Mittwoch, 1. Juli 2009

Tussy Lounge

Die Tussy Lounge, im wunderbaren Friedrichshain gelegen, ist einer 50er Bar der ganz besonderen Art. Wo sonst kann man sich neben dem Cocktailschlürfen gleich noch den fachkundigen Händen einer Friseuse hingeben? Eine interessante Menükarte, WLAN und eine nette Bedienung tragen ihr übriges für diese Empfehlung bei.

"Vor dem Friseur sind alle gleich."

Karl Kraus

Bildquelle: http://www.tussylounge.de/

Dienstag, 30. Juni 2009

Prometheus

Die Volksbühne Berlin bietet zur Zeit ein ganz besonderes Spektakel auf. Einer Agora nicht ganz unähnlich wirkt das Gelände am Rosa-Luxemburg-Platz. Was aussieht wie eine Baustelle einpuppt sich als temporäres Amfiteater, das durch aus seinen Atmosphäre auf den Zuschauer zu vermitteln weiß.
Die Inszenierung dieses Werkes der griechischen Mythologie konnte zwar erst nach einem lauen Intro wirklich für sich begeistern, zog dafür dann aber umso erhabenere Bahnen.

"Vergeblich flehte er um Gnade. Wind und Wolken, die Sonne und die Flüsse machte er zu Zeugen seiner Pein. Doch Zeus blieb unerbittlich. Und so sollte seine Qual viele Jahrhunderte dauern bis der Held Herakles von Mitleid erfüllt ihn erlösen würde."
aus Prometheus

Bildquelle: http://www.volksbuehne-berlin.de

Montag, 29. Juni 2009

Theodor Storm - Ein Doppelgänger

Diese Sammlungen von Novellen aus der Feder von Theodor Storm, ist ein literarisches Kleinod und Weltliteratur in einem. Mit leichter Hand gelingt es dem Autor, seinen Leser einfach in scheinbar unbedeutende Geschichten zu locken und diese mit ihrer ganzen emotionalen Wucht auf ihn herabbrechen zu lassen, so dass sich dieser vor der Kunst norddeutscher Prägung nur noch verneigen kann. Meine Lieblingsnovelle war dann auch so gleich der Schimmelreiter, in der Storm den Kampf des Menschen ums schiere sein meisterhaft zelebriert.

"Haukes zornrotes Antlitz war totenbleich geworden; der Mond, der es beschien, konnte es nicht bleicher machen; seine Arme hingen schlaf, er wußte kaum, daß er den Zügel hielt."
Der Schimmelreiter von Theodor Storm

Bildquelle: http://www.ebay.de

Freitag, 26. Juni 2009

E3 Nachschlag - Project Nathal

Mangels totaler Zeitdeckung und adäquater Hardware unterm Tisch, ist meine Pro-Zocker-Karriere ja nun schon seit einigen Jahren eingeschlafen. Beobachten kann man den Markt aber schon ein wenig. Direkt aus dem Reich des Bösen - kommt von Microsoft Project Nathal. Der "Ganzkörpercontroller" soll mittels Infrarotlampe und Zweitsensor zentimetergenau Position und Bewegung des Spielers auswerten können. Nachdem mich die Spielerrei bei der Wii zwar begeistern aber nicht überzeugen konnte, steht bei den Redmondern ein potentieller Hit ins Haus und könnte die X360 nochmals ordentlich befeuern. Peter Molyneux, Lead-Designer solcher Giganten wie dem Theme Park (Original) oder Syndicate (hier ist natürlich auch das 1993er Original gemeint), ging dann gleich soweit eine Revolution zu verkünden. Vergessen werden darf dabei aber auch nicht, das der Kopf von Lionhead in der letzten Dekade hauptsächlich Hypes produzierte.

"Einstein würde sich im Grab umdrehen: Gott würfelt nicht nur, er schummelt sogar dabei."
aus Sid Meier's Alpha Centauri

Bildquelle: http://sgolubev.com/

Donnerstag, 25. Juni 2009

Club A 18

Also wenn das Logo nicht perfekt zum "dunklen tag blog" passt, dann weiß ich auch nicht mehr weiter. Irgendwo im Studentendorf Schlachtensee gelegen befindet sich der Club A18. Leider gab es kein Lagerfeuer aber dafür Meininger Pils. Zum philosophischen Gedankenaustausch scheint auch noch immer jemand da zu sein. Einzig der 70er Jahre Architekturcharme konnte mich noch nicht so ganz für sich einnehmen. Bestimm klappts beim nächsten mal.
"SchniPoSa"
nun ratet mal - Vollwertkost natürlich - direkt von der Karte des A18
Bildquelle: http://www.cluba18.de/

Montag, 15. Juni 2009

Meierei

Die Meierei im Neuen Garten Potsdam öffnete für mich gestern das erste mal die Pforten. Hier gibt es allerlei saisonale Bierangebote, vom jungen Hellen bis zum dunkleren Geschmack darf man sich laben. Beim nächsten mal muss nun nur noch das Wetter mit auf dem Spielfeld stehen.
Da sich meine geographische Arbeitssituation nun doch noch änderte, wird dazu passen ein neuer Tag hier Einzug halten: Brandenburg. Denke mir irgendwie so, der könnte noch ganz nützlich werden.

"Nikotin und Alkohol
sind Feinde für das Menschenwohl,
doch in der Bibel steht geschrieben,
du sollst deine Feinde lieben."
Brauhaus

Bildquelle: http://www.meierei-potsdam.de/

Freitag, 12. Juni 2009

Depeche Mode im Berliner Olympiastadion

Gefühlte 70.000 Zuschauer ... - Mein Liebling kam in der zweiten Zugabe als zweiter Song und ich war einfach glücklich.

"It's just a question of time."
Depeche Mode

Dienstag, 9. Juni 2009

Hellmuth Karasek - Billy Wilder Eine Nahaufnahme

Nun ein ausgesprochener Fan bin ich nicht gerade von Hellmuth Karasek, auch wenn man Ihm viel kurzweilig unterhaltsame Literatur zu Gute halten darf. Und darum handelt es sich auch bei dieser Biographie des Regisseurs Billy Wilder. Leider reitet Karasek zusehr auf Wilders drei bekanntesten Filmen, durch dessen bewegtes Wirken. Dabei sind es gerade die Anekdoten, die ein Leben mit Farben erfüllen. Am Ende bleibt dann aber doch ein unterhaltsamer Streifzug durch Hollywood stehen. Für Fans auf jeden Fall lesenswert.

