2009

Wohl nicht ganz aus Zufall lauschte ich dem "Herz der Finsternis", als mich die nächtliche Fahrt immer tiefer in den dunklen Wald brachte. So ward das helle Licht des Weihnachtsmarktes in der Landeshauptstadt denn mehr als nur ein optischer Bruch. Am Sonnabend folgten dann Langewiesen und Ilmenau. Manchmal können die Augen einfach sehen, während das Herz diesen ganzen Erinnerungskram übernimmt.

"Wem die Kunst das Leben ist, dessen Leben ist eine große Kunst."
Johann Sebastian Bach (Gothaer Familie)

Bildquelle: Johann Valentin Ruths: http://www.artnet.com

Dienstag, 8. Dezember 2009

Habermeyer

Nahe dem Boxhagener Platz - ja, hier waren wir doch schon mal - ist das gar nicht so kleine aber extrem feine Habermeyer gelegen. Neben dem ansprechenden Einrichtungsgeschmack, ist auch noch für stilvolle Unterhaltung mit mechanischem Gerät gesorgt. So wurde denn auch meine erste, brachiale Flipperniederlage in diesem Jahr eingeleitet.

"There can't be good living where there is not good drinking."
Habermeyer

Bildquelle: http://www.habermeyer-bar.de/

Sonntag, 6. Dezember 2009

Das weiße Band

Michael Haneke hat mit diesem Werk bei den 62. Filmfestspielen von Cannes die Goldenen Palme gewonnen, und wer dieses Kleinod erleben durfte, kann es einfach so verstehen. Erzählkino und Kammerspiel in einem. Ein Ensemble, das weiß, wie es die Geschichte um die Abartigkeit des Menschen, Würde, Hilflosigkeit und Resignation zu beleben hat. Dem Zuschauer wird die Qual des Leids zum fühlbaren Erlebnis. Wahrlich ein Genuss.

"Auch ist das vielleicht nicht eigentlich Liebe, wenn ich sage, daß Du mir das Liebste bist; Liebe ist, daß Du mir das Messer bist, mit dem ich in mir wühle."
Franz Kafka

Bildquelle:
http://www.moviereporter.net

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Weihnachtsmark Kulturbrauerei

Ich konnte es ja gar nicht glauben, dass ich schon vor dem ersten Dezember den Zauber von Zimt und Nelken schmecken durfte. Keine Angst, meine Weihnachtsmarktretrospektiven werden in diesem Jahr nicht ähnlich umfassend ausfallen wie diverse Grilleinlagen im Grün oder die letztjährigen Besprechungen der Budenzusammenrottungen. Daher übe ich mich heute in der vergessenen Tradition der emotionalen Betrachtung. Es war einfach schön. Und wer mich kennt, der weiß, dass bei mir der Glanz nicht im Schein seinen Ursprung haben kann.

"Weihnachten ist der Orgasmus des Kapitalismus."
Unbekannt

Bildquelle: http://www.norwegen.no/

Sonntag, 22. November 2009

Don't look a gift horse in the mouth. In der Kategorie unnützer Buchbesprechung gibt es Zuwachs. Der Baedeker London ist aufgebaut, ja wie eben so ein Baedecker aufgebaut ist. Eigentlich ist das Ding wie die Schwerkraft - irgendwie zuverlässig, zielt aber eben immer in die gleiche Richtung. Da vermisst man immer wieder die Liebe zum Detail, fliegt im zur Gegensatz der Schwerkraft nicht auf die Straße, wenn man es nicht dabei hätte. Aber cooles Detail, was beide gemeinsam haben? Sie sind zuverlässig vorhanden. Tipps für einen adäquaten Begleiter, zum nächsten Überraschungstrip in Londons Hauptstadt sind willkommen.

"Nice and easy, does it all the time."
englisches Sprichwort

Bildquelle: http://www.baedeker.com

Sonntag, 8. November 2009

Qué tan lejos - Wie weit noch?

Esperanza, die Frau, die die Augenblicke liebt, sie aber nicht begreifen kann auf Ihrer ewigen Furcht davor, etwas zu verpassen - trifft auf Teresa, ein Mädchen, dass die Liebe ihres Lebens sucht und doch nicht erkennt, dass sie sich auf der falschen Straße der Sehnsüchte bewegt. Auch das Ziel von Jesus heißt Cuenca, - hier möchte er seine Großmutter, welche er in einer Urne liebevoll bei sich führt zur Ruhe betten.
Der Roadtrip dieses ungleichen Trios (zeitweilig wird es auch noch zum Quartett), ist unaufgeregt, unterhaltsam aber dabei einfach echt (was vielleicht auch an der mangelnden Schauspielausbildung der Darsteller liegt).

"Die dem Äquator nahe Gebirgsgegend ist der Teil der Oberfläche unseres Planeten, wo im engsten Raume die Mannigfaltigkeit der Natureindrücke ihr Maximum erreicht."
Alexander von Humboldt


Bildquelle: http://amazonaws.com

Mittwoch, 4. November 2009

neues altes Deutschland

Nach der enttäuschenden Wahl, nun auch noch die enttäuschende Realität. Sicherlich war uns allen an diesem bestimmten Sonntagabend schon klar, was kommen wird. Ich darf an dieser Stelle eine Freundin zitieren: "Wie sollen wir das nur den Kindern erklären?". Doch das CDU/CSU und die FDP auch bei der Kabinettsbildung so hemmungslos Ihr wahres Gesicht zeigen überrascht dann doch - oder macht ob der Unverfrohrenheit schon Angst. Gut, dass jemand Außenminister wird, der für den Posten nicht die geringste Qualifikation hat, mag man hinunter würgen in diesem Parteiengeschacher. Das eine Ursula von der Leyen erneut als Familienministerin mit Trübungen der Realität um sich werfen darf ist da eher schon Ausdruck der Schmach. Mut zum Witz wird dann aber doch beim neuen Finanzminister bewiesen.

"Ich kann gerne den Satz nochmal wiederholen, aber ich habe aus meiner Sicht alles gesagt."
Bundeskanzlerin Angela Merkel in der dritten Nachfrage zum Thema Herr Schäuble

Bildquelle: http://www.artoffer.com/

Sonntag, 1. November 2009

Klub der Republik

Irgendwie hatte ich es gar nicht auf der Rechnung, dass ich am Halloweenabend mit elektronischer Musik konfrontiert werden könnte. Nun egal, passiert ist passiert. Mehrere Beamer sind für die Wandunterhaltung zuständig und der gesamte Klub präsentiert sich im 70er-80er DDR-Chic. Also ganz chic und auf jeden Fall einen Besuch wert.

"Es ist gelogen, dass Videogames Kids beeinflussen. Hätte PAC MAN das getan, würden wir heute durch dunkle Räume irren, Pillen fressen und elektronische Musik hören"
Kristian Wilson, Nintendo Inc1989

Bildquelle: http://myspace.de/

Samstag, 31. Oktober 2009

Cormac McCarthy - die straße

"die Straße" wird als Roman geführt ist aber mehr. Das Buch ist Roman, Drama, Spiel, Horror, Thriller, Apokalypse und doch noch viel mehr als die Summe dieser Stücke. Nach dem Ereignis, im Detail ausgeführt wird das zu keiner Zeit, gehen Vater und Sohn eine Straße entlang. Sie sind auf der Suche nach einer anderen Welt. Einer Welt die es nicht mehr gibt, vielleicht nie gegeben hat und vielleicht auch nicht mehr geben wird. Sie suchen Wärme, Schutz und ein Ziel. Und obwohl sie nichts haben, haben sie doch sich und dies gleichsam befreiende Wissen ist auch ihre größte Belastung. Ihre Qual in einer Welt der Schmerzen, in der Menschen nurmehr wie Tiere agieren, in der die Sonne weder in ihren Herzen noch am Himmel scheinen mag fühlt der Leser jeden Herzschlag, sieht er gleichsam die Straße vor sich und bricht dort, wo die Protagonisten fallen. Eines der besten Bücher die ich lesen durfte.
Eine Hörprobe findet sich hier: le click und ein interessanter Beitrag auf die kommende Verfilmung hier: le click.

"And perhaps beyond those shrouded swells another man did walk with another child on the dead gray sands. Slept but a sea apart on another beach among the bitter ashes of the world or stood in their rags lost to the same indifferent sun."
Cormac McCarthy - sie straße

Bildquelle: http://www.amazon.com/

Sonntag, 25. Oktober 2009

MarienBurger

Der MarienBurger befindet sich natürlich in der Marienburger Strasse. Aber es wird natürlich noch sinniger. Spektakulärer Anführer des Menüs ist eben auch der gleichlautende Marienburger. In der vierten Burgerrunde in Berlin konnte sich der American Style Laden mit gutem Geschmack und absoluter Bratatmosphäre.

“I want to keep fighting because it is the only thing that keeps me out of the hamburger joints. If I don't fight, I'll eat this planet.”
George Foreman
Bildquelle: http://www.facebook.com

Samstag, 24. Oktober 2009

Zerrissene Umarmungen

Gut, der Besuch liegt jetzt an die zwei Monate zurück, doch darf man diesen Film nicht unbesprochen lassen. Pedro Almodóvars Handschrift merkt man diesem Werk einfach an. Dabei ist es gar kein grandioses Stück Filmgeschichte, sondern einfach ein gut gemachter Film. In Rückblicken erzählt er dabei ein Stückchen aus dem Leben von Harry Caine, welches seinen emotionalen Höhepunkt mit dem Erscheinen von Lena Rivero hat. Natürlich gibt ihnen das Leben keine Chance einfach so zueinander zu finden. In dem famosen Genremix, wissen vor allem Darsteller und Drehbuch zu gefallen.

"Yes, women are stronger than us. They face more directly the problems that confront them, and for that reason they are much more spectacular to talk about. I don't know why I am more interested in women, because I don't go to any psychiatrists, and I don't want to know why."
Pedro Almodóvar

Bildquelle: http://www.cinefacts.de/

Freitag, 23. Oktober 2009

250 x Rick

Es ist nun gerade ein Jahr her, da rundete sich die Hundert. Wie Ihr seht, es bereitet mir Freude, ab und an einen Moment festzuhalten. Einfangen funktioniert leider immer noch nicht. Die Wahl der Musik enscheidet ja bekanntermaßen, der Jubilant...

"Es muss nicht immer Spaß machen, um Spaß zu machen."
Ich dann so... aka Rick

Samstag, 17. Oktober 2009

Festival of Lights

Die klare Kälte war es nicht unbedingt, die einen leichter laufen lässt. Dann schon eher der Kokosnuss Espresso, welcher nicht nur zu wärmen wußte. Zum wiederholten male, fand in Berlin das "Festival of Lights" statt. Wir wanderten vom Alexanderplatz bis zum Brandenburger Tor. Doch das Lichtermeer, war mehr ein Scheinsee. Trotz Regen und eher regulärer Ausleuchtung (abgesehen von den tollen "unter den Linden" und dem DomAquarée - einer Sammlung von Lichtkunstobjekten), war es erhellend genug, um im nächsten Jahr wieder den Regenschirm auszupacken.

"Wo viel Licht ist, ist starker Schatten."
Johann Wolfgang von Goethe

Bildquelle: http://www.city-stiftung-berlin.eu

Sonntag, 11. Oktober 2009

Mercedes Sosa

Heute vor einer Woche ist sie gegangen.

"Cambia, todo cambia."
"Change, everything changes."
Haydée Mercedes Sosa


Samstag, 10. Oktober 2009

Villa Rodizio

Ja gut, schon mal auf Plakaten die Werbung gesehen und das hat mich dann schon kategorisch abgeschreckt, doch der Zufall hat uns geleitet. An diesem verregneten Sonnabend stolperten wir regelrecht in das zehn-Gänge Menü der Villa Rodizio. Neben ausgezeichneten Speisen und freundlichster Bedienung wußte dann auch noch das Ambiente zu gefallen. Durch die abgelegende Positionierung, fernab aller Hauptstrassen, darf man ja sogar noch von Geheimtipp reden.

"Der Geist ist denselben Gesetzen unterworfen wie der Körper: beide können sich nur durch beständige Nahrung erhalten."
Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues

Bildquelle: http://www.villa-rodizio.de/

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Hologram zum Anfassen

Der an der Universität Tokyo (Shinoda Lab) entwickelte Display-Prototyp ermöglicht es mittels der Nutzung der Druckwellen von Ultraschallsignalen die Projektion fühlbar zu machen. Durch die Anordnung der Signalgeber, können sich die Wellen überlagern und auf Hindernisse den gewünschten Druck ausüben. Doch schaut selbst:

"Aber, Herr Professor, das sind ja die gleichen Fragen, die Sie uns bei der letzten Klausur gestellt haben!" "Stimmt, aber die Antworten haben sich geändert."
unbekannt

Montag, 5. Oktober 2009

Joe Haldeman - Der ewige Krieg

Vietnamveteran Joe Haldeman beschreibt in seinem Werk "Der ewige Krieg" die Mechanik des Tötens und getötet werden. In einer Welt von fein ausgeklügelter Logistik und tödlicher Ideologie, kämpft der Protagonist anfangs noch um das nackte Leben, später giert er ausschließlich um sein Ich, da es das einzig wertvolle für ihn bedeuten muß.
Soldat Mandella durchlebt mit über eintausend Jahre irdischer Geschichte, altert dabei durch die Flüge zu den Einsatzorten aber kaum eine Dekade seiner subjektiven Zeit. Durch die Zeitdilatation erlebt er die Menschheit in immer neuen Facetten, welche immer unverständlichere Züge für ihn annehmen. Nur eines scheint immer gleich zu bleiben. Der Drang des Menschen zur Zerstörung.

"I had to stifle an impulse to laugh. Surely 'cowardice' had nothing to do with his decision. Surely he had nothing so primitive and unmilitary as a will to live."
Joe Haldeman - in "Der ewige Krieg"

Sonntag, 4. Oktober 2009

Twin Peakes Theme - by Angelo Badalamenti

Man soll sich mit Superlativen immer zurückhalten - aber es war einfach ein unglaublicher Trip...

"Black as midnight on a moonless night."
Dale Cooper

Samstag, 3. Oktober 2009

Wirtshaus Moorlake

Mitten im Naherholungsgebiet zwischen Berlin und Potsdam ist das historische Wirtshaus Moorlake gelegen. Baudenkmäler, Park- und Gartenanlagen der Pfaueninsel sowie das Glienicker Schloss umranden diese Lokalität. Die Speisen wissen hier zu munden und die Kellner sind absolute Originale. Gerne kann der Versuch gewagt werden, sie vom herannahenden Regen zu überzeugen, während sich der Himmel bereits öffnet.

"Nach einem guten Essen kann man allen vergeben, sogar den eigenen Familienangehörigen."
Oscar Wilde

Bildquelle: http://www.moorlake.de/

Donnerstag, 1. Oktober 2009

wikileaks

Unter http://wikileaks.org/ finden sich geleakte Dokumente - wer hätte das gedacht? Doch worum handelt es sich hierbei? Ganz einfach. Immer dann, wenn sich die EU in geheimen Verhandlungen ein wenig mehr von den Menschenrechten entfernt oder in China ausländischen Unternehmen neue Beschränkungen auferlegt werden, wird dieser Schmutz sauber niedergeschrieben. Derlei Dokumente finden Ihr neues zu Hause nun bei wikileaks. Mittlerweile umfasst der Fundus bereits 1,2 Millionen Schriftstücke.
Nun wird es nur noch Zeit, dass unser Verständnis von einer solchen Veröffentlichung abweicht vom Bild des Denunzianten und sich hinbewegt zum Gleichnis des Aufklärers.

"Ein Geheimnis ist wie ein Loch im Gewand. Je mehr man es zu verbergen sucht, desto mehr zeigt man es."
Carmen Sylva

Bildquelle: http://commons.wikimedia.org/

Mittwoch, 30. September 2009

Bamberg

Oder auch "Einmal Bamberg und zurück". Ein Wochenendtrip führte mich nach Oberfranken. Vielleicht lag es am spätsommerlichen Sonnenschein, den Gärten oder der guten Bamberger Kost (probiert unbedingt das Schäuferla), nebst gewohnt ungewohntem Rauchbier. Neben Dom, jeder Menge E.T.A. Hoffmann Sehenswürdigkeiten und Naturschauspiel (Regnitz) blieb so immer wieder Zeit zum entspannen.

"Wer ein gutes Bier gebräut, zu dem laufen alle Leut'"
Bamberger Sprichwort

Bildquelle: http://homepage.mac.com/

Burgeramt

Krossener Str. 22, Boxhagener Platz, 10245 Berlin - das ist die Adresse für alle, die einen der besten Burger der Stadt schmecken wollen. Einfach groß, einfach heiß, einfach lecker, einfach gut. Da fragt man sich dann schon, warum es in unserer Industriegesellschaft nicht für mehr Firmen reicht, ein klasse Produkt zu einem fairen Preis anzubieten? Tipp, nebst dem schmackhaften Augustiner, kann zum Verzehr gleich der nahegelegende Wochenmarkt aufgesucht werden.

"Mmhhmm......das ist ein leckerer Burger."
Jules Winnfield

Bildquelle: http://www.qype.com/

Samstag, 26. September 2009

Vertrag von Lissabon

Wer noch nicht weiß, was er morgen wählen möchte, darf vielleicht mal mit dem Ausschlußprinzip entscheiden: CDU/CSU, SPD, FDP und auch die Grünen fallen dann schon mal als Übeltäter von Lissabon raus. Es sei denn, man möchte sich gerne für Todesstrafe, Schießbefehl auf Demonstranten, Angriffskriege und ein von der Wirtschaft regiertes Europa bedanken.

"Wer sagt: hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht."
Erich Fried

Samstag, 19. September 2009

Kauf Dich glücklich

In der Oderberger Strasse, zwischen Eberswalder Straße und der Kastanienallee gelegen, befindet sich das Kaffee-Restaurant-Einkaufserlebnis "Kauf Dich glücklich" (Vorsicht Flashangriff). Hier gibt es vom modischen Schikimiki über unnützes Plastspielzeug allerlei Krams. Konzentriert man sich aber auf das, was einen hierherführte, wird man am glücklichsten: Waffeln - in aller Couleur und mit unendlichen Gestaltungsmöglichkeiten. Einfach nur Lecker!.

"Sardinen wissen, daß Gleichmachen mit Kopfabschneiden beginnt."
Jeannine Luczak

Bildquelle: http://kaufdichgluecklich-blog.de/

Mittwoch, 16. September 2009

Das Aktionsbündnis "Freiheit statt Angst" (le click), lud am 12. September zur Demonstration gegen den Überwachungsstaat ein. Eingeleitet durch Reden auf dem Potsdamer Platz und am Neptunbrunnen, nahm die Veranstaltung schließlich ihren Zug über die Leipziger Strasse auf.
Bei dieser genehmigten Demonstration kam es zu vorsätzlichen Verhaftungen friedlicher Demonstranten (u.a. hier: le click (Seite ist ab und an offline - warum wohl)) und ein Prügelexcess (le click) durfte auch nicht fehlen. Wer noch einen Zweifel daran hegt, dass wir auf dem Weg zum Polizeistaat sind, braucht nur mal die Augen aufzumachen. Einschüchterung und Einschränkung der freien Meinungsäußerung sind die Mechanismen, derer sich diese Führung nun schon bedient.
Die Beteilung war so erschreckend gering, dass mir am Ende nur übrig bleibt festzustellen, dass sich die Bürger sich gerne den Weg zum demokratischen Schafott erklären lassen.

„Einen Staat, der mit der Erklärung, er wolle Straftaten verhindern, seine Bürger ständig überwacht, kann man als Polizeistaat bezeichnen.“
Ernst Benda

Bildquelle: http://www.vorratsdatenspeicherung.de/

Dienstag, 15. September 2009

Erich Maria Remarque - Der schwarze Obelisk

Ein schwarzer Obelisk steht vor dem Bestattungsinstitut. Zwei Generationen haben sich vergeblich an seinem Verkauf versucht. Er ist beständig wie der Untergang Deutschlands nach dem ersten Weltkrieg. Der Grabsteinverkäufer Ludwig Bodmer durchlebt, seiner Unschuld durch vier Jahre Front beraubt, die Wirren der galoppierenden Inflation, der Liebe und des Nachkriegsdeutschlands mit dem aufkeimendem Nationalsozialismus. Dies alles ist nur mit der Kunst des Sarkasmus zu ertragen.
Remarque verurteilt nicht, Remarque klagt nicht an, denn all dies ist nicht nötig, er zeigt auf. Eine Aussage die den Betrachter mit aller Wucht in der Brust trifft, ihn gleichfalls anfällig werden lässt, sich der Zermürbung hinzugeben, gleichsam dem Protagonisten. Ein großes Werk, deutscher Geschichte!

"Für den Heroismus von wenigen ist das Elend von Millionen zu teuer."
Erich Maria Remarque

Montag, 14. September 2009

Berlinische Galerie

Im „Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur“ Berlins, fand eigentlich eine John Heartfield Ausstellung statt. Die haben wir natürlich geschmeidig um vier Tage verpasst und genossen so die Standarddauerausstellung. Mich persönlich sprachen die meisten Plastiken unter den Exponaten an, wohingegen die Gemälde andere Fans finden müssen.

„Wir fanden Dada, wir sind Dada, und wir haben Dada. Dada wurde in einem Lexikon gefunden, es bedeutet nichts. Dies ist das bedeutende Nichts, an dem nichts etwas bedeutet. Wir wollen die Welt mit Nichts ändern“.
Richard Huelsenbeck

Bildquelle: http://www.berlinischegalerie.de/

Sonntag, 13. September 2009

Uhlmanns in Potsdam

Seit einiger Zeit nun schon, kein Ausbildungsrestaurant mehr und das schmeckt man an der Qualität auf konstant hohem Niveau. Sehr zu empfehlen bei dieser Gelegenheit, "surf and turf" - Riesengarnelen auf leckerstem Rind serviert.

"Amerikanische Geschäftsessen sind ein Ausdruck äußerster Effizienz. Wo gibt es das sonst noch alles gleichzeitig: man redet dir die Ohren voll, du schlägst dir den Bauch voll und nimmst den Mund voll!?"
Gerald R. Ford

Bildquelle: http://www.uhlmanns-potsdam.de/

Samstag, 12. September 2009

Inglourious Basterds

Vielleicht ist es kein Film für Kritiker und keiner für Cineasten, die eine Revolution erwarten, sondern einer für Fans? Ohne Frage fährt Quentin Tarantino auch dieses mal wieder alles aus dem Zitate-, Musik- und Erzählrepertoire auf, kombiniert mit schicken Kameraeinstellungen (selbstverliebt aber dies mit Recht) und mixt fulminante Unterhaltung - aber eben nicht mehr. Ohne Sarkasmus und den wunderbaren Christoph Waltz, liefe der Film sogar Gefahr, in eine gefährliche Schieflage zu geraten. Und das ist letztlich eine harsche Erkenntnis.

"You probably heard we ain’t in the prisoner-takin’ business; we in the killin’ Nazi business. And cousin, Business is a-boomin’"
Lt Cmdr. Aldo Ray

Bildquelle: http://themoviepreviewcritic.com/

Freitag, 11. September 2009

Albert Ostermaier - Vatersprache

Am nächsten sind uns die, die am weitesten von uns entfernt sind, - heißt es. Ein junger Mann in einem leeren Raum - wie die Erinnerung an seinen Vater. Er versucht sie zu finden, weil er verstehen will. Er versucht sie zu packen, weil er nicht anders kann, um seiner Hilflosigkeit Ausdruck zu geben - vollständig erfahren kann das der Leser ebenso wenig, wie der Protagonist selbst.
In einem einzigen Monolog, der mit bewußter Kleinschreibung und dem Verzicht auf Satzzeichen daherkommt, gibt Ostermaier einer ganz eigenen Verzweiflung Ausdruck. Ein wunderbares Werk, dass in seinem Auftreten leider viel zu ernst erscheint.

"ich wollte mein Blut austauschen lassen als könnte ich dich so aus meinen adern spühlen und einem fremden in den körper pumpen damit er es ertragen muss"
aus VATERSPRACHE

Donnerstag, 10. September 2009

AbenteuerPark Potsdam

Der Abenteuerpark Potsdam war das diesjährige Ausflugsziel zum Wandertag. Dabei stürzten sich die Verehrer von Tarzan und Jane nicht etwa mittels Lianen durch die Kante, sondern mit professionellster Kletterausrüstung. Auf insgesamt sechs Kursen, können alle Liebhaber der luftigen Unterhaltung frönen.

"Wer einst fliegen lernen will, der muss erst stehn und gehn und laufen und klettern und tanzen lernen - man erfliegt das Fliegen nicht."
Friedrich Nietzsche

Bildquelle: http://www.flickr.com/

Sonntag, 6. September 2009

Ernest Hemingway - In einem anderen Land

April 1918, an der oberitalienisch-östereichischen Front, erlebt der damals 19jährige Ernest Hemingway den wahren Schrecken des Krieges. Verführt durch die Reden um Ruhm und Ehre zieht er in den Krieg der westlichen Demokratien gegen den Militarismus preußischer Prägung.
Hemingway, neben Renn, Zweig und Remarque sicherlich einer der wichtigsten Autoren für die entlarvende Zurschaustellung des Schlachtens in Europa, gewährt Einblick in die Leiden von Geist und Körper, die eine ganze Generation zeichnen sollte. Er entblößt den Krieg als maschinelles Töten; Politik und Industrie als einseitige Profitreue, am Tod des Menschen. Dabei ist seine literarische Darbietung gleichsam durchdringend und berauschend, so wie Greul und Hoffnung miteinander spielen.

"Man braucht zwei Jahre um sprechen zu lernen und fünfzig, um schweigen zu lernen."
Ernest Hemingway

Montag, 31. August 2009

The Bird

Direkt am Falkplatz befindet sich das legendäre "The Bird". Der frühere Star, der gleichlautende Burger, der Kategorie Red Barclay, ist leider nicht mehr am Platze vertreten, doch gibt es eine hochklassige Auswahl leckersten junks. Wer schon immer fernab vom goldenem "M" sein kulinarisches Heil suchte, wird hier eine neue Heimat finden. Vorgemerkt für den nächsten Besuch, die "Napalm Wings".

"I'm not telling you, 'Never eat a hamburger.' Just eat the good ones with real beef, you know, like the ones from that mom-and-pop diner down the street, ... And it's so good that when you take a bite out of that burger, you just know somewhere in the world a vegan is crying."
Homer Simpson

Samstag, 29. August 2009

Wollin

Am letzten Augustwochenende, fand die Rückkehr zum legendären "Ostseewochenende", in der dritten Auflage ihren Ausdruck. Dieses mal hieß es auf nach Polen. Die Halbinsel Wolin war unser Ziel. Ohne Navigationssystem und nur mit Kartenmaterial bewaffnet, war es eigentlich schon ein old-school-trip. Wunderbare Strände und ein famouser Nationalpark wissen zu gefallen. Klar, dass es auch zum Frühstück leckeren Fisch gab.

"Ich kann nicht so viel Musik von Wagner anhören. Ich hätte sonst den Drang, Polen zu erobern."
Woody Allen

Bildquelle: http://glob.home.pl

Mittwoch, 26. August 2009

Thomas Mann - Der Erwählte

In vier Lebensabschnitte verpackt, behandelt Thomas Mann das seinerzeit heikle Thema des Inzest. Dieses Mehrgenerationenstück, dargebracht von einem fiktiven Geist als Erzähler glänzt weniger durch seine inhaltliche Ausgewogenheit, deren Schwäche nur durch ihren Gegenstand an Attraktivität gewinnt, als durch das Zusammenspiel der behandelten Themen, Schuld und Sühne, in Verbindung mit Manns traumhaftem Sprachgefühl.

„Bis zum Erfühlen der Ironieen dieser entzückenden Dichtung wird es bei den meisten Lesern reichen, aber wohl nicht bei allen bis zum Erkennen des Ernstes und der Frömmigkeit, die noch hinter diesen Ironieen steht und ihnen erst die wahre, hohe Heiterkeit gibt.“
Hermann Hesse am 8. November 1950 an Thomas Mann aus Hermann Hesse - Thomas Mann Briefwechsel.

Montag, 24. August 2009

Taxi Driver

Schon klar. Der Film ist bekannt, der Inhalt auch, Regisseur und Hauptdarsteller sind heute endgültig Ikonen des us-amerikanischen Kinos. Bei mir persönlich hat der Streifen allerdings niemals Emotionen rühren können. Doch dieses mal genoß ich ihn nach langer Zeit wieder und er war leckerer, als ich ihn in Erinnerung hatte. Kann auch an der Umgebung gelegen haben. Freiluftkino Kreuzberg

"All the animals come out at night - whores, skunk pussies, buggers, queens, fairies, dopers, junkies, sick, venal. Someday a real rain will come and wash all this scum off the streets. I go all over. I take people to the Bronx, Brooklyn, I take 'em to Harlem. I don't care. Don't make no difference to me. It does to some. Some won't even take spooks. Don't make no difference to me."
Travis Bickle in Taxi Driver

Bildquelle: http://www.backseatproducers.com/

Samstag, 22. August 2009

Vom Tagebuch zum Weblog

Im Museum für Kommunikation (le click) gibt es derzeit neben der sehr interessanten Dauerausstellung, ein ganz besonderes highlight. "Vom Tagebuch zum Weblog" zeichnet den Weg von der Entwicklung des Logbuchs, privater Tagebücher über mehrere Dekaden und unterschiedlichster Instrumente indiviuellen Ausdrucks für das dauerhafte Festhalten, der flüchtigen Lebenszeit. Neben sehr reizvollen Ausstellungsstücken, wußten vor allem der zur Thematik mit Zitaten gespickte Bodenbelag zu begeistern und wäre für sich schon eine Ausstellung wert.

“Like almost everyone who uses e-mail, I receive a ton of spam every day. Much of it offers to help me get out of debt or get rich quick.”
Bill Gates quote at the http://www.thequoteblog.com/

Bildquelle: http://www.facebook.com

Dienstag, 18. August 2009

Internetwahlkampf oder Verschwendung 2.0

Was in den USA gut funktioniert hat, dass wird auch den Deutschen Internetuser zur "richtigen" Partei locken, denken sich die Politiker und schieben deutsche Steuergelder u.a. Google in den Rachen, um bei bestimmten Suchbegriffen an erster Stelle gut positioniert zu sein. Probiert mal "Atomausstieg" aus. Hier erscheint, ohhh Wunder nicht die grüne, sondern die gelbe Inkompetenz in Form der Liberalen. Nichts gegen Bürgerinformation, aber an einem zentralen Platz wäre das nicht nur übersichtlicher, sonder auch günstiger. Aber Übersicht und Transparenz, - davor scheuen die Parteien doch zurück!
Und noch etwas. Überzeugender wird das Geschwafel auch nicht dadurch, dass man es über möglichst viele social web plattforms jagt. Unsinn bleibt Unsinn, egal wie oft man es erzählt.