"You have to have a dream so you can get up in the morning."
Billy Wilder

Bildquelle: http://www.amazon.com

Montag, 8. Juni 2009

Savignyplatzfest

Das Savignyplatzfest fand auch 2009 wieder statt. Neben vielen Snackbunden und kunterbunten Läden mit allerlei Trödel gab es im schönen Charlottenburg aber vor allem einen interessanten Musikmix zu lauschen. Vorwiegend an Jazzliebhaber gerichtet, sagen wir in sehr spezieller Interpretation. Nun dem Spass tat das trotzdem keinen Abbruch.

"By and large, jazz has always been like the kind of a man you wouldn't want your daughter to associate with."
Duke Ellington

Bildquelle: http://de.wikipedia.org/

Sonntag, 7. Juni 2009

Koko Taylor zum Sonntag

Am Mittwoch verstarb die Königin des Blues im Alter von 80 Jahren in Chicago.

"Koko Taylor is the great female blues singer of her generation. Raw vocal power and blustery swagger."
Rolling Stone

Freitag, 5. Juni 2009

Cantamaggio

An der alten Schönhauser Allee, gleich hinter der großen Kreuzung in Richtung Mitte gelegen befindet sich das Cantamaggio. Neben excellenten Speisen, von netten und kompetenten Personal gereicht, bietet das Cantamaggio eine tolle Atmossphäre. Große Tipp - probiert Euch durch das Rotweinangebot. Übrigens alle Speisen sind ohne industrielle Würzmittel, Geschmacksverstärker, künstliche Aromen oder genmanipulierte Zutaten oder welches böse Zeug es auch sonst noch geben mag zubereitet. Wer sich einen Ersteindruck verschaffen will: Zwei Kellner, vor der Arbeit. Sinnierend, diskutierend, schweigend: le click.

"Der hat halt einfach nicht verstanden, dass wir keine Pizza haben. ... Wir sind halt ein Restaurant."
Kellner unter sich - Folge 2

Bildquelle: http://www.cantamaggio.de

Donnerstag, 4. Juni 2009

Star Trek

Man nehme ein Franchise, dass eigentlich tot ist, einen Haufen unbekannter Darsteller, die Vorgeschichte zur Vorgeschichte der "aktuellen" Ereignisse, viel Feuerwerk aus der FX-Kiste, einen Regisseur welcher mit allen Weltraumwassern gewaschen ist und heraus kommt etwas sehr sehr rundes. Faszinierend - oder? Wahrscheinlich hatten die Bosse der Paramount gedacht, Regisseur J. J. Abrams hatte zuviel romulanisches Eale genossen, als diese Idee durchgewunken wurde, doch es funktioniert einfach. Dabei werden die Wurzeln von Star Trek niemals verleugnet, das gesamte Universum wird nur endlich neu interpretiert. In dem Trek zu den Sternen steckt noch viel ungeahntes Potential. Auftrag an die Macher für Teil 12 wäre dann nur noch, bringt endlich Magie in diese Unternehmung, dann klappt es auch noch besser mit den Emotionen.

"So, the Enterprise is on its maiden voyage, has it? She is one really fine lady. I like to get my hands on her ample nacelles if you'll pardon the engineering parlance."
Montgomery "Scotty" Scott

Bildquelle: http://www.movieposterdb.com/

Sonntag, 31. Mai 2009

Karneval der Kulturen 2009

Die diesjährige Ausgabe des "Karnevals der Kulturen" war hauptsächlich durch die erneut gute Laune von Veranstaltern wie Publikum geprägt. Das die Veranstaltung trotz des Namens eher nicht als Völkerverständigungsbeitrag im eigentlichen Sinne, sondern als Etnospektaktel mit vielen Straßenständen gewertet werden sollte, dürfte jedem klar. Spaß hat es auf jeden Fall wieder gemacht, vielleicht eben gerade durch das gefühlten Verhältnis von 30 : 50, Nationen- gegen Spektakelwagen beim Umzug.

"Wenn dereinst Archäologen nach Spuren der heutigen Kultur suchen, so wollen wir hoffen, daß von unserer Literatur nicht nur ein Autoaufkleber geblieben ist."
unbekannt

Bildquelle: http://www.karneval-berlin.de/

Samstag, 30. Mai 2009

Gegen die Zensur im Internet

Nach etlichen Jahren Internet bekommt die Politik dann auch schon etwas mit und verfällt in blinden Aktionismus. Dieser ist gleich in mehrerlei Hinsicht wirklich gefährlich und Frau Ursula von der Leyen sollte noch einmal jemanden fragen der Ahnung von der Materie hat. Das man mittlerweile als Kritiker sofort in den verdächtigen Kreis der Kinderpornographen aufgenommen wird, sei mal ausgeblendet. Das wirkungslose Sperren von einzelnen Seiten, gleicht da eigentlich schon dem Bauzaun, den man um eine Gruppe Krimineller stellt. Die Politik wird Ihrer Verantwortung zum Schutz der Gesellschaft durch wissentliches Ausblenden von technischen Fakten einfach nicht gerecht. Abgesehen davon gibt es keine richterliche Instanz und kein Kontrollgremium, die dem BKA die Seitenauswahl bestätigen müssen. Das ist Demokratie? Ja, denn jetzt muss das Volk handeln und das können wir alle noch bis zum 16.06.2009 hier: le click.

"Die Zensur ist die schändlichere von zwei Schwestern. Die ältere heißt Inquisition. Die Zensur ist das lebendige Eingeständnis der Herrschenden, daß sie nur verdummte Sklaven treten, aber keine freien Völker regieren können."
Johann Nepomuk Nestroy, Freiheit in Krähwinkel

Bildquelle: http://lotharf.wordpress.com/

Freitag, 29. Mai 2009

Stefan Zweig - Leporella

Namensgebene Geschichte aus dieser Sammlung von Novellen, gehört sicherlich zu den populärsten Werken des österreichischen Literaten. Daneben findet sich dann auch noch "Die Schachnovelle" welche vielen durch die Verfilmung mit dem guten Curd Jürgens noch in Erinnerung sein dürfte. Mein persönlicher Favorit ist allerdings "Der Amokläufer". Derart gewaltige Emotionen in Worte zu hüllen ist wirklich eine Gabe. So unterschiedlich die Erzählungen, Ihre Hintergründe und Protagonisten auch sein mögen. Eines ist ihnen stets gemein: die Hingabe, die Suche nach Erfüllung, die Sucht nach der Liebe. Wer sich von diesem Meister der Worte einlässt wird es nimmerlich bereuen.

"Am Tage, da ich meinen Paß verlor, entdeckte ich mit achtundfünfzig Jahren, daß man mit seiner Heimat mehr verliert als einen Fleck umgrenzter Erde."
Stefan Zweig - Die Welt von gestern: Erinnerungen eines Europäers.

Bildquelle: Rick Deckard

Samstag, 23. Mai 2009

Poetry Slam

In meinem erklärten Lieblingsstadtteil Kreuzberg, genauer an der Schule für Erwachsenenweiterbildung fand der erste Poetry Slam mit LAUTSPRECHER-Einsatz statt. Zehn Künstler lieferten sich einen Wettstreit der Worte und meines Erachtens gab es neben dem Publikum einfach Mehrfach-Gewinner.
Nachdenkliches wurde da kredenzt, zumeist mit viel viel bösem Humor und ab und an mischten sich noch ein paar sanfte Töne zwischen mancherlei Abrechnung. Die Menükarte war so breit gefächert, dass fast alle Lebensbereiche bedient wurden und nach dem best-of-five Finale das Auditorium gesättigt war von so viel kreativer Kraft.

"Dein Text,
dein Publikum,
deine 5 min,
dein Lautsprecher!"
Slogan des Lautsprecher Slams

Bildquelle: http://lautsprecherslam.de/

Donnerstag, 21. Mai 2009

Illuminati

Machen wir es kurz. Der Star war das Kino! Die Astor Film Lounge am Kurfürstendamm gehört mit zu den geschmeidigsten Kinos, in denen ich bislang abgetaucht bin. Darum wird es hier zu passender Stelle auch noch mal einen Sonderbeitrag geben. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf das nächste mal wenn es heißt: "Garderobe bitte hier, hatten Sie schon Ihren Begrüßungsdrink?"
Der eigentliche Film schrammte auch mit ein paar Tagen Reflektion gerade noch am Verriss vorbei. Ron Howard drehte, was Ron Howard am besten kann, einen Ron Howard Film. Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Der Streifen gewinnt leider nie an Fahrt und zum Grübeln war leider nur die Syncro durch den Guten Arne Elsholtz. Es hörte sich fast so an, als hätte er die Zähne mit der zähen Geschichte verklebt bekommen. Großes Potential mit schmächlicher Umsetzung!

"Wer also allgemeine Freyheit einführen will, der verbreite allgemeine Aufklärung: aber Aufklärung heißt nicht Wort- sondern Sachkenntniß, ist nicht Kenntniß von abstracten, speculativen, theoretischen Kenntnissen, die den Geist aufblasen, aber das Herz um nichts bessern."
Adam Weishaupt:Rede an die neu aufzunehmenden Illuminatos dirigentes. 1782.

Bildquelle: http://www.illuminaten.org/

Sonntag, 17. Mai 2009

George Baker - Little Green Bag


Die Musik zum Wochenausklang.
Warum kommt wohl das folgende Zitat? ...

"I'm very sorry the government taxes their tips, that's fucked up. That ain't my fault. It would seem to me that waitresses are one of the many groups the government fucks in the ass on a regular basis. Look, if you show me a piece of paper that says the government shouldn't do that, I'll sign it, put it to a vote, I'll vote for it, but what I won't do is play ball. And this non-college bullshit you're givin' me, I got two words for that: learn to fuckin' type, 'cause if you're expecting me to help out with the rent you're in for a big fuckin' surprise."
Mr. Pink

Samstag, 16. Mai 2009

Hannes Kilian Ausstellung

Im meinem geliebten Martin-Gropus-Bau gibt es derzeit eine Ausstellung zum Werk des Fotografen Hannes Kilian (1909 - 1999) zu bestaunen. Auf leichte Art führt der Rundgang durch die einzelnen Stationen von Kilians Schaffen. Beginnend mit seiner Drangperiode nach seinem Abschluss, bis in die späten Jahre seines Wirkens, in denen er versuchte, das Medium aus seiner gegebenen Starrheit zu entreißen. Kilian war vor allem für seine nicht glorifizierende Trümmerfotografie, sowie seine Balletaufnahmen bekannt. Auch wenn sich die Räumlichkeiten arg begrenzt zeigen, unbedingt empfehlenswert. Ebenso sollte der geneigte Besucher, einen Abstecher in die Liselotte Greschebina (Billigheimer) Ausstellung wagen.

"Ich habe das Licht bezwungen, ich habe es fest in der Hand, weil es in der Welt zu viel Dunkelheit gibt."
Josef Maximilian Petzval - Pionier des Objektivbaus

Bildquelle: http://www.berlinerfestspiele.de

Freitag, 15. Mai 2009

Spione

Gleich ein zweites mal in die Stummfilmreihe im Babylon abgetaucht - mehr durch Zufall als Berechnung. Verwunderlich am Agententreiben um geheime Abkommen, zwischen Großmächten und einem wahnsinnigen Bösewicht war, dass es auch heute noch fasziniert. Ja gut, heute werden Actionsequenzen rasanter geschnitten und die übertriebene Mimik der Schaspieler lädt mehr zum schmunzeln als fiebern ein, doch funktioniert ein moderner James Band vom inneren Skelett her gleich. Regisseur Fritz Lang meinte übrigens selbst über sein Werk, dass es ein kleiner Film sei (800.000 Reichsmark gegen ein Budget vom vorhergehenden Film "Metropolis" mit 5 Millionen Reichsmark) - dem kann hier nur vehement wiedersprochen werden. Auch wenn die Gesamtspieldauer von über 2 1/2 Stunden durch die damalige Inszenierungsart arg dehnend ist, sollte man mal einen Blick riskieren. Gerade noch so das "Kunst-Label"...