"Wenn ich von vier Millionen neuen Arbeitsplätzen rede, dann sind das keine haltlosen Versprechungen."
SPD Kanzlerkandidat Steinmeier (Interview: le click)

Bildquelle: http://womblog.de

Samstag, 15. August 2009

Marcel Pagnol - Der Ruhm meines Vaters

Pagnol entführt den Leser nicht nur in die Hügel der Provence, das Land der Zikaden und Platanen. Hinein in das warme Sonnenlicht des Sommers und in die Geschichte Frankreichs. Er enführt uns in sein Leben.
Mit einer Einfühlsamkeit, die in ihrer Leichtigkeit ihren absoluten Triumph feiert, dürfen wir nicht nur Zeugen dieser wunderbaren Momente werden, in einem fort glaubt man sich selbst am abendlichen Tische sitzen zu sehen und den Gesprächen um Leben, Philosophie, Jagd, Politik und Religion zu lauschen.

"Und mit meinen kleinen, blutigen Fäusten, die vier goldfarbige Flügel hielten, hob ich im Angesicht der untergehenden Sonne den Ruhm meines Vaters hoch zum Himmel empor."
Marcel Pagnol in "Der Ruhm meines Vaters"

Donnerstag, 13. August 2009

Körperwelten

Die Körperweltenausstellung nahe dem Ostbahnhof, mit der speziellen Inszenierung: Der Zyklus des Lebens war alles andere als ein Schauerveranstaltung. In medizinischer Sachlichkeit wurden die Exponate vorgeführt und wussten nicht nur bestaunt, sondern, gleichen falls hinterfragt zu werden. Insgesamt, dard der reißerische Grundtenor wohl eher der Medienlandschaft zugeordnet werden. Warum allerdings das positive Gesamtbild durch drei Exponate von fragwürdigem Charakter (u.a. eine Weihnachtsmannachbildung) getrübt werden mussten, bleibt wohl das dümmliche Geheimnis der Macher selbst. Fazit: Eine insgesamt lohnenswerte Ausstellung mit vielen Highlights und der Verwehrung für das Morbide.

"Der Körper kann ohne den Geist nicht bestehen, aber der Geist bedarf nicht des Körpers."
Erasmus von Rotterdam

Bildquelle: http://www.persoenlich.com

Montag, 10. August 2009

Victor Klemperer - LTI

Zunächst dachte ich, davon schaffst Du nur ein Kapitel am Tag. Die "Lingua Terti Imperi" ist schauderhaft und beklemmend. Sie offenbart als halbdokumentarischer Band in der Zeit 1933 - 1945 nicht einfach den alltäglichen Schrecken, sondern zeigt gleichzeitig die tiefe und zutiefst perverse Durchdringung des gesamten kulturellen Ausdrucks mit der Naziideologie. Der Missbrauch von Sprache, als Instrumentarium der Gewalt ist Verbrechen und Mahnung zugleich.
Der politisch-interessierte Leser wird durchaus Paraellen mit dem anderer Regime ziehen können.

"Von der Gegenwart bis zum Tode leben wir in allen Stunden, aber zum Erlebnis werden uns nur die außerordentlichen, in denen unsere Leidenschaft schwingt, in denen wir das Wirken des Schicksals spüren."
Victor Klemperer in LTI

Sonntag, 9. August 2009

The Pink Mountaintops - Tourist in Your Town

Es ist Sonntag und ich spiele Musik. Am liebsten hätte ich Euch ja: The Pink Mountaintops mit "How We Can Get Free" serviert, doch leider habe ich keine resource gefunden.

"Won’t you tell us
How we can get free"
Axis Of Evol - The Pink Mountaintops

Samstag, 8. August 2009

Jack London - Der Seewolf

Durch die Hitze des Sommers wurde ich noch einmal angeheuert auf der "Ghost" und noch einmal war ich unterwegs mit Captain Larsan im Pazifik. Noch einmal durchlebte ich die Geschichte von des Humphrey van Weyden, der unversehens auf dem Robbenfänger "strandet" und fortan mehr über die Natur des Menschen und die seinige erfährt, als er jemals wollte und jemals zu hoffen wagte.
Natürlich kann es London abermals nicht bei einer formidablen Schilderung belassen. Man merkt fast, wie er aus einer Obsession heraus den Leser überzeugen muss, sich gefangen nehmen zu lassen von den Wogen des Meeres. Ein leichtes für diesen Schriftsteller!

"Wenn es dir möglich ist, mit auch nur einem kleinen Funken die Liebe in der Welt zu bereichern, dann hast du nicht umsonst gelebt."
Jack London

Bildquelle: http://www.delius-klasing.de/

Mittwoch, 5. August 2009

Che - Guerilla

Klar, Che auf seiner ganz eigenen Revolutionsturnee in Bolivien. Das allein reicht schon aus - sollte man meinen. Die ersten Hälfte gestaltet sich aber eher wie ein Pfadpfinderausflug und die Momente des Guerillas sind in Ihrer Inszenierung mehr als träge geraten. Hier zeigt sich dann auch, das Soderbergh ein Geschichtenerzähler und nicht unbedingt der Meister der Actionchoreographie ist. Konsequenz wird leider auch auf die Hintergründe von Figur und Geschichte bewiesen. Abermals wird für den Besucher nur der Lack der Vergangenheit poliert, statt ihn mitzunehmen auf eine hintergründige Zeitreise, die den Schleier des Warums wirklich hebt.
Für Interessierte der Figur Che trotzdem empfehlenswert.

"Wir müssen stark werden, ohne je unsere Zärtlichkeit zu verlieren."
Che Guevara


Bildquelle: http://www.nightlife-mag.com

Dienstag, 4. August 2009

Che - Revolution

Mit Che verwirklichten sich Benicio Del Toro und Steven Soderbergh einen Herzenstraum und das merkt man dem Film auch an. Im Wechsel von Stil, Zeiten und Orten, wird immer wieder gesprungen: ein vor, während und nach der Revolution wird somit für den Zuschauer spürbar. Leider bleibt beim Streifen selbst, die eigentliche Motivation der Protagonisten, für den Betrachter stets hinter einem Schleier der Unnahbarkeit verborgen. Auch konzentriert sich der Film ganz auf seinen charismatischen Helden. Schön wäre ein Blick hinter die Revolution gewesen. Worin war die Ursache für das klägliche Scheitern, über die Dekaden begründet - evtl. schon durch den Beginn, die Revolution selbst?
Fazit: Männer mit Vollbärten die ständig rauchend, absolut unaufgeregt durch den Dschungel ziehen. Eine Revolution ohne Höhen und Tiefen - irgendwie schon zu geschmeidig.

"Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche."
Che Guevara

Bildquelle: http://www.rockfun24.de

Montag, 3. August 2009

How to Build a Universe That Doesn’t Fall Apart Two Days Later

Ein sehr interessanter Artikel von Philip K. Dick aus dem Jahre 1978, darf hier tief inhaliert werden: le click. Klar geht es "ganz nebenbei" auch wieder um Dick's Lieblingsthema der Menschfindung bzw. des Menschseins an sich. Für alle SciFi Liebhaber, Grübler und angehenden Autoren eine sehr leckere Kost!

"My theory is this: In some certain important sense, time is not real. Or perhaps it is real, but not as we experience it to be or imagine it to be."
Philip K. Dick in "How to Build a Universe That Doesn’t Fall Apart Two Days Later"

Bildquelle: http://www.newyorker.com/

Sonntag, 2. August 2009

Killshot

Ja, war dann doch schon so ganz leichtes Suspensekino. Eigentlich als direct-to-DVD-release vielerorts schnell durchgewunken, hatte dieser kleiner aber feine Thriller, nicht wirklich überall eine Chance. Dabei handelt es sich hierbei, um einen b-movie erster Güte, welcher leider seine richtig starken Momente schon in der ersten Hälfte hat.
Rourke Fans sollten dieses Kleinod sofort inhalieren, alle anderen warten auf das ZDF Montagskino.

"Well, my name's Richie Nix, in case you've ever heard of me. That's N-i-x; it's not the way Stevie Nicks spells hers."
Richie Nix über Richie Nix

Bildquelle: http://moovyboovy.com/

Samstag, 1. August 2009

Die Turnhalle

Gut, mit Sport kann man mich ja bekanntermaßen auch kriegen, aber eben nicht in den Abendstunden. "Die Turnhalle" ist nahe dem Ostkreuz gelegen und bietet neben dem wohl größten, kleinen Vorspeisenteller der Welt eine wunderbar mediterrane Atmosphäre im Außenbereich. Genau das richtige für einen lauen Sommerabend.

"Das Geheimnis, mit allen Menschen in Frieden zu leben, besteht in der Kunst, jeden seiner Individualität nach zu verstehen."
Friedrich Ludwig Jahn

Bildquelle: http://www.dieturnhalle.de/

Montag, 27. Juli 2009

Robert von Ranke Graves - Ich Claudius, Kaiser und Gott

Leider wird mit dieser 34er deutschen Ausgabe, der Leser um die Hälfte der englischen Originalversion (elfhundert Seiten) gebracht. Auch ist die historische Darstellung nicht immer ganz geglückt (die Prätorianer werden etwa als Garde bezeichnet). Trotz dieser und zahlreicher anderer Unzulänglichkeiten, weiß der Band, der in der Pseudo-autobiographischen-Sicht vorliegt, über das Leben und Wirken des vierten Kaisers der julisch-claudischen Dynastie zu gefallen. Teilweise mit einem Augenzwinkern ob der "großen Geschichte", liest sich das Werk sehr entspannend.

"In civitate libera linguam mentemque liberas esse debere (jactabat)."
("In a free state there should be freedom of speech and thought.")
Tiberius Claudius Caesar Augustus Germanicus

Mittwoch, 22. Juli 2009

State Of Play

Russel Crowe spielt den Reporter Cal McAffrey. Unverhofft aber stets mit dem universellen Reporterriecher ausgestattet, stolpert dieser in die ganz große Politstory. Dabei werden so ziemlich alle Themen abgefrühstückt die man sich denken könnte (Mord, Intriegen, Sex, der dritte Golfkrieg und natürlich die innere Sicherheit der Staaten). Leider spielt der Film nicht mit den Vorurteilen dieses Genres sondern lutscht sie vom unaufgeräumten Reporterschreibttisch bis zur kleinen nervigen Anfängerkollegin alle durch. Insgesamt bleibt dann aber ein handwerklich sauberer Streifen, der genau das richtige niedrigdosierte Kinofutter unter der Woche stellt. Selbst Ben Affleck konnte den Film nicht verderben, einen kleinen Glanzpunkt neben Crowe setzt dann auch noch Helen Mirren als kratzbürstige Cheffin.

"It's not a story, it's a case!"
Det. Donald Bell

Bildquelle: http://www.g8way.de/

Dienstag, 21. Juli 2009

Tiefer See - Potsdam

Der Tiefe See ist östlich des Zentrums von Potsdam zwischen der Berliner Vorstadt im Norden und Westen und dem Park Babelsberg im Süden und Osten gelegen, durchflossen wird er von der Hafel. Am westlichen Ufer des Sees befindet sich der neu aufgebaute Kultur- und Gewerbestandort der Schiffbauergasse mit dem Hans Otto Theater und dem Waschhaus. An einem lauen Sommernachmittag offenbart er seine ganze Pracht. Vom gegenüber gelegenen Park erschallen dabei stimmungsvolle Melodien, die vom Zauber der Freude künden.

"I'm an old-fashioned guy... I want to be an old man with a beer belly sitting on a porch, looking at a lake or something."
Johnny Depp

Bildquelle: http://www.panoramio.com

Sonntag, 19. Juli 2009

Horace Silver - Que Pasa?

Der vierte Track vom 1964er Album "Song for My Father" von Horace Silver.

“Jazz is not background music. You must concentrate upon it in order to get the most of it. You must absorb most of it. The harmonies within the music can relax, soothe, relax, and uplift the mind when you concentrate upon and absorb it. Jazz music stimulates the minds and uplifts the souls of those who play it was well as of those who listen to immerse themselves in it. As the mind is stimulated and the soul uplifted, this is eventually reflected in the body.”
Horace Silver

Donnerstag, 16. Juli 2009

Andreas Eschbach - Die Haarteppichknüpfer

Es handelt sich um das bislang erste Buch von Eschbach, welches mir zugetragen wurde. Der Titel mag ein wenig fantastisch anklingen, ist aber in seinem Wesen ein old school SciFi Roman mit mythologischen Anleihen. Darin erzählt der Autor die Geschichte einer Galaxie, in der einst ein Kaiser regierte, dem Oberhaupt verpflichtet, wurden auf tausenden Planeten Teppiche aus den Haaren von Müttern und Töchtern gewebt. So fein, dass es ein ganzes Leben brauchte. Doch was war die wirkliche Intention des Kaisers, was das wahre Sein hinter diesem Spiel? Die Geschichte wird dabei an Hand einzelner Episoden, welche sich zumeist auf losgelöste Charaktere in unterschiedlichen Regionen des Riesenreich zutragen, erzählt.
Ein Buch genau richtig für den Sommer, dessen man einzig den zu geringen Umfang zum Vorwurf machen kann, gerade bei diesem fulminanten Finale.

"Einsicht allein hält der Zeit nicht stand; sie verändert sich und vergeht. Scham aber ist wie eine Wunde, die man niemals offen legt und die darum niemals heilt."
aus "Die Haarteppichknüpfer"

Bildquelle: http://www.buch.de

Dienstag, 14. Juli 2009

C-Base Raumstation

Schon wieder zwei Wochen her und nun endlich mal geschafft.
Das Wort spacig in diesem Zusammenhang zu benutzen ist eigentlich schon zu leicht - trifft auf die Bezeichnung des Interiores aber vollständig zu. Nachdem man sich durch einen Shooter-Level-Schlauch begeben hat, warten Tanzfläche und netter Außenbereich am Flußufer auf den Besucher. Absolut empfehlenswert.

"Die Vorliebe Ihrer Spezies, große Flüssigkeitsmengen auf Alkoholbasis zu sich zu nehmen gibt mir immer wieder Grund, erstaunt zu sein. Trotz der toxischen Eigenschaften beharren Sie auf den Konsum derartiger Substanzen." –
"Nicht 'trotz', Mr. Spock. Gerade wegen der "toxischen Eigenschaften".

Bildquelle:
http://www.c-base.org/

Sonntag, 12. Juli 2009

Herbie Hancock "Watermelon Man"

Es ist Grillwetter, aber meine endlosen Parkanektdoten bleiben Euch erspart. Es ist Sonntag und mir mir ist gerade nach Herbie Hancock.

"But, the truth is that everyone is somebody already."
Herbie Hancock

Donnerstag, 9. Juli 2009

Helden der Großstadt

Nun bin ich erst seit knapp zwei Jahren wieder Berliner und fühle mich so wohl, dass mich der Nahverkehrsmarathon zwar so manchesmal erschöpft aber nicht in die Knie zwingt. Und so scheint es vielen Berlinern zu gehen. Es herrscht schon etwas mehr Angespanntheit zwischen Kaffee und Morgenpost und die Jahreszeit ist nicht gerade günstig gewählt ein Unternehmen kaputtzusparen oder den Privatisierungswahn auszuleben - aber es kommen eben doch noch alle an. Erfroren sind eben schon viele, erstunken noch keiner. Das wird wohl meinen Jahresbuchdurchsatz nochmals erhöhen. Alle Berliner fahren also weiterhin ab mit den Öffentlichen, bis auf Klaus Wowereit, der darf natürlich auch weiterhin Auto fahren. Die Fahrpläne gibt es im Internet für Berlin (le click) und für B-BB (le click).