"Ich frage mich, welche Art von Filmen ich heute machen würde, wenn ich könnte ... So wie die Welt ist, denke ich, dass sie sehr kritisch wären - sehr aggressiv."
Fritz Lang im letzten Lebensjahr

Bildquelle: http://en.wikipedia.org/

Donnerstag, 14. Mai 2009

Obama hält Zeugnisse des Verbrechens zurück

Lassen wir das mal kurz Revue passieren. Im Namen der Freiheit und Gerechtigkeit werden brutalste Folter- und Verhörmethoden (welche übrigens jedem wissenschaftlichen Erkenntnisstand widersprechen) eingesetzt. Diese Verbrechen kommen schließlich ans Licht und die Veröffentlichung der entsprechenden Belegbilder wird von einem ordentlichen Gericht der Vereinigten Staaten angeordnet. Präsident Barack Obama hält diese nun aber wissentlich zurück. Zeigt eigentlich nur, dass dieser Präsident sich der Demokraten zugehörig zeigt, in seinem Denken ist er aber ein Republikaner. Was dieser dann auch gleich noch mal damit unterstreicht, dass er die Folterer nicht bestrafen wird.

Die Bilder zu zeigen würde "anti- amerikanische Gefühle weiter schüren und unsere Truppen in größere Gefahr bringen".
Zitat aus der "Zeit" von US-Präsident Barack Obama
wahrscheinlich würde er damit wohl auch richtig liegen

Bildquelle: http://www.zeit.de

Dienstag, 12. Mai 2009

Schmittz

In letzter Zeit scheint mich die Torstrasse auf gar magische Weise anzuziehen. Das erste mal im Schmittz war dann natürlich auch noch dem 2 mal 11 Spiel gewidmet - der Ball übrigens wie immer ganz in Leder. Beim erneuten Aufeinandertreffen von Hamburger SV und Werder Bremen, hatten die Grünen wieder einmal das glücklichere Ende für sich. Die Stimmung im Schmittz war fabulös und annimierte mich zum erneuten reinschneien.

"Wir haben zumindest die Zweikämpfe nicht verloren. Aber nur, weil wir nicht in sie hineingekommen sind."
Thomas Schaaf

Bildquelle: http://www.qype.com

Montag, 11. Mai 2009

Thomas Mann - Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

Gut - im Grunde genommen braucht ein solches Werk hier keiner kritischen Betrachtung zu unterziehen, wenn es wie das vorliegende Exemplar über jeden Zweifel erhaben ist. Dennoch muss und wird es als Stein im Gebäude dieses blogs und seines eigentlichen Zieles seinen Platz einnehmen. Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull prägten nicht nur das Leben von Mann selbst (er begann 1911 und schloss erst 1954) sondern auch das unzähliger Schülerschaftsgenerationen. Dabei wird diesem Stück Belletristikgeschichte eine solche Plünderung trotzdem nicht schadhaft sein. Geschichte, Protagonisten und vor allem sprachlicher Stil sind wie ein ziehender Ozean, aus dem man sich als geneigter Leser, nimmermehr befreien kannt.

"Indem ich die Feder ergreife , um in völliger Muße und Zurückgezogenheit - gesund übrigens, wenn auch ..."
der Beginn der Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

Bildquelle: http://www.reclam.de/

Sonntag, 10. Mai 2009

Jackson Five - Blame it on the Boogie


In letzter Zeit ja mal wieder in die bunte Werbewelt zurückgekehrt (allerdings die Jay-Kid Version, wenn ich richtig zugehört habe) - ist aber trotzdem gut ... - so, hier mal eine die schon ein Vierteljahrhundert mehr auf der Scheibe hat.
Und ja, ich weiß, dass die Musik zum Sonntag jeden Sonntag erscheinen sollte.

"Don't blame it on sunshine
Don't blame it on moonlight
Don't blame it on good times
Blame it on the boogie"
Blame it on the Boogie

Dienstag, 5. Mai 2009

Kaffee Burger

In der Torstrasse befindet sich das Kaffee Burger, temporär auch als die Russendisko bekannt. Zum Geburtstagsumtrunk unter der Woche, ging es dort dann allerdings doch ruhiger zu als erwartet. Trotzdem: Sinniges Ambiente in verbindung mit einer funky-Musikauswahl, stimmten mich schon auf den nächsten Besuch ein.

"Je globaler die Welt, desto wertvoller erscheinen die kleinen Abweichungen, die uns voneinander unterscheiden. Jeder braucht heute eine eigene kulturelle Tradition, um sich gegen die totale Kultur zu behaupten."
Wladimir Kaminer

Bildquelle: http://www.kaffeeburger.de

Montag, 4. Mai 2009

Nachschlag zum ersten Mai

Der diesjährige Arbeiter- und Kampftag war ruhig geradezu brüderlich. Damit meine ich keine überbordende und sinnlosen Gewaltzüge durch diverse Städte, sondern die allgemeine Anteilslosigkeit weiter Teile der Bevölkerung. Oder ist das schon die schleichende Agonie, die hier um sich greift? Scheinbar sind alle bereit auch diejenigen weitermachen zu lassen, die nicht nur für das System, sondern auch für sein Scheitern verantwortlich sind. Ferner noch, die das Scheitern des Systems in Kauf genommen und vielerorts auch noch zu verantworten haben, durch passives Verharren oder aktives partizipieren am globalen Rausch. Da bleibt an dieser Stelle denn nur noch Platz für Sarkasmus.

Die Pleite droht, trotz Produktivität.
Der Motor stottert. Opel frißt der Rost.
Man ruft nach Keynes. Der Einfall kommt zu spät.
Der Staat besitzt längst weder Bahn noch Post.

Sie wissen nicht, was Wert ist und was Preis.
Ihr Bild von ihrer Lage ist verkehrt.
Sie hoffen bang und glauben jeden Scheiß.
Sie wissen nicht, was Preis ist und was Wert.

Macht zum Investment-Trust die Republik!
Stützt doch mit Steuern jedes Wertpapier!
Baut Hospitäler, rüstet für den Krieg!
So fordern Dumme. Wer bezahlt es? Wir.

Das Konjunkturpaket ist innen hohl.
Auf Ohnmacht hat der Staat ein Monopol.

Diethmar Dath

Bildquelle: www.arbeiterbund-fuer-den-wiederaufbau-der-kpd.de

Sonntag, 3. Mai 2009

Ampelmann

Wieder erwarten bekommt der geneigte Leser keine meine rpolitischen Ansichten geliefert, den Nachklapp zum ersten Mai könnt Ihr aber noch erwarten, es geht heute einfach um den Ampelmann am Ausschank.
Direkt an den Hackeschen Höfen, aber noch viel wichtiger, direkt an der Spree, befindet sich das Ampelmann Berlin.
Bei relativ kühlen Getränken, jups feine Kritik ist erlaubt, kann man sich an geeigneter Stelle den Sonnenstrahlen hingeben und den vorbeifahrenden Schiffen zusehen. Den vorbeirauschenden Zügen, kann man dabei übrigens ganz lässig zuhören, auch wenn man nicht will. Insgesamt empfehlenswert und wartet auf den nächsten Besuch.

"Halt mein Junge, halte an, ruft der rote Ampelmann."
aus den Ampelmännerfilmen

Bildquelle: www.blauweissberolina.de

Samstag, 2. Mai 2009

Ali Baba

Falafel, Döner, Dürüm, Kaffe, Pizza - aber vor allem gibt es im Ali Baba den gleichnamigen Ali Baba Teller. Jener ist eine dermaßen männlicher Herausforderung, dass man nur noch blinzeln kann, wenn man glaubt sich durch alle Köstlichkeiten probiert zu haben. Zu finden ist der cronisch überbesetzte Laden gegenüber vom Lichtblick in der Kastanienallee.

"Die Hindus der Wüste geloben, keine Fische zu essen."
Johann Wolfgang von Goethe

Bildquelle: www.total-berlin.de

Freitag, 1. Mai 2009

My Fest

Am ersten Tag, dem Arbeiter- und Kampftag, stand für uns das Volksfest "My Fest" im Mittelpunkt der Betrachtung und in der Mitte von Kreuzbergs Oranienstrasse. Vom Kotti ging es vorbei an allerlei wohlrichenden Straßenständen und jeder Menge Jugendlicher, die verschiedenste Arten von Gerstentrunk der Menge reichten. Die Frage nach Ausschanklizenzen, habe ich an dieser Stelle zurückgestellt. In der Sonne durch absolute Relaxion Flagge zeigen, hat einfach mal gereicht.

"Eure Ordnung ist auf Sand gebaut. Die Revolution wird sich morgen schon rasselnd wieder in die Höh' richten und zu eurem Schrecken mit Posaunenklang verkünden: Ich war, ich bin, ich werde sein!"
Rosa Luxemburg

Bildquelle: www.flickr.com

Mittwoch, 29. April 2009

Crank 2

So debil sich der Untertitel anhört, so dermaßen hanebüchend gestaltet sich das Drehbuch für dieses Sequel. Eine Aneinanderreihung von gelungenen Actionszenen, wiederspenstigen Kameraeinstellungen, derben Witz- und Sprachgebrauch, Gast- und Cameo-Auftritten (u.a. David Carradine und Jenna Haze) gehexelt , gerührt und mehrfach zur Explosion gebracht garnieren das erste Sequel von Chev Chelios Rückkehr aus dem Reich der Toten. Wenn man das ganze als großen Spaß betrachtet, wird man eben auch diesen dabei haben, wer allerdings eine erneute Erfindung erhoffte, wird gnadenlos enttäuscht. Denn Crank 2 rührt das Erfolgsrezept einfach gekonnt weiter und vll. muss eine Fortsetzung auch nicht umbedingt eine Neudefinition sein, sondern einfach nur Spaß machen und vll. muß nicht jeder Spaß tiefschürfend analysiert werden?

"F*** off Chev Chelios!"
So ziemlich jeder, schleudert das dem guten Jason Statham an den Kopf.

Bildquelle: www.filmposter-archiv.de/

Dienstag, 28. April 2009

Das Eskimobaby

Wiiliam Shakespeare soll in seinen famosen Formulierungen auf bis zu 15.000 funterschiedliche Wörter zurückgegriffen haben. Fällt die Sprache als Ausdrucksmittel weg, ist es an der Mimik, dies zu kompensieren. Asta Nielsen soll über einen ebenso umfassenden Fundus an visullen Ausdrucksmitteln verfügen. Ganz bestätigen konnte ich das nicht (habe natürlich mitgezählt). Insgesamt schwankte die Komödie zwischen Heiterkeit und Trivialität vor sich hin. Unglaublich stimmungsvoll war die live Begleitung durch Graf von Bothmer am Klavier.

"Asta Nielsen means the power to speak of pathos, to see pain, and to find the middle path between Baudelaire's flower of evil and the sick rose of which Blake sang."
M. S. Fonseca

Bildquelle: flickr.com

Sonntag, 19. April 2009

Hertha Berlin vs. Werder Bremen

Nachdem der Norden zunächst durch den guten Mertesacker (entwickelt sich in letzter Zeit ja eher im Angriff), in Führung gegangen war, konnte die alte Dame in der zweiten Halbzeit durch Tore von Simunic und Rafael das Spiel sogar noch wenden. Auch wenn das Spiel zeitweilig ein wenig dahinplätscherte, war vor der Traumkulisse, im fast ausverkauften Olympiastadion die Stimmung gut und die Sonne heiß. Wenn demnächst auch noch der Rasen glühen würde, wäre es grandios ... - aber wo gibt es das schon?

"Der Glaube ist wieder da."
Ersatzkapitän Josip Simuic

Bildquelle: http://www.herthabsc.de

Dienstag, 14. April 2009

Theseus

Ja, ja schon klar - es ist Händeljahr. Der 250te Todestag von Georg Friedrich Händel war dann aber doch nicht Anlass für den Besuch der Komischen Oper.
Die Geschichte um Theseus und mehrerlei Ränkespiele wurde dabei exzessiv in Szene gesetzt. Erinnern einzelne Passagen an das Brechttheater, wird insbesondere im zweiten Akt mit Video, Regen, Rauch und Lichteffekten fast zu viel Umgebungsatmosphäre auf den geneigten Zuschauer losgelassen.
Fünf Akte und drei 1/2 Stunden später, war mein Kulturbedarf wieder auf ein zufriedenstellendes Niveau gebracht. Insgesamt: gut ansehbar.

"Denn es genügt ja nicht zu sein und gewesen zu sein: man muß ein Vermächtnis hinterlassen, damit man nicht mit sich selber aufhört."
Theseus

Bildquelle: http://www.komische-oper-berlin.de

Montag, 13. April 2009

Alan Moore / David Lloyd - V wie Vendetta

Nachdem ich zunächst nur die Verfilmung kannte, war das Thema "V wie Vendetta" für mich eigentlich durch. Stellenweise arg zäh und leicht unzusammenhängend, offenbarte es den Charme von unfertigem Einheitsbrei. Das dies aber nicht auf die ursprüngliche Comicversion zutrifft, ist ein wahres Glück. Ein fiktives, faschistoides England im Jahr 1997 wird von einem vermeintlichen Terroristen mit dem Auftreten eines Guy Fawkes, aus seinem Schlaf gerüttelt und zurück in die Freiheit des Individuums gestürtzt. Das ganze Werk agiert in seinem Vorranschreiten vollkommen kompromislos und offenbart dem Leser eine stimmige in sich geschlossene Welt und Charaktere.