"Es lebe Berlin."
Startseite des http://www.bvg.de/

Bildquelle: http://www.dpa.de/

Mittwoch, 8. Juli 2009

Mauersegler

Urbane Stadtkultur - gelegen - es darf geraten werden, genau am Mauerpark. Gestern Abend war es fast schon etwas kühl, die Atmosphäre im Mauersegler dagegen wohlig angenehm. Neben einer Auswahl an Nichtmodebieren (ja, das Wort hab ich mir gerade ausgedacht) wird auch frisch auf den Grill geworfen, was der Gast sich wünscht. Unbedingt empfehlenswert!

"Urbane Park Kultür"
Website mauersegler-berlin.de

Bildquelle: http://www.mauersegler-berlin.de/

Dienstag, 7. Juli 2009

Park Babelsberg

Im Auftrag des Prinzen Wilhelm, dem späteren Kaiser Wilhelm I., wurde der Park Babelsberg von Peter Joseph Lenné und Fürst Hermann von Pückler-Muskau erdacht und angelegt. Die eigentliche Geschichte des Parks reicht dabei schon bis in die Anfänge des 19ten Jahrhunderts zurück. Für einen Rundgang Berücksichtigung sollten auf jeden Fall der Flatowturm, das Dampfmaschinenhaus, der Marstall, die Gerichtslaube, als auch das Matrosenhaus finden. Erfrischung findet der geneigte wanderer in vielen schönen Biergärten, die zum Verweilen einladen.

"Es ist nicht leicht, unter diesem Kanzler Kaiser zu sein."
Kaiser Wilhelm I. über Otto von Bismark

Bildquelle: http://wikimedia.org

Samstag, 4. Juli 2009

Doom - the boardgame

Nachdem man bei id-Software eine der erfolgreichsten Softwaretrilogien im Bereich der Unterhaltung mit den DOOM Titeln etablieren konnte, steigen die Geschöpfe der Hölle den wackeren Protagonisten nun auch auf dem Küchentisch auf den Kopf. DOOM - the boardgame erinnert dabei recht stark an Starquest, ohne jedoch dessen Komplexität und Tiefe zu erreichen. Was kein Nachteil sein muss. Vielmehr ist der auf Schnelligkeit getrimmte Spielablauf eine ideale Nachempfindung des first-person shooters. Besonders empfehlenswert für Einsteiger.

"Give a man a fish, and you'll feed him for a day; teach a man to play Doom, and you'll never get another day's work out of him."
PC Gamer Magazine

Bildquelle: http://www.boardgamelifestyle.com/

Mittwoch, 1. Juli 2009

Tussy Lounge

Die Tussy Lounge, im wunderbaren Friedrichshain gelegen, ist einer 50er Bar der ganz besonderen Art. Wo sonst kann man sich neben dem Cocktailschlürfen gleich noch den fachkundigen Händen einer Friseuse hingeben? Eine interessante Menükarte, WLAN und eine nette Bedienung tragen ihr übriges für diese Empfehlung bei.

"Vor dem Friseur sind alle gleich."

Karl Kraus

Bildquelle: http://www.tussylounge.de/

Dienstag, 30. Juni 2009

Prometheus

Die Volksbühne Berlin bietet zur Zeit ein ganz besonderes Spektakel auf. Einer Agora nicht ganz unähnlich wirkt das Gelände am Rosa-Luxemburg-Platz. Was aussieht wie eine Baustelle einpuppt sich als temporäres Amfiteater, das durch aus seinen Atmosphäre auf den Zuschauer zu vermitteln weiß.
Die Inszenierung dieses Werkes der griechischen Mythologie konnte zwar erst nach einem lauen Intro wirklich für sich begeistern, zog dafür dann aber umso erhabenere Bahnen.

"Vergeblich flehte er um Gnade. Wind und Wolken, die Sonne und die Flüsse machte er zu Zeugen seiner Pein. Doch Zeus blieb unerbittlich. Und so sollte seine Qual viele Jahrhunderte dauern bis der Held Herakles von Mitleid erfüllt ihn erlösen würde."
aus Prometheus

Bildquelle: http://www.volksbuehne-berlin.de

Montag, 29. Juni 2009

Theodor Storm - Ein Doppelgänger

Diese Sammlungen von Novellen aus der Feder von Theodor Storm, ist ein literarisches Kleinod und Weltliteratur in einem. Mit leichter Hand gelingt es dem Autor, seinen Leser einfach in scheinbar unbedeutende Geschichten zu locken und diese mit ihrer ganzen emotionalen Wucht auf ihn herabbrechen zu lassen, so dass sich dieser vor der Kunst norddeutscher Prägung nur noch verneigen kann. Meine Lieblingsnovelle war dann auch so gleich der Schimmelreiter, in der Storm den Kampf des Menschen ums schiere sein meisterhaft zelebriert.

"Haukes zornrotes Antlitz war totenbleich geworden; der Mond, der es beschien, konnte es nicht bleicher machen; seine Arme hingen schlaf, er wußte kaum, daß er den Zügel hielt."
Der Schimmelreiter von Theodor Storm

Bildquelle: http://www.ebay.de

Freitag, 26. Juni 2009

E3 Nachschlag - Project Nathal

Mangels totaler Zeitdeckung und adäquater Hardware unterm Tisch, ist meine Pro-Zocker-Karriere ja nun schon seit einigen Jahren eingeschlafen. Beobachten kann man den Markt aber schon ein wenig. Direkt aus dem Reich des Bösen - kommt von Microsoft Project Nathal. Der "Ganzkörpercontroller" soll mittels Infrarotlampe und Zweitsensor zentimetergenau Position und Bewegung des Spielers auswerten können. Nachdem mich die Spielerrei bei der Wii zwar begeistern aber nicht überzeugen konnte, steht bei den Redmondern ein potentieller Hit ins Haus und könnte die X360 nochmals ordentlich befeuern. Peter Molyneux, Lead-Designer solcher Giganten wie dem Theme Park (Original) oder Syndicate (hier ist natürlich auch das 1993er Original gemeint), ging dann gleich soweit eine Revolution zu verkünden. Vergessen werden darf dabei aber auch nicht, das der Kopf von Lionhead in der letzten Dekade hauptsächlich Hypes produzierte.

"Einstein würde sich im Grab umdrehen: Gott würfelt nicht nur, er schummelt sogar dabei."
aus Sid Meier's Alpha Centauri

Bildquelle: http://sgolubev.com/

Donnerstag, 25. Juni 2009

Club A 18

Also wenn das Logo nicht perfekt zum "dunklen tag blog" passt, dann weiß ich auch nicht mehr weiter. Irgendwo im Studentendorf Schlachtensee gelegen befindet sich der Club A18. Leider gab es kein Lagerfeuer aber dafür Meininger Pils. Zum philosophischen Gedankenaustausch scheint auch noch immer jemand da zu sein. Einzig der 70er Jahre Architekturcharme konnte mich noch nicht so ganz für sich einnehmen. Bestimm klappts beim nächsten mal.
"SchniPoSa"
nun ratet mal - Vollwertkost natürlich - direkt von der Karte des A18

Bildquelle: http://www.cluba18.de/

Montag, 15. Juni 2009

Meierei

Die Meierei im Neuen Garten Potsdam öffnete für mich gestern das erste mal die Pforten. Hier gibt es allerlei saisonale Bierangebote, vom jungen Hellen bis zum dunkleren Geschmack darf man sich laben. Beim nächsten mal muss nun nur noch das Wetter mit auf dem Spielfeld stehen.
Da sich meine geographische Arbeitssituation nun doch noch änderte, wird dazu passen ein neuer Tag hier Einzug halten: Brandenburg. Denke mir irgendwie so, der könnte noch ganz nützlich werden.

"Nikotin und Alkohol
sind Feinde für das Menschenwohl,
doch in der Bibel steht geschrieben,
du sollst deine Feinde lieben."
Brauhaus

Bildquelle: http://www.meierei-potsdam.de/

Freitag, 12. Juni 2009

Depeche Mode im Berliner Olympiastadion

Gefühlte 70.000 Zuschauer ... - Mein Liebling kam in der zweiten Zugabe als zweiter Song und ich war einfach glücklich.

"It's just a question of time."
Depeche Mode

Dienstag, 9. Juni 2009

Hellmuth Karasek - Billy Wilder Eine Nahaufnahme

Nun ein ausgesprochener Fan bin ich nicht gerade von Hellmuth Karasek, auch wenn man Ihm viel kurzweilig unterhaltsame Literatur zu Gute halten darf. Und darum handelt es sich auch bei dieser Biographie des Regisseurs Billy Wilder. Leider reitet Karasek zusehr auf Wilders drei bekanntesten Filmen, durch dessen bewegtes Wirken. Dabei sind es gerade die Anekdoten, die ein Leben mit Farben erfüllen. Am Ende bleibt dann aber doch ein unterhaltsamer Streifzug durch Hollywood stehen. Für Fans auf jeden Fall lesenswert.

"You have to have a dream so you can get up in the morning."
Billy Wilder

Bildquelle: http://www.amazon.com

Montag, 8. Juni 2009

Savignyplatzfest

Das Savignyplatzfest fand auch 2009 wieder statt. Neben vielen Snackbunden und kunterbunten Läden mit allerlei Trödel gab es im schönen Charlottenburg aber vor allem einen interessanten Musikmix zu lauschen. Vorwiegend an Jazzliebhaber gerichtet, sagen wir in sehr spezieller Interpretation. Nun dem Spass tat das trotzdem keinen Abbruch.

"By and large, jazz has always been like the kind of a man you wouldn't want your daughter to associate with."
Duke Ellington

Bildquelle: http://de.wikipedia.org/

Sonntag, 7. Juni 2009

Koko Taylor zum Sonntag

Am Mittwoch verstarb die Königin des Blues im Alter von 80 Jahren in Chicago.

"Koko Taylor is the great female blues singer of her generation. Raw vocal power and blustery swagger."
Rolling Stone

Freitag, 5. Juni 2009

Cantamaggio

An der alten Schönhauser Allee, gleich hinter der großen Kreuzung in Richtung Mitte gelegen befindet sich das Cantamaggio. Neben excellenten Speisen, von netten und kompetenten Personal gereicht, bietet das Cantamaggio eine tolle Atmossphäre. Große Tipp - probiert Euch durch das Rotweinangebot. Übrigens alle Speisen sind ohne industrielle Würzmittel, Geschmacksverstärker, künstliche Aromen oder genmanipulierte Zutaten oder welches böse Zeug es auch sonst noch geben mag zubereitet. Wer sich einen Ersteindruck verschaffen will: Zwei Kellner, vor der Arbeit. Sinnierend, diskutierend, schweigend: le click.

"Der hat halt einfach nicht verstanden, dass wir keine Pizza haben. ... Wir sind halt ein Restaurant."
Kellner unter sich - Folge 2

Bildquelle: http://www.cantamaggio.de

Donnerstag, 4. Juni 2009

Star Trek

Man nehme ein Franchise, dass eigentlich tot ist, einen Haufen unbekannter Darsteller, die Vorgeschichte zur Vorgeschichte der "aktuellen" Ereignisse, viel Feuerwerk aus der FX-Kiste, einen Regisseur welcher mit allen Weltraumwassern gewaschen ist und heraus kommt etwas sehr sehr rundes. Faszinierend - oder? Wahrscheinlich hatten die Bosse der Paramount gedacht, Regisseur J. J. Abrams hatte zuviel romulanisches Eale genossen, als diese Idee durchgewunken wurde, doch es funktioniert einfach. Dabei werden die Wurzeln von Star Trek niemals verleugnet, das gesamte Universum wird nur endlich neu interpretiert. In dem Trek zu den Sternen steckt noch viel ungeahntes Potential. Auftrag an die Macher für Teil 12 wäre dann nur noch, bringt endlich Magie in diese Unternehmung, dann klappt es auch noch besser mit den Emotionen.

"So, the Enterprise is on its maiden voyage, has it? She is one really fine lady. I like to get my hands on her ample nacelles if you'll pardon the engineering parlance."
Montgomery "Scotty" Scott

Bildquelle: http://www.movieposterdb.com/

Sonntag, 31. Mai 2009

Karneval der Kulturen 2009

Die diesjährige Ausgabe des "Karnevals der Kulturen" war hauptsächlich durch die erneut gute Laune von Veranstaltern wie Publikum geprägt. Das die Veranstaltung trotz des Namens eher nicht als Völkerverständigungsbeitrag im eigentlichen Sinne, sondern als Etnospektaktel mit vielen Straßenständen gewertet werden sollte, dürfte jedem klar. Spaß hat es auf jeden Fall wieder gemacht, vielleicht eben gerade durch das gefühlten Verhältnis von 30 : 50, Nationen- gegen Spektakelwagen beim Umzug.

"Wenn dereinst Archäologen nach Spuren der heutigen Kultur suchen, so wollen wir hoffen, daß von unserer Literatur nicht nur ein Autoaufkleber geblieben ist."
unbekannt

Bildquelle: http://www.karneval-berlin.de/

Samstag, 30. Mai 2009

Gegen die Zensur im Internet

Nach etlichen Jahren Internet bekommt die Politik dann auch schon etwas mit und verfällt in blinden Aktionismus. Dieser ist gleich in mehrerlei Hinsicht wirklich gefährlich und Frau Ursula von der Leyen sollte noch einmal jemanden fragen der Ahnung von der Materie hat. Das man mittlerweile als Kritiker sofort in den verdächtigen Kreis der Kinderpornographen aufgenommen wird, sei mal ausgeblendet. Das wirkungslose Sperren von einzelnen Seiten, gleicht da eigentlich schon dem Bauzaun, den man um eine Gruppe Krimineller stellt. Die Politik wird Ihrer Verantwortung zum Schutz der Gesellschaft durch wissentliches Ausblenden von technischen Fakten einfach nicht gerecht. Abgesehen davon gibt es keine richterliche Instanz und kein Kontrollgremium, die dem BKA die Seitenauswahl bestätigen müssen. Das ist Demokratie? Ja, denn jetzt muss das Volk handeln und das können wir alle noch bis zum 16.06.2009 hier: le click.

"Die Zensur ist die schändlichere von zwei Schwestern. Die ältere heißt Inquisition. Die Zensur ist das lebendige Eingeständnis der Herrschenden, daß sie nur verdummte Sklaven treten, aber keine freien Völker regieren können."
Johann Nepomuk Nestroy, Freiheit in Krähwinkel

Bildquelle: http://lotharf.wordpress.com/

Freitag, 29. Mai 2009

Stefan Zweig - Leporella

Namensgebene Geschichte aus dieser Sammlung von Novellen, gehört sicherlich zu den populärsten Werken des österreichischen Literaten. Daneben findet sich dann auch noch "Die Schachnovelle" welche vielen durch die Verfilmung mit dem guten Curd Jürgens noch in Erinnerung sein dürfte. Mein persönlicher Favorit ist allerdings "Der Amokläufer". Derart gewaltige Emotionen in Worte zu hüllen ist wirklich eine Gabe. So unterschiedlich die Erzählungen, Ihre Hintergründe und Protagonisten auch sein mögen. Eines ist ihnen stets gemein: die Hingabe, die Suche nach Erfüllung, die Sucht nach der Liebe. Wer sich von diesem Meister der Worte einlässt wird es nimmerlich bereuen.