"Und das Glück dem scheusslichen Gemetzel lächelnd schien des Rebellen Hure."
V


Bildquelle: graphicworlds

Sonntag, 12. April 2009

Otto Bonhoff / Herbert Schauer - Das Geheimnis der Masken

Der MfS Agent Achim Detjen aka Werner Bredebusch gerät in Lisboa zwischen die Fronten von internationalen Waffenschiebern, NATO und die schönsten Augen der iberischen Halbinsel.
Leider schaffen es Bonhoff und Schauer die Mähr vom Aushilfsagenten dermaßen dilletantisch und stilistisch platt zu beschreiben, dass es sich eigentlich um eine unfreiwillige Humoreske handeln würde. Doch mit ihrer unverholenem Propaganda für das SED Regime, wandern sie dann in eine politisch und humanistisch sehr fragwürdige Richtung ab.

"Ein wenig hat er, Werner Bredebusch aus Stralsund, dazu beigetragen."
Zitat aus Das Geheimnis der Masken, über den Protagonisten. Hat den Blogverfasser natürlich besonders mitgenommen!

Bildquelle: www.new-ebooks.de

Donnerstag, 9. April 2009

Laufender Mann

Klar, wer brunchen geht (s.u.) und grillen muß - bis zum Exzess (siehe erst recht, aber noch viel weiter unten), der darf nach der Winterpause auch wieder so richtig auftreten. Neben meiner Standardstrecke am Griebnitzsee, war ich nun zum ersten mal auch auf urbanem Terrain unterwegs. Dabei waren Prenzlauer und Schönhauser Allee noch besser zu besprinten, als es zuerst den Anschein hatte. Also abgesehen von ungeduldigen Radfahrern, Stöcke schwingenden Passanten, kleinen Kindern die einen mit Eis vollschmieren und Hunden, die doch nur spielen wollen. Wer es mal nachlaufen will, klickt hier: le click.

"Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft."
Emil Zátopek

Bildquelle: http://www.bryanchristiedesign.com/

Dienstag, 7. April 2009

TEMPObox

Ecke Kopernikusstrasse und Simon Dach Strasse findet man die TEMPObox. Letzten Sonntag ließen wir uns bei angenehm frühlingshaften Temperaturen dort zum Brunch nieder. Übrigens mein erster, seit fast einem halben Jahr - ich sollte umbedingt an meiner Frequenz arbeiten. Lokal und Bedienung sind freundlich gut, natürlich irgendwie. Kleiner Tip: Früh genug an die Reservierung denken!

"You'd love it, It's not quite breakfast, it's not quite lunch, but it comes with a slice of cantaloupe at the end. You don't get completely what you would at breakfast, but you get a good meal!"
Jacques Antwort auf die Frage von Marge Simpson, "What's Brunch?"

Bildquelle: http://tempo-box.de/

Montag, 6. April 2009

Religulous

Religulous ist eine sanft, böse Dokuabrechnung mit allen Religonsfanatikern und Nutzniesern des Glaubens selbst. Initiiert wurde dieses, wohl leider viel zu unbekannte Werk von Bill Maher, der den meisten denn, wenn überhaupt über seine Stand-Up-Comedian Vergangenheit in den 1980ern in Erinnerung sein dürfte. Maher versteht es dabei trefflich all denen einen Spiegel vorzuhalten, die die Macht des Glaubens zur Korruption des Menschen missbrauchen. Manchmal kommt er dabei etwas hemdsärmlig daher, manchmal etwas zu gewollt und manchmal ist er einfach unterhaltsam gut. Seine respektlose Interviewführung steht dabei leider auch etwas im Gegensatz, zu den "gefestigten" Interviewpartnern. Bis auf das zu tumultartige und zu schnittlastige Ende ist der Film auf jeden Fall den ersten und zweiten Blick wert.

"Religion is dangerous because it allows human beings who don't have all the answers to think that they do."
Bill Maher in Religulous

Bildquelle: guttersnipemedia

Sonntag, 5. April 2009

Doppeltes Angrillen

Nachdem ich dem Zeitplan nun schon um gute drei Monate hinterherhinkte (man schaue ein Jahr zurück) ergab sich an diesem Wochenende durch Zufall der doppelte Feuerspaß. Was als Umzug begann, fand sein Ende an der Flamme und was eine schnelle Heimfahrt werden sollte, fand sein Finale im Mauerpark. Nächsten Dienstag geht es auf der Dachterasse weiter. Womit Euch neuerliche Berichte über meine Grillumtriebe erspart bleiben. Bestätigt sich mal wieder die Ansicht, dass sich Feuer schneller ausbreitet als man denkt. Wenn Ihr mir diese Wortspielerei verziehen habt, seid entlassen mit den Worten:

"Ohne Könige kann man auskommen, aber essen muß der Mensch."
Honoré de Balzac

Bildquelle: http://www.testriffic.com

Samstag, 4. April 2009

Watchmen

Die umwerfende Vorlage von Alan Moore und Dave Gibbons ist nicht nur auf der Liste "Time Magazine's 100 Best Novels" gelandet, sondern räumte auch gleich noch den Hugo Award ab. Nachdem ich nun die letzten vier Wochen seelenruhig ins Land gehen ließ, mußte die Verfilmung bei einem Spontanbesuch im Colusseum blitzartig einwirken. Und sie rollte über mich wie ein wogendes, ja peitschendes Gewitter. Klar, technisch ohne Zweifel kam sie daher, aber wie sah es mit den inneren Werten aus? Wunderbar! Die Geschichte war sehr nahe an der Literaturvorlage, aber was noch viel wichtiger war, die Charaktere waren voll Leben erfüllt. Feinste Psychogramme gaben sich mit bildgetreuen Szenen einem ständigen Wechsel hin. Umbedingt empfehlenswert.

Man goes to doctor. Says he's depressed. Says life seems harsh and cruel. Says he feels all alone in a threatening world where what lies ahead is vague and uncertain. Doctor says "Treatment is simple. Great clown Pagliacci is in town tonight. Go and see him. That should pick you up." Man bursts into tears. Says "But, doctor...I am Pagliacci."
Walter Kovacs/Rorschach

Bildquelle: http://www.iwatchstuff.com

Freitag, 3. April 2009

Terry Pratchett - Echt zauberhaft

Beim umräumen (jaja, dazu werdet Ihr auch bald etwas lesen) fiel mir dieses ungelesene Fantasyexemplar in die Hände. Eigentlich hatte ich mit den Spaßbüchern von Vielschreiber Terry Pratchett schon vor einer ganzen Zeit abgeschlossen, - doch alte Leidenschaften kann man nicht ungelesen wegstellen. Im achten Roman der Scheibenweltreihe werden Asiatische Fabeln, ebenso wie westliche (z.B. Conan) durch den Kakao gezogen. Die Figuren sind meist unterhaltener Natur, vor allem wenn sich bekannte Gesichter (Rincwind und True) darunter mischen. Insgesamt stellte sich ein ums andere mal ein Schmunzeln ein, aber wirklich komisch wurde es kaum. Ich weiß jetzt wieder, warum ich die Scheibenwelt seit Jahren nicht mehr besucht habe.

"Der Kaiser hält nichts von Dingen, die er >komischer ausländischer Kram mit Augen drin und so<.
Herr Zervelatwurst in "Echt Zauberhaft" über die Ernährungsgewohnheiten, des "Kaisers"

Bildquelle: http://menger.info/

Donnerstag, 2. April 2009

WebVideoNet

Zwei Freunde von mir sind schon seit einiger Zeit auf dem Gebiet der Videojournalismus umtriebig. Nun haben sie Ihre Kompetenz in einer Webpräsenz veröffentlicht, auf die ich an dieser Stelle verweisen will. Unter: http://www.webvideo-net.de/ sind die Angebote zu erreichen. Umgesetzt wurde übrigens mit WordPress (hoffentlich bekomme ich die Portierung meines blogs irgendwann noch mal hin).

"The Internet is full. Go away."
unbekannter Autor

Bildquelle: WebVideoNet

Mittwoch, 1. April 2009

facebook

Als Informatiker hat man schon so manches Portal und so manches Netzwerk erkundet. Eigentlich, bin ich für meine Person zu dem Schluß gekommen, dass dann auch mal einfach hier Schluß ist mit neuen Portalen und Netzwerken. Nun wurde ich ganz sanft dazu überredet, "facebook" doch mal eine Chance zu geben. Mal davon abgesehen, dass ich noch immer nicht alle Funktionen durchschaue, verstehe oder gar ausprobiert habe, ist das Probierte jedenfalls schon ganz lecker. Denn die Spielereien sind einfach mal sexy. Empfehlung und selber mal anschauen.

"Tim Taylor"
meine erster Facebook - Tätigkeitseintrag ...

Bildquelle: University of California

Freitag, 27. März 2009

Clavigo

Das Maxim Gorki Theater lud zu Clavigo und wir nahmen an. Die Geschichte des fulminant auf allen Gebieten auftrumpfenden Clavigo, der sich nicht zwischen "Freiheit" und Liebe entscheiden kann, ist ein zeitloses Plädoyee über die Unvernunft der Entscheidungsunwilligkeit. Grandios an dem Stoff, zu dessen Schaffung sich Goethe übrigens durch eine Wette hinreißen ließ, ist das sich der Schwerpunkt der Handlungsunfähigkeit des Protagonisten nicht aus sozialen und gesellschaftlichen Gefügen, sondern eben allein aus der "strategischen" Überlegung des Protagonisten ableitet. Das anschließende Gespräch mit dem Dramatiker des Maxim Gorki Theaters, war der perfekte Diskussionsrahmen, um Einblick in die gestalterischen Entscheidungswege zu finden. Wunderbar! Wer es nochmal ganz und ohne Interpretation durch Dritte lesen möchte, darf sich hier austoben: le click

"Ich hab ihre Hand! Ihre kalte Totenhand! Du bist die Meinige – Und noch diesen Bräutigamskuß. Ah!" Clavigo
Bildquelle: Maxim Gorki Theater

Mittwoch, 25. März 2009

Franz Ferdinand in der Columbia Halle

Nachdem sich unser Held erst noch ein paar Richtungshinweise einholen musste *ja ich liebe es Bus zu fahren*, ward er doch noch pünktlich zur Vorband in der Columbia Halle. Als Franz Ferdinand dann in die Seiten griffen, war ich ergriffen. Die Zugabe war bezeichnend. Numerisch nur eine gezählt, war man(n) danach aber auch endgültig erledigt.



“What is the good of your speeches? I come to Sarajevo on a visit, and I get bombs thrown at me. It is outrageous.”

Archduke Franz Ferdinand

Dienstag, 24. März 2009

Carlos Rasch - Magma am Himmel

Ja gut - , wenn man sich einmal entschieden hat, eine umfassende Sammlung utopischer Literatur zu starten, muss man auch mit Ausrutschern rechnen. Das mir jetzt aber so viele in Folge unter die Finger gekommen sind, sollte mir ein Signal sein. Dabei ist Rasch's Roman kein totaler Untergang aber eben doch ein grauer Meteor und keine Supernova! Gute Einfälle für die Skizzierung einer zukünftigen Gesellschaft, werden vom Autor allzu leichtfertig mit vollkommen uninspirierten Formulierungen und laschen Charakteren aus der Hand gegeben. Die eigentliche Weltenrettungsgeschichte - ein Bruch in der atlantischen Kruste, Zeitreisen und Außerirdische in einem Buch(!) - wirkt in ihrer Darbietung absolut naiv. Wenigstens kam ob einiger Handlungsorte (siehe Zitat) ab und an ein Schmunzeln über des Rezensentens Gesicht.

"Die Sicht war viel zu schlecht, um in der Ferne die Hochhäuser von Greifswald oder die große Brücke von Stralsund nach Rügen zu sehen."
Auszug Magma am Himmel

Bildquelle: Open Libarary

Donnerstag, 19. März 2009

Restauration 1900

Direkt am Kollwitzplatz, Prenzlauer Berg, befindet sich das Restauration 1900. "Gediegene Old-School" waren die Worte, die mir anlässlich eines Abendessens zunächst in den Sinn kamen. Sehr feine Einrichtung, in Kombination mit guter Bedienung. Die Karte selbst ist aber der eigentliche Star. Bei mir fiel die Wahl schließlich auf das Berliner Schnitzel (auch als falsche Kotellets bekannt). Die Portion war extrem vornehm, was umso schmerzlicher war, da sie sich als feiner Genuß enthüllte. Wer schon mal Hunger aufbauen möchte, klickt hier: le click.