"Am Tage, da ich meinen Paß verlor, entdeckte ich mit achtundfünfzig Jahren, daß man mit seiner Heimat mehr verliert als einen Fleck umgrenzter Erde."
Stefan Zweig - Die Welt von gestern: Erinnerungen eines Europäers.

Bildquelle: Rick Deckard

Samstag, 23. Mai 2009

Poetry Slam

In meinem erklärten Lieblingsstadtteil Kreuzberg, genauer an der Schule für Erwachsenenweiterbildung fand der erste Poetry Slam mit LAUTSPRECHER-Einsatz statt. Zehn Künstler lieferten sich einen Wettstreit der Worte und meines Erachtens gab es neben dem Publikum einfach Mehrfach-Gewinner.
Nachdenkliches wurde da kredenzt, zumeist mit viel viel bösem Humor und ab und an mischten sich noch ein paar sanfte Töne zwischen mancherlei Abrechnung. Die Menükarte war so breit gefächert, dass fast alle Lebensbereiche bedient wurden und nach dem best-of-five Finale das Auditorium gesättigt war von so viel kreativer Kraft.

"Dein Text,
dein Publikum,
deine 5 min,
dein Lautsprecher!"
Slogan des Lautsprecher Slams

Bildquelle: http://lautsprecherslam.de/

Donnerstag, 21. Mai 2009

Illuminati

Machen wir es kurz. Der Star war das Kino! Die Astor Film Lounge am Kurfürstendamm gehört mit zu den geschmeidigsten Kinos, in denen ich bislang abgetaucht bin. Darum wird es hier zu passender Stelle auch noch mal einen Sonderbeitrag geben. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf das nächste mal wenn es heißt: "Garderobe bitte hier, hatten Sie schon Ihren Begrüßungsdrink?"
Der eigentliche Film schrammte auch mit ein paar Tagen Reflektion gerade noch am Verriss vorbei. Ron Howard drehte, was Ron Howard am besten kann, einen Ron Howard Film. Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Der Streifen gewinnt leider nie an Fahrt und zum Grübeln war leider nur die Syncro durch den Guten Arne Elsholtz. Es hörte sich fast so an, als hätte er die Zähne mit der zähen Geschichte verklebt bekommen. Großes Potential mit schmächlicher Umsetzung!

"Wer also allgemeine Freyheit einführen will, der verbreite allgemeine Aufklärung: aber Aufklärung heißt nicht Wort- sondern Sachkenntniß, ist nicht Kenntniß von abstracten, speculativen, theoretischen Kenntnissen, die den Geist aufblasen, aber das Herz um nichts bessern."
Adam Weishaupt:Rede an die neu aufzunehmenden Illuminatos dirigentes. 1782.

Bildquelle: http://www.illuminaten.org/

Sonntag, 17. Mai 2009

George Baker - Little Green Bag


Die Musik zum Wochenausklang.
Warum kommt wohl das folgende Zitat? ...

"I'm very sorry the government taxes their tips, that's fucked up. That ain't my fault. It would seem to me that waitresses are one of the many groups the government fucks in the ass on a regular basis. Look, if you show me a piece of paper that says the government shouldn't do that, I'll sign it, put it to a vote, I'll vote for it, but what I won't do is play ball. And this non-college bullshit you're givin' me, I got two words for that: learn to fuckin' type, 'cause if you're expecting me to help out with the rent you're in for a big fuckin' surprise."
Mr. Pink

Samstag, 16. Mai 2009

Hannes Kilian Ausstellung

Im meinem geliebten Martin-Gropus-Bau gibt es derzeit eine Ausstellung zum Werk des Fotografen Hannes Kilian (1909 - 1999) zu bestaunen. Auf leichte Art führt der Rundgang durch die einzelnen Stationen von Kilians Schaffen. Beginnend mit seiner Drangperiode nach seinem Abschluss, bis in die späten Jahre seines Wirkens, in denen er versuchte, das Medium aus seiner gegebenen Starrheit zu entreißen. Kilian war vor allem für seine nicht glorifizierende Trümmerfotografie, sowie seine Balletaufnahmen bekannt. Auch wenn sich die Räumlichkeiten arg begrenzt zeigen, unbedingt empfehlenswert. Ebenso sollte der geneigte Besucher, einen Abstecher in die Liselotte Greschebina (Billigheimer) Ausstellung wagen.

"Ich habe das Licht bezwungen, ich habe es fest in der Hand, weil es in der Welt zu viel Dunkelheit gibt."
Josef Maximilian Petzval - Pionier des Objektivbaus

Bildquelle: http://www.berlinerfestspiele.de

Freitag, 15. Mai 2009

Spione

Gleich ein zweites mal in die Stummfilmreihe im Babylon abgetaucht - mehr durch Zufall als Berechnung. Verwunderlich am Agententreiben um geheime Abkommen, zwischen Großmächten und einem wahnsinnigen Bösewicht war, dass es auch heute noch fasziniert. Ja gut, heute werden Actionsequenzen rasanter geschnitten und die übertriebene Mimik der Schaspieler lädt mehr zum schmunzeln als fiebern ein, doch funktioniert ein moderner James Band vom inneren Skelett her gleich. Regisseur Fritz Lang meinte übrigens selbst über sein Werk, dass es ein kleiner Film sei (800.000 Reichsmark gegen ein Budget vom vorhergehenden Film "Metropolis" mit 5 Millionen Reichsmark) - dem kann hier nur vehement wiedersprochen werden. Auch wenn die Gesamtspieldauer von über 2 1/2 Stunden durch die damalige Inszenierungsart arg dehnend ist, sollte man mal einen Blick riskieren. Gerade noch so das "Kunst-Label"...

"Ich frage mich, welche Art von Filmen ich heute machen würde, wenn ich könnte ... So wie die Welt ist, denke ich, dass sie sehr kritisch wären - sehr aggressiv."
Fritz Lang im letzten Lebensjahr

Bildquelle: http://en.wikipedia.org/

Donnerstag, 14. Mai 2009

Obama hält Zeugnisse des Verbrechens zurück

Lassen wir das mal kurz Revue passieren. Im Namen der Freiheit und Gerechtigkeit werden brutalste Folter- und Verhörmethoden (welche übrigens jedem wissenschaftlichen Erkenntnisstand widersprechen) eingesetzt. Diese Verbrechen kommen schließlich ans Licht und die Veröffentlichung der entsprechenden Belegbilder wird von einem ordentlichen Gericht der Vereinigten Staaten angeordnet. Präsident Barack Obama hält diese nun aber wissentlich zurück. Zeigt eigentlich nur, dass dieser Präsident sich der Demokraten zugehörig zeigt, in seinem Denken ist er aber ein Republikaner. Was dieser dann auch gleich noch mal damit unterstreicht, dass er die Folterer nicht bestrafen wird.

Die Bilder zu zeigen würde "anti- amerikanische Gefühle weiter schüren und unsere Truppen in größere Gefahr bringen".
Zitat aus der "Zeit" von US-Präsident Barack Obama
wahrscheinlich würde er damit wohl auch richtig liegen

Bildquelle: http://www.zeit.de

Dienstag, 12. Mai 2009

Schmittz

In letzter Zeit scheint mich die Torstrasse auf gar magische Weise anzuziehen. Das erste mal im Schmittz war dann natürlich auch noch dem 2 mal 11 Spiel gewidmet - der Ball übrigens wie immer ganz in Leder. Beim erneuten Aufeinandertreffen von Hamburger SV und Werder Bremen, hatten die Grünen wieder einmal das glücklichere Ende für sich. Die Stimmung im Schmittz war fabulös und annimierte mich zum erneuten reinschneien.

"Wir haben zumindest die Zweikämpfe nicht verloren. Aber nur, weil wir nicht in sie hineingekommen sind."
Thomas Schaaf

Bildquelle: http://www.qype.com

Montag, 11. Mai 2009

Thomas Mann - Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

Gut - im Grunde genommen braucht ein solches Werk hier keiner kritischen Betrachtung zu unterziehen, wenn es wie das vorliegende Exemplar über jeden Zweifel erhaben ist. Dennoch muss und wird es als Stein im Gebäude dieses blogs und seines eigentlichen Zieles seinen Platz einnehmen. Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull prägten nicht nur das Leben von Mann selbst (er begann 1911 und schloss erst 1954) sondern auch das unzähliger Schülerschaftsgenerationen. Dabei wird diesem Stück Belletristikgeschichte eine solche Plünderung trotzdem nicht schadhaft sein. Geschichte, Protagonisten und vor allem sprachlicher Stil sind wie ein ziehender Ozean, aus dem man sich als geneigter Leser, nimmermehr befreien kannt.

"Indem ich die Feder ergreife , um in völliger Muße und Zurückgezogenheit - gesund übrigens, wenn auch ..."
der Beginn der Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

Bildquelle: http://www.reclam.de/

Sonntag, 10. Mai 2009

Jackson Five - Blame it on the Boogie


In letzter Zeit ja mal wieder in die bunte Werbewelt zurückgekehrt (allerdings die Jay-Kid Version, wenn ich richtig zugehört habe) - ist aber trotzdem gut ... - so, hier mal eine die schon ein Vierteljahrhundert mehr auf der Scheibe hat.
Und ja, ich weiß, dass die Musik zum Sonntag jeden Sonntag erscheinen sollte.

"Don't blame it on sunshine
Don't blame it on moonlight
Don't blame it on good times
Blame it on the boogie"
Blame it on the Boogie

Dienstag, 5. Mai 2009

Kaffee Burger

In der Torstrasse befindet sich das Kaffee Burger, temporär auch als die Russendisko bekannt. Zum Geburtstagsumtrunk unter der Woche, ging es dort dann allerdings doch ruhiger zu als erwartet. Trotzdem: Sinniges Ambiente in verbindung mit einer funky-Musikauswahl, stimmten mich schon auf den nächsten Besuch ein.

"Je globaler die Welt, desto wertvoller erscheinen die kleinen Abweichungen, die uns voneinander unterscheiden. Jeder braucht heute eine eigene kulturelle Tradition, um sich gegen die totale Kultur zu behaupten."
Wladimir Kaminer

Bildquelle: http://www.kaffeeburger.de

Montag, 4. Mai 2009

Nachschlag zum ersten Mai

Der diesjährige Arbeiter- und Kampftag war ruhig geradezu brüderlich. Damit meine ich keine überbordende und sinnlosen Gewaltzüge durch diverse Städte, sondern die allgemeine Anteilslosigkeit weiter Teile der Bevölkerung. Oder ist das schon die schleichende Agonie, die hier um sich greift? Scheinbar sind alle bereit auch diejenigen weitermachen zu lassen, die nicht nur für das System, sondern auch für sein Scheitern verantwortlich sind. Ferner noch, die das Scheitern des Systems in Kauf genommen und vielerorts auch noch zu verantworten haben, durch passives Verharren oder aktives partizipieren am globalen Rausch. Da bleibt an dieser Stelle denn nur noch Platz für Sarkasmus.

Die Pleite droht, trotz Produktivität.
Der Motor stottert. Opel frißt der Rost.
Man ruft nach Keynes. Der Einfall kommt zu spät.
Der Staat besitzt längst weder Bahn noch Post.

Sie wissen nicht, was Wert ist und was Preis.
Ihr Bild von ihrer Lage ist verkehrt.
Sie hoffen bang und glauben jeden Scheiß.
Sie wissen nicht, was Preis ist und was Wert.

Macht zum Investment-Trust die Republik!
Stützt doch mit Steuern jedes Wertpapier!
Baut Hospitäler, rüstet für den Krieg!
So fordern Dumme. Wer bezahlt es? Wir.

Das Konjunkturpaket ist innen hohl.
Auf Ohnmacht hat der Staat ein Monopol.

Diethmar Dath

Bildquelle: www.arbeiterbund-fuer-den-wiederaufbau-der-kpd.de

Sonntag, 3. Mai 2009

Ampelmann

Wieder erwarten bekommt der geneigte Leser keine meine rpolitischen Ansichten geliefert, den Nachklapp zum ersten Mai könnt Ihr aber noch erwarten, es geht heute einfach um den Ampelmann am Ausschank.
Direkt an den Hackeschen Höfen, aber noch viel wichtiger, direkt an der Spree, befindet sich das Ampelmann Berlin.
Bei relativ kühlen Getränken, jups feine Kritik ist erlaubt, kann man sich an geeigneter Stelle den Sonnenstrahlen hingeben und den vorbeifahrenden Schiffen zusehen. Den vorbeirauschenden Zügen, kann man dabei übrigens ganz lässig zuhören, auch wenn man nicht will. Insgesamt empfehlenswert und wartet auf den nächsten Besuch.

"Halt mein Junge, halte an, ruft der rote Ampelmann."
aus den Ampelmännerfilmen

Bildquelle: www.blauweissberolina.de

Samstag, 2. Mai 2009

Ali Baba

Falafel, Döner, Dürüm, Kaffe, Pizza - aber vor allem gibt es im Ali Baba den gleichnamigen Ali Baba Teller. Jener ist eine dermaßen männlicher Herausforderung, dass man nur noch blinzeln kann, wenn man glaubt sich durch alle Köstlichkeiten probiert zu haben. Zu finden ist der cronisch überbesetzte Laden gegenüber vom Lichtblick in der Kastanienallee.

"Die Hindus der Wüste geloben, keine Fische zu essen."
Johann Wolfgang von Goethe

Bildquelle: www.total-berlin.de

Freitag, 1. Mai 2009

My Fest

Am ersten Tag, dem Arbeiter- und Kampftag, stand für uns das Volksfest "My Fest" im Mittelpunkt der Betrachtung und in der Mitte von Kreuzbergs Oranienstrasse. Vom Kotti ging es vorbei an allerlei wohlrichenden Straßenständen und jeder Menge Jugendlicher, die verschiedenste Arten von Gerstentrunk der Menge reichten. Die Frage nach Ausschanklizenzen, habe ich an dieser Stelle zurückgestellt. In der Sonne durch absolute Relaxion Flagge zeigen, hat einfach mal gereicht.

"Eure Ordnung ist auf Sand gebaut. Die Revolution wird sich morgen schon rasselnd wieder in die Höh' richten und zu eurem Schrecken mit Posaunenklang verkünden: Ich war, ich bin, ich werde sein!"
Rosa Luxemburg

Bildquelle: www.flickr.com

Mittwoch, 29. April 2009

Crank 2

So debil sich der Untertitel anhört, so dermaßen hanebüchend gestaltet sich das Drehbuch für dieses Sequel. Eine Aneinanderreihung von gelungenen Actionszenen, wiederspenstigen Kameraeinstellungen, derben Witz- und Sprachgebrauch, Gast- und Cameo-Auftritten (u.a. David Carradine und Jenna Haze) gehexelt , gerührt und mehrfach zur Explosion gebracht garnieren das erste Sequel von Chev Chelios Rückkehr aus dem Reich der Toten. Wenn man das ganze als großen Spaß betrachtet, wird man eben auch diesen dabei haben, wer allerdings eine erneute Erfindung erhoffte, wird gnadenlos enttäuscht. Denn Crank 2 rührt das Erfolgsrezept einfach gekonnt weiter und vll. muss eine Fortsetzung auch nicht umbedingt eine Neudefinition sein, sondern einfach nur Spaß machen und vll. muß nicht jeder Spaß tiefschürfend analysiert werden?

"F*** off Chev Chelios!"
So ziemlich jeder, schleudert das dem guten Jason Statham an den Kopf.

Bildquelle: www.filmposter-archiv.de/

Dienstag, 28. April 2009

Das Eskimobaby

Wiiliam Shakespeare soll in seinen famosen Formulierungen auf bis zu 15.000 funterschiedliche Wörter zurückgegriffen haben. Fällt die Sprache als Ausdrucksmittel weg, ist es an der Mimik, dies zu kompensieren. Asta Nielsen soll über einen ebenso umfassenden Fundus an visullen Ausdrucksmitteln verfügen. Ganz bestätigen konnte ich das nicht (habe natürlich mitgezählt). Insgesamt schwankte die Komödie zwischen Heiterkeit und Trivialität vor sich hin. Unglaublich stimmungsvoll war die live Begleitung durch Graf von Bothmer am Klavier.

"Asta Nielsen means the power to speak of pathos, to see pain, and to find the middle path between Baudelaire's flower of evil and the sick rose of which Blake sang."
M. S. Fonseca

Bildquelle: flickr.com

Sonntag, 19. April 2009

Hertha Berlin vs. Werder Bremen

Nachdem der Norden zunächst durch den guten Mertesacker (entwickelt sich in letzter Zeit ja eher im Angriff), in Führung gegangen war, konnte die alte Dame in der zweiten Halbzeit durch Tore von Simunic und Rafael das Spiel sogar noch wenden. Auch wenn das Spiel zeitweilig ein wenig dahinplätscherte, war vor der Traumkulisse, im fast ausverkauften Olympiastadion die Stimmung gut und die Sonne heiß. Wenn demnächst auch noch der Rasen glühen würde, wäre es grandios ... - aber wo gibt es das schon?

"Der Glaube ist wieder da."
Ersatzkapitän Josip Simuic

Bildquelle: http://www.herthabsc.de

Dienstag, 14. April 2009

Theseus

Ja, ja schon klar - es ist Händeljahr. Der 250te Todestag von Georg Friedrich Händel war dann aber doch nicht Anlass für den Besuch der Komischen Oper.
Die Geschichte um Theseus und mehrerlei Ränkespiele wurde dabei exzessiv in Szene gesetzt. Erinnern einzelne Passagen an das Brechttheater, wird insbesondere im zweiten Akt mit Video, Regen, Rauch und Lichteffekten fast zu viel Umgebungsatmosphäre auf den geneigten Zuschauer losgelassen.
Fünf Akte und drei 1/2 Stunden später, war mein Kulturbedarf wieder auf ein zufriedenstellendes Niveau gebracht. Insgesamt: gut ansehbar.

"Denn es genügt ja nicht zu sein und gewesen zu sein: man muß ein Vermächtnis hinterlassen, damit man nicht mit sich selber aufhört."
Theseus

Bildquelle: http://www.komische-oper-berlin.de

Montag, 13. April 2009

Alan Moore / David Lloyd - V wie Vendetta

Nachdem ich zunächst nur die Verfilmung kannte, war das Thema "V wie Vendetta" für mich eigentlich durch. Stellenweise arg zäh und leicht unzusammenhängend, offenbarte es den Charme von unfertigem Einheitsbrei. Das dies aber nicht auf die ursprüngliche Comicversion zutrifft, ist ein wahres Glück. Ein fiktives, faschistoides England im Jahr 1997 wird von einem vermeintlichen Terroristen mit dem Auftreten eines Guy Fawkes, aus seinem Schlaf gerüttelt und zurück in die Freiheit des Individuums gestürtzt. Das ganze Werk agiert in seinem Vorranschreiten vollkommen kompromislos und offenbart dem Leser eine stimmige in sich geschlossene Welt und Charaktere.

"Und das Glück dem scheusslichen Gemetzel lächelnd schien des Rebellen Hure."
V


Bildquelle: graphicworlds

Sonntag, 12. April 2009

Otto Bonhoff / Herbert Schauer - Das Geheimnis der Masken

Der MfS Agent Achim Detjen aka Werner Bredebusch gerät in Lisboa zwischen die Fronten von internationalen Waffenschiebern, NATO und die schönsten Augen der iberischen Halbinsel.
Leider schaffen es Bonhoff und Schauer die Mähr vom Aushilfsagenten dermaßen dilletantisch und stilistisch platt zu beschreiben, dass es sich eigentlich um eine unfreiwillige Humoreske handeln würde. Doch mit ihrer unverholenem Propaganda für das SED Regime, wandern sie dann in eine politisch und humanistisch sehr fragwürdige Richtung ab.

"Ein wenig hat er, Werner Bredebusch aus Stralsund, dazu beigetragen."
Zitat aus Das Geheimnis der Masken, über den Protagonisten. Hat den Blogverfasser natürlich besonders mitgenommen!

Bildquelle: www.new-ebooks.de

Donnerstag, 9. April 2009

Laufender Mann

Klar, wer brunchen geht (s.u.) und grillen muß - bis zum Exzess (siehe erst recht, aber noch viel weiter unten), der darf nach der Winterpause auch wieder so richtig auftreten. Neben meiner Standardstrecke am Griebnitzsee, war ich nun zum ersten mal auch auf urbanem Terrain unterwegs. Dabei waren Prenzlauer und Schönhauser Allee noch besser zu besprinten, als es zuerst den Anschein hatte. Also abgesehen von ungeduldigen Radfahrern, Stöcke schwingenden Passanten, kleinen Kindern die einen mit Eis vollschmieren und Hunden, die doch nur spielen wollen. Wer es mal nachlaufen will, klickt hier: le click.

"Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft."
Emil Zátopek

Bildquelle: http://www.bryanchristiedesign.com/

Dienstag, 7. April 2009

TEMPObox

Ecke Kopernikusstrasse und Simon Dach Strasse findet man die TEMPObox. Letzten Sonntag ließen wir uns bei angenehm frühlingshaften Temperaturen dort zum Brunch nieder. Übrigens mein erster, seit fast einem halben Jahr - ich sollte umbedingt an meiner Frequenz arbeiten. Lokal und Bedienung sind freundlich gut, natürlich irgendwie. Kleiner Tip: Früh genug an die Reservierung denken!

"You'd love it, It's not quite breakfast, it's not quite lunch, but it comes with a slice of cantaloupe at the end. You don't get completely what you would at breakfast, but you get a good meal!"
Jacques Antwort auf die Frage von Marge Simpson, "What's Brunch?"

Bildquelle: http://tempo-box.de/

Montag, 6. April 2009

Religulous

Religulous ist eine sanft, böse Dokuabrechnung mit allen Religonsfanatikern und Nutzniesern des Glaubens selbst. Initiiert wurde dieses, wohl leider viel zu unbekannte Werk von Bill Maher, der den meisten denn, wenn überhaupt über seine Stand-Up-Comedian Vergangenheit in den 1980ern in Erinnerung sein dürfte. Maher versteht es dabei trefflich all denen einen Spiegel vorzuhalten, die die Macht des Glaubens zur Korruption des Menschen missbrauchen. Manchmal kommt er dabei etwas hemdsärmlig daher, manchmal etwas zu gewollt und manchmal ist er einfach unterhaltsam gut. Seine respektlose Interviewführung steht dabei leider auch etwas im Gegensatz, zu den "gefestigten" Interviewpartnern. Bis auf das zu tumultartige und zu schnittlastige Ende ist der Film auf jeden Fall den ersten und zweiten Blick wert.

"Religion is dangerous because it allows human beings who don't have all the answers to think that they do."
Bill Maher in Religulous

Bildquelle: guttersnipemedia

Sonntag, 5. April 2009

Doppeltes Angrillen

Nachdem ich dem Zeitplan nun schon um gute drei Monate hinterherhinkte (man schaue ein Jahr zurück) ergab sich an diesem Wochenende durch Zufall der doppelte Feuerspaß. Was als Umzug begann, fand sein Ende an der Flamme und was eine schnelle Heimfahrt werden sollte, fand sein Finale im Mauerpark. Nächsten Dienstag geht es auf der Dachterasse weiter. Womit Euch neuerliche Berichte über meine Grillumtriebe erspart bleiben. Bestätigt sich mal wieder die Ansicht, dass sich Feuer schneller ausbreitet als man denkt. Wenn Ihr mir diese Wortspielerei verziehen habt, seid entlassen mit den Worten:

"Ohne Könige kann man auskommen, aber essen muß der Mensch."
Honoré de Balzac

Bildquelle: http://www.testriffic.com

Samstag, 4. April 2009

Watchmen

Die umwerfende Vorlage von Alan Moore und Dave Gibbons ist nicht nur auf der Liste "Time Magazine's 100 Best Novels" gelandet, sondern räumte auch gleich noch den Hugo Award ab. Nachdem ich nun die letzten vier Wochen seelenruhig ins Land gehen ließ, mußte die Verfilmung bei einem Spontanbesuch im Colusseum blitzartig einwirken. Und sie rollte über mich wie ein wogendes, ja peitschendes Gewitter. Klar, technisch ohne Zweifel kam sie daher, aber wie sah es mit den inneren Werten aus? Wunderbar! Die Geschichte war sehr nahe an der Literaturvorlage, aber was noch viel wichtiger war, die Charaktere waren voll Leben erfüllt. Feinste Psychogramme gaben sich mit bildgetreuen Szenen einem ständigen Wechsel hin. Umbedingt empfehlenswert.

Man goes to doctor. Says he's depressed. Says life seems harsh and cruel. Says he feels all alone in a threatening world where what lies ahead is vague and uncertain. Doctor says "Treatment is simple. Great clown Pagliacci is in town tonight. Go and see him. That should pick you up." Man bursts into tears. Says "But, doctor...I am Pagliacci."
Walter Kovacs/Rorschach

Bildquelle: http://www.iwatchstuff.com

Freitag, 3. April 2009

Terry Pratchett - Echt zauberhaft

Beim umräumen (jaja, dazu werdet Ihr auch bald etwas lesen) fiel mir dieses ungelesene Fantasyexemplar in die Hände. Eigentlich hatte ich mit den Spaßbüchern von Vielschreiber Terry Pratchett schon vor einer ganzen Zeit abgeschlossen, - doch alte Leidenschaften kann man nicht ungelesen wegstellen. Im achten Roman der Scheibenweltreihe werden Asiatische Fabeln, ebenso wie westliche (z.B. Conan) durch den Kakao gezogen. Die Figuren sind meist unterhaltener Natur, vor allem wenn sich bekannte Gesichter (Rincwind und True) darunter mischen. Insgesamt stellte sich ein ums andere mal ein Schmunzeln ein, aber wirklich komisch wurde es kaum. Ich weiß jetzt wieder, warum ich die Scheibenwelt seit Jahren nicht mehr besucht habe.

"Der Kaiser hält nichts von Dingen, die er >komischer ausländischer Kram mit Augen drin und so<.
Herr Zervelatwurst in "Echt Zauberhaft" über die Ernährungsgewohnheiten, des "Kaisers"

Bildquelle: http://menger.info/

Donnerstag, 2. April 2009

WebVideoNet

Zwei Freunde von mir sind schon seit einiger Zeit auf dem Gebiet der Videojournalismus umtriebig. Nun haben sie Ihre Kompetenz in einer Webpräsenz veröffentlicht, auf die ich an dieser Stelle verweisen will. Unter: http://www.webvideo-net.de/ sind die Angebote zu erreichen. Umgesetzt wurde übrigens mit WordPress (hoffentlich bekomme ich die Portierung meines blogs irgendwann noch mal hin).

"The Internet is full. Go away."
unbekannter Autor

Bildquelle: WebVideoNet

Mittwoch, 1. April 2009

facebook

Als Informatiker hat man schon so manches Portal und so manches Netzwerk erkundet. Eigentlich, bin ich für meine Person zu dem Schluß gekommen, dass dann auch mal einfach hier Schluß ist mit neuen Portalen und Netzwerken. Nun wurde ich ganz sanft dazu überredet, "facebook" doch mal eine Chance zu geben. Mal davon abgesehen, dass ich noch immer nicht alle Funktionen durchschaue, verstehe oder gar ausprobiert habe, ist das Probierte jedenfalls schon ganz lecker. Denn die Spielereien sind einfach mal sexy. Empfehlung und selber mal anschauen.

"Tim Taylor"
meine erster Facebook - Tätigkeitseintrag ...

Bildquelle: University of California

Freitag, 27. März 2009

Clavigo

Das Maxim Gorki Theater lud zu Clavigo und wir nahmen an. Die Geschichte des fulminant auf allen Gebieten auftrumpfenden Clavigo, der sich nicht zwischen "Freiheit" und Liebe entscheiden kann, ist ein zeitloses Plädoyee über die Unvernunft der Entscheidungsunwilligkeit. Grandios an dem Stoff, zu dessen Schaffung sich Goethe übrigens durch eine Wette hinreißen ließ, ist das sich der Schwerpunkt der Handlungsunfähigkeit des Protagonisten nicht aus sozialen und gesellschaftlichen Gefügen, sondern eben allein aus der "strategischen" Überlegung des Protagonisten ableitet. Das anschließende Gespräch mit dem Dramatiker des Maxim Gorki Theaters, war der perfekte Diskussionsrahmen, um Einblick in die gestalterischen Entscheidungswege zu finden. Wunderbar! Wer es nochmal ganz und ohne Interpretation durch Dritte lesen möchte, darf sich hier austoben: le click

"Ich hab ihre Hand! Ihre kalte Totenhand! Du bist die Meinige – Und noch diesen Bräutigamskuß. Ah!" Clavigo
Bildquelle: Maxim Gorki Theater

Mittwoch, 25. März 2009

Franz Ferdinand in der Columbia Halle

Nachdem sich unser Held erst noch ein paar Richtungshinweise einholen musste *ja ich liebe es Bus zu fahren*, ward er doch noch pünktlich zur Vorband in der Columbia Halle. Als Franz Ferdinand dann in die Seiten griffen, war ich ergriffen. Die Zugabe war bezeichnend. Numerisch nur eine gezählt, war man(n) danach aber auch endgültig erledigt.



“What is the good of your speeches? I come to Sarajevo on a visit, and I get bombs thrown at me. It is outrageous.”

Archduke Franz Ferdinand

Dienstag, 24. März 2009

Carlos Rasch - Magma am Himmel

Ja gut - , wenn man sich einmal entschieden hat, eine umfassende Sammlung utopischer Literatur zu starten, muss man auch mit Ausrutschern rechnen. Das mir jetzt aber so viele in Folge unter die Finger gekommen sind, sollte mir ein Signal sein. Dabei ist Rasch's Roman kein totaler Untergang aber eben doch ein grauer Meteor und keine Supernova! Gute Einfälle für die Skizzierung einer zukünftigen Gesellschaft, werden vom Autor allzu leichtfertig mit vollkommen uninspirierten Formulierungen und laschen Charakteren aus der Hand gegeben. Die eigentliche Weltenrettungsgeschichte - ein Bruch in der atlantischen Kruste, Zeitreisen und Außerirdische in einem Buch(!) - wirkt in ihrer Darbietung absolut naiv. Wenigstens kam ob einiger Handlungsorte (siehe Zitat) ab und an ein Schmunzeln über des Rezensentens Gesicht.

"Die Sicht war viel zu schlecht, um in der Ferne die Hochhäuser von Greifswald oder die große Brücke von Stralsund nach Rügen zu sehen."
Auszug Magma am Himmel

Bildquelle: Open Libarary

Donnerstag, 19. März 2009

Restauration 1900

Direkt am Kollwitzplatz, Prenzlauer Berg, befindet sich das Restauration 1900. "Gediegene Old-School" waren die Worte, die mir anlässlich eines Abendessens zunächst in den Sinn kamen. Sehr feine Einrichtung, in Kombination mit guter Bedienung. Die Karte selbst ist aber der eigentliche Star. Bei mir fiel die Wahl schließlich auf das Berliner Schnitzel (auch als falsche Kotellets bekannt). Die Portion war extrem vornehm, was umso schmerzlicher war, da sie sich als feiner Genuß enthüllte. Wer schon mal Hunger aufbauen möchte, klickt hier: le click.

"Elend wird vergessen, gibt's nur was zu essen."
Miguel de Cervantes

Bildquelle: Restauration-1900.de

Freitag, 13. März 2009

Wrocław

Die Sonne schien und ich weilte seit über zwei Jahren mal wieder in Wrocław, was mir am Anfang aber gar nicht bewußt war. Erst auf dem Marktplatz bemerkte ich die offensichtlichen Übereinstimmungen, mit meinen sehr verblassten Erinnerungen. Die Sonne schien und zwischen Altstadtflair und Plattenbauten machte sich bei mir ein sehr wohliges Gefühl breit. Polnische Spezialitäten und frühlingshafte Atmosphäre versüßten den Besuch in der Oderstadt. Es war tatsächlich ein Genuß.

"Die Furcht hat große Augen."
polnisches Sprichwort

Bildquelle: http://en.wikipedia.org/

Donnerstag, 12. März 2009

Leipzig

Nach langer, langer, ja wirklich sehr langer Zeit, war ich mal wieder in Leipzig zugegen. Eigentlich in terminlicher Natur, wollte ich trotzdem noch schnell einen Blick zur Buchmesse werfen, die ich vor noch viel längerer Zeit das letzte mal besuchte. Doch erstens kam es anderes und zweitens als ich dachte. Die Bremskraft meines Golfes rutschte bis zum Bodenblech und mein Fuß gleich hinterher. Rettung für den Bremssattel, gab es nur in der Werkstatt, die dieses Teil natürlich nicht vorrätig hatte. So verbrachte ich viel Zeit mit warten und senieren übers Leben.

"Mein Leipzig lob ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute."
Johann Wolfgang von Goethe

Bildquelle: http://media-cdn.tripadvisor.com

Dienstag, 10. März 2009

Gran Torino

Bei Clint Eastwood scheint es wie mit dem Gran Torino selbst zu sein. Als er rauskam, unverwechselbar und manchmal unbeherrscht kraftvoll. Mittlerweile ein Klassiker.
Nach dem Trailer wußte ich wirklich nicht, was man von dem Film halten sollte. Im Kinosaal ist es eine wunderbar gelungene Kombination aus Drama, bitterbösem Humor und eine Homage an alle Rollen des mehrfachen Oscargewinners. Dabei spielt Eastwood mit einer solchen Leichtigkeit eine weitere Rolle seines Lebens, als hätte er mit ihr schon die Goldhochzeit gefeiert. Wo der Schauspieler bereits glänzt, versteht es der Regisseur Eastwood manchesmal sogar noch eine Steigerung zu erzielen. Großartiges Kino und großartige Schauspielkunst in Einem.

"Ever notice how you come across somebody once in a while you shouldn't have fucked with? That's me."
Clint Eastwood als Walt Kowalski in Gran Torino

Bildquelle: http://sify.com/

Montag, 9. März 2009

Burma

Politische Stellungnahmen können auch unterhalten.
Das Thema Burma hat sich ja mittlerweile wieder aus der Medienlandschaft entfernt. Geändert hat sich noch immer nichts. Dank an A.G. für den Link.

"Nicht Macht korrumpiert die Menschen, sondern Furcht."
Aung San Suu Kyi

Sonntag, 8. März 2009

CeBIT 2009

Nun eigentlich war ich ja vom 02. bis 08. März in Hannover vor Ort und bin die ersten Tage nur am Abend aus der Halle raus gekommen. Im Grunde war das mal eine Erfahrung, die aber nicht unbedingt nach Wiederholung schreit. Viel, viel Schein, der sich fast ausschließlich um die Generierung von Presseberichten dreht. Richtige highlights konnte ich für mich nicht entdecken. Für Hersteller und Reseller noch einigermaßen von Interesse, konnte ich nicht verstehen was die ganz kiddies auf diese Fachmesse führte, denn für Endverbraucher war es ähnlich interessant, wie das Studiums eines Schaltplan einer Spielekonsole. Zum Glück gab es ja noch Messeabende!

"Ich freue mich riesig, mal wieder bei Euch in Deutschland zu sein."
Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger

Bildquelle: http://www.cebit.de/

Freitag, 6. März 2009

The Glamrock Brothers oder Tobit Software


So gewöhnungsbedürftig ein Messetag (CeBIT 2009) ist, so schön kann ein Messeabend sein. Die Brüder mit den feurigsten Spraydoseneinlagen und den schlechtesten Übergängen der Clubgeschichte, verstanden es jeden Abend den Ausstellern richtig einzuheizen.

"I like it Tobit Tobit, I like it - Tobit!"
The Glamrock Brothers

Freitag, 27. Februar 2009

KIRK

Das Berlin Kreuzberg eine gute Adresse für die Nacht ist, braucht hier wohl nicht weiter diskutiert werden. In der Skalitzer Strasse befindet sich von außer sehr unscheinbar das KIRK.
Neben dem ungewöhnlichsten Bild vom King of Rock, stachen vor allem die passende Musik und das nette Kaminzimmer hervor.

"Erfolg und Glück sind auf der Seite der Narren"
William Shatner als James Tiberius Kirk
Das Zitat war jetzt zugegebenermaßen eine Versuchung. Aber was ist noch schöner als die Versuchung? Der Versuchung nachzugeben!

Bildquelle: Berlin unlike

Mittwoch, 25. Februar 2009

Robert Lewis Stevenson - Das Flaschenteufelchen

Keawe von Hawaii bekommt die Büchse der Pandorra in Gestalt des Flaschenteufelchens in die Hand und stürzt sich auch sofort in deren Gebrauch. Er erfüllt Dir jeden Wunsch, doch dafür wird Deine Seele nach Deinem Tod von ewiger Verdammnis heimgesucht. Es sei denn, Du findest zuvor einen Käufer, für einen gerineren Preis als Du ihn entrichtet hast. Als Keawe ein zweites mal die Flasche in seinen Besitz bringt, bezahlt er nur noch einen Cent ...

"Zu wissen, was Du willst, anstatt devot zu allem "Ja" und "Amen" zu sagen, von dem Dir die Welt vorschreibt, daß Du es wollen sollst,
bedeutet, dass Du Deine Seele lebendig gehalten hast."
Robert Louis Stevenson

Bildquelle: heisetreff

Dienstag, 24. Februar 2009

Simin Tander Band im b-flat

Das b-flat in der Rosenthaler Straße stand ja schon längere Zeit auf meinem Plan, nun wurde es endlich etwas. Simin Tander Band waren zu hören und all jene, die nicht zugegen sein konnten, bekommen hier was auf die Ohren. Ein sehr vielfältiges Repartoure in Verbindung mit absoluter Instrumentenbeherrschung. Während die Schneeflocken fielen und die Trams vor den Fenstern ihre Bahnen zogen, kam ich zu dem Schluß: Ganz schön gut, wenn sich auch kein Rausch einstellen wollte.

"Simin Tander kann mit ihrer Stimme und ihren Songs sogar ohne Worte Geschichte erzählen, im Vertrauen darauf die Musik sprechen zu lassen mit ihrer Stimme als universelles Instrument."
jazzinitiative-berlin

Bildquelle: b-flat.de

Montag, 23. Februar 2009

Jewgeni Guljakowski - Planet der weißen Nächte

Was sich dem Leser als kruder Mix zwischen Fantasy, wissenschaftlicher Fantastik und Abenteuerroman vorstellt, entpuppt sich dann in der Tat als unausgegorene Mischung, die sich geschmacklich nicht entscheiden kann. Dabei ist der Aufhänger der Geschichte noch relativ verheißungsvoll. Nichts Geringeres als das Schicksal der Welt steht (wiedermal) auf dem Spiel. "Unheimliche" schwarze Kugeln bedrohen die Menschheit. Doch langweilige Charaktere, ein Handlungsfaden von erschreckendem Gleichmut und sprachliche Gefälligkeit lassen das Werk hoffnungslose Rezensionswerte erreichen und hoffentlich bald auf eine Kugel stoßen.

"Alles fließt dahin wie dieser, Tag und Nacht ohne Unterlaß."
Konfuzius

Bildquelle: antikbuch24.de

Sonntag, 22. Februar 2009

Baader-Meinhof-Komplex

Die Intention für die gewählte Fassung zur RAF Geschichte war es laut Edel, „ …die Geschichte der RAF nicht jemandem (zu) erzählen, der sie schon kennt, […] sondern unseren Kindern, die so gut wie nichts darüber wissen.“. Das ist gelungen, wenn auch mit leicht überzogener Brutalität. Das Terrorismus pure Gewalt ist, stet außer Frage. Doch muss man dem Publikum alles mit dem Hammer auf der Stirn servieren. Leider schafft es der Film nicht, die Motive seiner Protagonisten herauszustellen und scheitert so an einer interessanten Charakterzeichnung. Insgesamt mehr als ein Popcornereignis, aber keine Geschichtspflichtprogramm für Cineasten.

„Im gegenwärtigen Stadium der Geschichte kann niemand mehr bestreiten, dass eine bewaffnete Gruppe, so klein sie auch sein mag, bessere Aussichten hat, sich in eine grosse Volksarmee zu verwandeln, als eine Gruppe, die sich darauf beschränkt, revolutionäre Lehrsätze zu verkünden.“
Ulrike Meinhof

Bildquelle: moviemachine.de

Montag, 16. Februar 2009

Café Anna Blume

Nach ewig langer Zeit endlich mal wieder beim Brunch gewesen. Ein bisschen verspielt und ein bisschen verträumt erschließt sich dem Besucher das Cafe Anna Blume zunächst. Ein wenig zu klein sind sie geraten die Tische, doch ist das der Gemütlichkeit nur wenig abträglich. Ein warmes Ambiente breitet sich aus und lädt ein zum verweilen. Speisen, Getränke und der Service bewegen sich auf angenehmen Niveau. Die kurze Wartezeit auf die Platzierung (kein Spaß) kann mit bereitliegender aktueller Literatur überbrückt werde.

An Anna Blume
Oh Du, Geliebte meiner 27 Sinne, ich liebe Dir!
Du, Deiner, Dich Dir, ich Dir, Du mir, --- wir?
Auszug von Kurt Schwitters Märzgedicht

Bildquelle: tea-time-berlin

Samstag, 14. Februar 2009

Arkadi und Boris Strugatzki - Die zweite Invastion der Marsmenschen

Nachdem der Engländer H. G. Wells die erste Invasion der Marsmenschen schon 1901 zurückschlagen konnte, versuchten sich die Gebrüder Strugatzki an einer zweiten. Dieses Werk schlendert dabei wunderbar leichtfüßig zwischen Drama, Groteske und Satiere hin und her. Auf genaue technische Beschreibungen von Invasionsablauf, sowie der Invasoren selbst wird verzichtet und stattdessen das Augenmerk auf Gesellschaft, Moment und Altagsproblematiken gerichtet. Feine Charakterausgestaltung und dramaturgische Elemente wissen in jeder Phase regelrecht zu begeistern.

"Mars is there, waiting to be reached."
Buzz Aldrin

Bildquelle: amazon.de

Donnerstag, 12. Februar 2009

Empor Sportsbar

Ja, es haben alle Recht, die meinen, dass die Kleidung der abgebildeten Personen nicht zur Jahreszeit passen. Ich kann an dieser Stelle nur anführen, noch nicht einmal eine Chance in bei neuzeitlichen Kunstliebhabern fände. Nach diesem Exkurs zur Bar. Das Deutschland gegen Norwegen mit 0:1 untergegangen ist, darf man der Kneipe natürlich nicht anlasten. Freundliche Bedienung, nebst fairen Preisen und viel Schaufläche für den Rasen bedienen den Kunden sehr. Tipp: Unbedingt die Sanitäranlagen aufsuchen!

"Das Geheimnis des Fußballs ist ja der Ball."
Uwe Seeler

Bildquelle: kneipen-suche.com

Mittwoch, 11. Februar 2009

Greg Critser - Der National geographic Traveler Kalifornien

Ein weiterer Reiseführer aus der National Geographic Reihe gesellte sich nun durch Zufall in mein Regal. Nach einleitendem Geplänkel über Geschichte und geographische Fakten, wird dann der bevölkerungsreichste Bundesstaat nach Reisezielen separiert, einer näher gehenden Betrachtung unterzogen. Dabei weiß das Werk durchaus zu gefallen, wenn sich Kulturrundgänge mit Shoppingtips Hand in Hand ergänzen. Als besonders empfehlenswert sind die angegebenen Autorundfahrten zu erwähnen, gerne hätten es hiervon mehr sein dürfen.
Wie immer bei den den NG Guides fällt negativ auf, dass ein Großteil der verwendeten Bilder schon recht alt sind.

"California is a fine place to live—if you happen to be an orange."
Fred Allen

Bildquelle: weltbild.ch

Dienstag, 10. Februar 2009

Paul Watzlawick - Gebrauchsanweisung gür Amerika

Eine Gebrauchsanweisung kann solch ein schmales Werk nicht sein, eine Einführung in eine Gesellschaft allerdings schon. Selbst immer wieder mit dem Hinweis versehen, dass es sich bei "dem Amerikaner" um eine Verallgemeinerung handeln muss, damit ein solches Werk überhaupt Bestand haben kann, gibt das Buch einen guten Einstieg in die Denke und das Verhalten des US-Bürgers. Es finden sich neben nützlich, praktischen Tipps auch jede Menge unterhaltsamer Anekdoten. Das ideale Mittel, um den Flug verfliegen zu lassen.

"America ... a Design for the whole human race, the last and greatest of all human dreams - or nothing."
Francis Scott K. Fitzgerald

Bildquelle: buecher.de

Samstag, 31. Januar 2009

California

Der schönste Tag war sicherlich der 31. Januar. Zunächst ging es von Stanford aus auf den Highway 101 Richtung Süden, mit Kurs Monteray. Weiter auf der Interstate 1 Richtung Point Lobos State Reserve. Danach besuchten wir Julia Pfeifers Burns Sure State Park. Dabei war die Fahrt auf der Interstate 1 direkt an der Küste entlang eines der erfassensten Erlebnisse bislang. Der Pazifik zum greifen nah und das Ende aller Sorgen und Verantwortung lag einfach vor meinen Augen. Es wäre müßig weitere Einzelheiten niederzuschreiben. Manches lässt sich nur fühlen.

"There is science, logic, reason; there is thought verified by experience. And then there is California."
Edward Abbey

Bildquelle: http://www.ncga.org/

Sonntag, 25. Januar 2009

der Tag an dem die Erde stillstand

Die Neuverfilmung des Robert Wise Klassikers von 1951 besticht durch seine zahlreichen Facetten der vollkommenden Überflüssigkeit. Das der Film die erste Viertelstunde einfach nur langweilig ist, könnte man noch verzeihen, doch danach wird er richtig schlecht. Das sich zum Ende hin dann auch noch logische Fehler dazugesellen, kann wenigstens als konsequente Linie der Filmemacher bewertet werden.

"Your problem is not technology. The problem is you. You lack the will to change."
Klaatu

Bildquelle: www.allocine.de

Samstag, 24. Januar 2009

Grüne Woche

Messe Nord/ICC ausgestiegen, zugegebenermaßen - leicht hunrig. Es präsentierten sich so viele Nationen und Regionen, dass es nicht nur leicht unübersichtlich in teilweise drei Etagen, sondern vor allem sehr abwechslungsreich zuging. Von Herzhaftem bis zum süßen Dänen-Eis, war alles zu kaufen, was den Gaumen erfreute. Aber die Notwendigkeit dieser Veranstaltung hat sich mir nicht erschlossen. Fazit: Eher fraglich für das nächste Jahr.

"... die Landwirtschaft ist der erste Beruf des Menschen: der ehrenvollste, nützlichste und folglich edelste Beruf, den er nur ausüben kann."
Emile oder Über die Erziehung, 3. Buch

Bildquelle: Messe Berlin

Dienstag, 20. Januar 2009

Tagebuch eines Wahnsinnigen

"Tagebuch eines Wahnsinnigen" nach dem russischen Schriftsteller Nikolai Gogol wurde im Deutschen Theater nun wohl schon ein Jahr gegeben. Dabei muss es irgendwie schal geworden sein. Das wir uns nicht falsch verstehen, Samuel Finzi konnte hervorragend unterhalten, doch fehlte der Inszenierung selbst, der Schliff oder Biss. Wie bei einer neutralen Speise, kann man es zu sich nehmen, man muss aber eben nicht.

"Drohend und fürchterlich ist das herannahende Alter, und da ist nichts, was es euch zurück und wieder hergibt! Selbst das Grab ist barmherziger."
Nikolai Gogol

Bildquelle: Deutsches Theater

Samstag, 17. Januar 2009

Emile Zola - Das Geld

In seinem Roman "Das Geld" führt Zola die Finanzwelt und Ihre obskure "wissenschaftliche" Praxis genauso vor, wie die Verlockung des Geldes für den Menschen. Am Beispiel des Finanziers Saccard, welcher mit Gründung der Union Generale ein katholisches Bankenimperium für Frankreich dort aufbauen will, wo Napoleon mit seinen Kanonen nicht weiterkam. Im Kampf gegen die Realität und die übermächtigen Gegner im Börsenspiel verlieren am Ende alle.
Zola versteht es dabei gekonnt, wahre Geschehnisse dieser Epoche mit einem Schuß Dramatik zu einem kunstvollen Gesamtwerk zu kombinieren. Große und genüßliche Literatur.

"Sein Leben zu verteidigen, das ist gar nichts, viel schlimmer ist es, anderer Leute Geld zu verteidigen."
Saccard in "Das Geld"

Bildquelle: amazon.de

Dienstag, 13. Januar 2009

Podcast

Tragbare Bildung und das für jedermann, da von Kosten befreit. Auch wenn meine Person ab und an allergisch auf geschlossene Systeme reagiert, liegt im Moment Apple mit iTunes U, sowohl im Chick als auch Bedienung mit obenauf. Wichtig ist nur hier wie aller Orten, dass man nicht vergisst, diesen wunderbaren Content auch noch an anderer Stelle vorzuhalten.
Der Deutschlandfunk hat hierüber übrigens einen ungemein zugänglichen Beitrag veröffentlicht: leClick. Wer lieber hören mag, der bekommt hier was für die Ohren.

"Man kann Podcasts als Radio- oder Fernsehsendungen auffassen, die sich unabhängig von Sendezeiten konsumieren lassen."
deutscher wikipedia Eintrag

Bildquelle: circletv

Samstag, 10. Januar 2009

Der Schnitt

"Der Schnitt" unter der Regie von Thomas Ostermeier spiegelt eine Gesellschaft wieder, in der sich ein Regimewechsel vollzieht. Ein langsamer Gesinnungswechsel, dem auf Grund des alten Denkens kein wirklicher Freiraum zur Wandlung der herrschenden Schicht zur Verfügung steht, zeichnet sich als zu bedächtig ab.
Das Stück selber ist in drei Akte gegliedert, wobei der Erste eindeutig der Eindrucksvollste ist. Das zweite Teilstück, dass den Privatmensch vom Regimevollstrecker zeigen soll, war sogar ersparens-, aber immer noch sehenswert. Besonders gut gefallen, konnte die Inszenierungsidee des mittigen Arrangements in der Schaubühne selbst. Fazit: Trotz einiger Patzer, spannend und unterhaltsam.

"Die sind anders!"
Sohn zum Vater über das neue Regime

Bildquelle: schaubuehne.de

Dienstag, 6. Januar 2009

GOMORRHA - Reise in das Reich der Camorra

In schmerzhaft realen Bildern gelingt es den Machern, jedwede Glorifizierung des organisierten Verbrechens nicht nur zu vermeiden, sondern regelrecht vorzuführen. Da ist nichts lohnenswertes, da ist nichts ehrenhaftes, da ist nichts was man rechtfertigen kann.
Gomorrha zeigt die Schicksalswege der Kriminellen und Opfer gleichermaßen auf und versteht es dabei die einzelnen Handlungsstränge, wenn auch nicht immer inhaltlich zusammengehörend, unaufdringlich miteinander zu verbinden.

"Männer wie ich, haben dieses Scheißland nach Europa gebracht."
Francos (gespielt von Toni Servillo) Rechtfertigung

Bildquelle: Filmplatz.de

Montag, 5. Januar 2009

Douglas Adams - Lachs im Zweifel

Über Jahre hütete ich diese Sammlung der letzten Schriften von Adams in meinem Schrank - origanlverschweißt - versteht sich. Warum? Nun es war das letzte Buch des Britten, dass ich noch nicht gelesen hatte und danach ist für immer Schluß! Über Weihnachten war es nun soweit!
Das Werk versammelt auf den ersten 250 Seiten Op-Eds, Kolumnen und Vorworte von Adams, die in Ihrer Kombination aus Witz und Charme eine wundersam berauschende Wirkung haben. Eine zweiseitige Anekdote über Kekse sticht dabei nochmals heraus.
Und dann? Dann kommen sie die ersten elf Kapitel aus "Lachs im Zweifel". Geschrieben sind sie noch mit seinem zweiten Protagonisten Dirk Gently in der acting role, sollten dann aber statt zum dritten Teil der "holistischen Detektei" zum sechsten Band der "Anhalterserie" umfunktioniert werden.Erleben werden wir das nun nicht mehr. Dabei lesen sich diese viel zu wenigen Seiten wieder so herlich locker, dass man sie leider in einem Rutsch aufsaugt und entfallten dennoch eine mundene Tiefe, deren Aroma noch im Geiste hängenbleibt.

"Wenn man eine Katze auseinandernehmen will, um zu sehen, wie sie funktioniert, hat man als erstes eine nicht funktionierende Katze in den Händen."
Douglas Noël Adams in Lachs im Zweifel

Bildquelle: buecher.de

Freitag, 2. Januar 2009

Buddenbrooks

Der Jahrhundertroman im Jahresfilm. 150 Minuten darf man in der relativ werkgetreuen Adaption, im Lübeck des 19ten Jahrhunderts das Generationenschicksal der Kaufmannsfamilie mitverfolgen und sich fragen, warum das zwar gut gespielte aber leider nicht oppulent ausgestattete Werk eigentlich so pompöisiert wurde. Verdoppelt in der Qunatität, hätte man auch beruhigt einen Fernsehdreiteiler daraus machen dürfen. Herrausragend gut, haben mir allerdings das Gefühl für die Inszenierung und das Geschick der Maskenbildner gefallen. Für alle Mann-Fans sowieso Pflicht, alle anderen müssen mit kleinen Enttäuschungen rechnen.

„Mein Sohn, sey mit Lust bey den Geschäften am Tage, aber mache nur solche, daß wir bey Nacht ruhig schlafen können.“
Jeans Buddenbrook

Bildquelle: kulthit.de

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Sylvester - Kulturbrauerei Berlin

Insgesamt gallt es 16 Dancefloors mit 30 DJ’s zu belauschen. Auch wenn Veranstaltungen dieser Größenordung, doch so gar nicht meinem Naturell entsprechen, hat es mir sensationell viel Spaß bereitet. Leider war es gegebenermaßen nicht möglich, sich an allen akustisch Gobtenem zu berauschen. Insgesamt wird der Musikauswahl aber ein "gut" bescheinigt. Wiedererwarten bewegte sich die Anzahl der Besucher im tanzbaren Rahmen, soll heißen, man konnte selbst ab und an mit dem Fuß wippen.

"Wird's besser? Wird's schlimmer? fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich!"
Erich Kästner

Bildquelle: kulturbrauerei-berlin

Dienstag, 30. Dezember 2008

Philip K. Dick - Black Box

Band neun der umfassenden Kurzgeschichtensammlung durch den Haffmanns Verlag, dem Sci-Fi Fans auf ewig Dankbarkeit zeigen dürfen, bringt den Leser elf Kurzgeschichten, von wahrlich fantastischem Niveau. Eine sticht dann doch noch heraus, wie ein Pulsar im dunklen Raum. "Der Krieg mit den Fnools" vereint sämtliche Klischees der 50er Jahre, sozial wie utopische Elemente gleichermaßen und beeindruckt mit wahnwitzigem Humor gleichermaßen wie mit seiner Geschwindigkeit.
Die Kurzgeschichte "Erinnerungen en gros" diente übrigens als Vorlage für den SciFi Blockbuster "Die totale Erinnerung". Schade, dass nun nur noch ein Band bleibt...

Drug misuse is not a disease, it is a decision, like the decision to step out in front of a moving car. You would call that not a disease but an error of judgment.
Philip K. Dick

Freitag, 26. Dezember 2008

Eartha Kitt verstorben

Eine Frau, welche als Künstlerin, sowohl in der Rolle als Sängerin, Schauspielerin oder Entertainerin begeistern konnte, ist gegangen.


"We're not thought of in terms of color because we are entertainers. We are there to entertain you not because we are black, white, pink, or green or gay or straight or because we are Catholic or Protestant. "
Eartha Kitt

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Macht

Was man sich so wünscht. Vielleicht mehr Streit über die Macht? Verantwortung geht mit Macht einher. Leider ist dies vielen Verantwortungsträgern vollkommen abhanden gekommen bzw. wird zwanghaft ignoriert. Logisch verstehen kann ich, warum ein System künstlich beatmet wird, das eigentlich kurz vom Totalkollaps steht. Warum die Helfer aber ausgerechnet die sein sollen, welche das System ausnutzt ...? Logisch verständlich ist, dass diejenigen, die alles zu verlieren haben ihre Macht darauf fokussieren, ihre Macht zu erhalten. Es wäre aber trotzdem eine willkommene Abwechslung, wenn z.B. das Elterngeld erhöht würde und den Banken weniger Mittel zum Verheizen zur Verfügung gestellt würde. Es ist interessant, worüber man so beim Frühstück nachdenkt. Kaum auszumalen, alle täten das den ganzen Tag ...

Wollen mal nicht ganz so ernst sein ...
Frage: Weltmacht mit drei Buchstaben?
Antwort: ICH

„Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht."
Abraham Lincoln

Bildquelle: ilwu.org

Mittwoch, 24. Dezember 2008

Orgelkonzert Marienkirche Stralsund

Heiligabend, 22:00 Uhr, St. Marienkirche Stralsund. Es ist kalt. Nicht einfach kalt sondern diese trockene unbeschwerte Kälte, bei der man schwankt zwischen Genuss und Leid. Ich entscheide mich zunächst für Genuss. Müssig die einzelnen Stücke anzuführen. Ich erlebe sie. Es ist gut. Kälte umschließt die Szenerie und so wie der Atem sichtbar die Münder verlässt, geht auch die Wärme aus den Körpern. Es ist wunderbar. Es knistert. Dann merke ich, das ist nicht die Stimmung, - irgendjemand genießt es sein Bonbon auszupacken - bis zur Unendlichkeit und noch ein bisschen weiter. Ein Exhibitionist der Akustik denke ich mir und widme mich wieder der Stellwagen-Orgel.

"Die Natur ist so, daß die Dreieinigkeit sie nicht besser machen könnte. Es ist eine Orgel, auf der unser Herrgott spielt, und der Teufel tritt die Bälge dazu."
Johann Wolfgang von Goethe

Bildquelle: Stellwagen-Orgel

Dienstag, 16. Dezember 2008

Philip Kindred Dick Geburtstag

Auf Pirate Cat Radi (87.9 FM) 10pm-midnight PT dürft Ihr Euch heute ein zweistündiges Spezial über einen der besten SciFi Literaten aller Zeiten zu Gemüte führen. Anlass dafür ist die Wiederkehr seines Geburtstages. Hätte es Horselover Fat manchmal ruhiger nehmen sollen und heute 80 werden sollen? Dann wären unter Umständen einige der wichtigsten Romane nie entstanden. Viel wissenswertes findet sich bei der wikipedia. Wer sich für den meist erst reichlich postumen Ruhm interessiert, findet in der Harald Tribune einen, wenn auch leicht angegrauten, interessanten Artikel. Das heutige Zitat fällt naturgemäß leicht in der Wahl aber nicht leicht im Inhalt aus.

Don't try to solve serious matters in the middle of the night.
"What The Dead Men Say" von Philip Kindred Dick

Bildquelle: wikipedia.org

Montag, 15. Dezember 2008

Alexander Kröger - Sieben fielen vom Himmel

... und der Rezensent aus allen Wolken. Der Ansatz von Alexander Kröger Kritik durch den unbedarften Blick eines Außenstehenden auf die politischen Strukturen der späten 60er Jahre des letzten Jahrhunderts zu werfen ist wohl gewählt, doch verfällt der Autor dabei in eine Schwarz-Weiß-Malerei, die dieses Werk als Propagandaliteratur ersten Grades kennzeichnet. Dies geschieht dann auch noch mit der gleichen Naivität, mit der die sieben auf der Erde gestrandeten außerirdischen Kosmonauten Ihre Umgebung und sich betrachten. Teilweise gipfelt dies in ungeahnt lächerlich wirkenden Trivialitäten in Stil und Inhalt. Was zur sarkastisch-humoristischen Satire hätte werden können, ist ein Abenteuerwerk, welches letztlich traurig anmutet und eher aus Interesse an der nächsten Phrase den Leser bei der Stange hält.

"Auf Wiedersehen, ,Hoffnung`", sagte Min leise.
Alexander Kröger - Sieben fielen vom Himmel

Bildquelle: claranet.de

Sonntag, 14. Dezember 2008

Vanessa de Mata und Ben Harper - am Sonntag

Es erwartet jetzt nicht jemand, dass ich das Sonntagsvideo kommentiere - oder?


Samstag, 13. Dezember 2008

schöne neue Welt

Hab ich denn da wirklich was zu meckern, wenn Victoria Secrets doppelseitige Anzeigen schaltet? ... Sagen wir es so, wenn in der Industrie nicht der Drang existieren würde, die Wirklichkeit schöner zu gestalten, als sie denn ist, blieben der Wirklichkeit nicht nur viele Peinlichkeiten, sondern auch ernsthafte Schwierigkeiten erspart. Linksstehende und andere Unfälle mit der digitalen Bildbearbeitung, können unter http://photoshopdisasters.blogspot.com/ belacht werden.

Glenn Feron geht auf seiner Seite sogar noch einen Schritt weiter. Hier zu sehen: http://www.glennferon.com/portfolio1/index.html sind jeweils Original (welche auch schon genug Verführung besitzen) und Fälschung.
Fazit: Genau hinsehen lohnt sich in jedem Fall, aber das wusste ich ja schon immer.

"Werbung verkauf