"Elend wird vergessen, gibt's nur was zu essen."
Miguel de Cervantes

Bildquelle: Restauration-1900.de

Freitag, 13. März 2009

Wrocław

Die Sonne schien und ich weilte seit über zwei Jahren mal wieder in Wrocław, was mir am Anfang aber gar nicht bewußt war. Erst auf dem Marktplatz bemerkte ich die offensichtlichen Übereinstimmungen, mit meinen sehr verblassten Erinnerungen. Die Sonne schien und zwischen Altstadtflair und Plattenbauten machte sich bei mir ein sehr wohliges Gefühl breit. Polnische Spezialitäten und frühlingshafte Atmosphäre versüßten den Besuch in der Oderstadt. Es war tatsächlich ein Genuß.

"Die Furcht hat große Augen."
polnisches Sprichwort

Bildquelle: http://en.wikipedia.org/

Donnerstag, 12. März 2009

Leipzig

Nach langer, langer, ja wirklich sehr langer Zeit, war ich mal wieder in Leipzig zugegen. Eigentlich in terminlicher Natur, wollte ich trotzdem noch schnell einen Blick zur Buchmesse werfen, die ich vor noch viel längerer Zeit das letzte mal besuchte. Doch erstens kam es anderes und zweitens als ich dachte. Die Bremskraft meines Golfes rutschte bis zum Bodenblech und mein Fuß gleich hinterher. Rettung für den Bremssattel, gab es nur in der Werkstatt, die dieses Teil natürlich nicht vorrätig hatte. So verbrachte ich viel Zeit mit warten und senieren übers Leben.

"Mein Leipzig lob ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute."
Johann Wolfgang von Goethe

Bildquelle: http://media-cdn.tripadvisor.com

Dienstag, 10. März 2009

Gran Torino

Bei Clint Eastwood scheint es wie mit dem Gran Torino selbst zu sein. Als er rauskam, unverwechselbar und manchmal unbeherrscht kraftvoll. Mittlerweile ein Klassiker.
Nach dem Trailer wußte ich wirklich nicht, was man von dem Film halten sollte. Im Kinosaal ist es eine wunderbar gelungene Kombination aus Drama, bitterbösem Humor und eine Homage an alle Rollen des mehrfachen Oscargewinners. Dabei spielt Eastwood mit einer solchen Leichtigkeit eine weitere Rolle seines Lebens, als hätte er mit ihr schon die Goldhochzeit gefeiert. Wo der Schauspieler bereits glänzt, versteht es der Regisseur Eastwood manchesmal sogar noch eine Steigerung zu erzielen. Großartiges Kino und großartige Schauspielkunst in Einem.

"Ever notice how you come across somebody once in a while you shouldn't have fucked with? That's me."
Clint Eastwood als Walt Kowalski in Gran Torino

Bildquelle: http://sify.com/

Montag, 9. März 2009

Burma

Politische Stellungnahmen können auch unterhalten.
Das Thema Burma hat sich ja mittlerweile wieder aus der Medienlandschaft entfernt. Geändert hat sich noch immer nichts. Dank an A.G. für den Link.

"Nicht Macht korrumpiert die Menschen, sondern Furcht."
Aung San Suu Kyi

Sonntag, 8. März 2009

CeBIT 2009

Nun eigentlich war ich ja vom 02. bis 08. März in Hannover vor Ort und bin die ersten Tage nur am Abend aus der Halle raus gekommen. Im Grunde war das mal eine Erfahrung, die aber nicht unbedingt nach Wiederholung schreit. Viel, viel Schein, der sich fast ausschließlich um die Generierung von Presseberichten dreht. Richtige highlights konnte ich für mich nicht entdecken. Für Hersteller und Reseller noch einigermaßen von Interesse, konnte ich nicht verstehen was die ganz kiddies auf diese Fachmesse führte, denn für Endverbraucher war es ähnlich interessant, wie das Studiums eines Schaltplan einer Spielekonsole. Zum Glück gab es ja noch Messeabende!

"Ich freue mich riesig, mal wieder bei Euch in Deutschland zu sein."
Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger

Bildquelle: http://www.cebit.de/

Freitag, 6. März 2009

The Glamrock Brothers oder Tobit Software


So gewöhnungsbedürftig ein Messetag (CeBIT 2009) ist, so schön kann ein Messeabend sein. Die Brüder mit den feurigsten Spraydoseneinlagen und den schlechtesten Übergängen der Clubgeschichte, verstanden es jeden Abend den Ausstellern richtig einzuheizen.

"I like it Tobit Tobit, I like it - Tobit!"
The Glamrock Brothers

Freitag, 27. Februar 2009

KIRK

Das Berlin Kreuzberg eine gute Adresse für die Nacht ist, braucht hier wohl nicht weiter diskutiert werden. In der Skalitzer Strasse befindet sich von außer sehr unscheinbar das KIRK.
Neben dem ungewöhnlichsten Bild vom King of Rock, stachen vor allem die passende Musik und das nette Kaminzimmer hervor.

"Erfolg und Glück sind auf der Seite der Narren"
William Shatner als James Tiberius Kirk
Das Zitat war jetzt zugegebenermaßen eine Versuchung. Aber was ist noch schöner als die Versuchung? Der Versuchung nachzugeben!

Bildquelle: Berlin unlike

Mittwoch, 25. Februar 2009

Robert Lewis Stevenson - Das Flaschenteufelchen

Keawe von Hawaii bekommt die Büchse der Pandorra in Gestalt des Flaschenteufelchens in die Hand und stürzt sich auch sofort in deren Gebrauch. Er erfüllt Dir jeden Wunsch, doch dafür wird Deine Seele nach Deinem Tod von ewiger Verdammnis heimgesucht. Es sei denn, Du findest zuvor einen Käufer, für einen gerineren Preis als Du ihn entrichtet hast. Als Keawe ein zweites mal die Flasche in seinen Besitz bringt, bezahlt er nur noch einen Cent ...

"Zu wissen, was Du willst, anstatt devot zu allem "Ja" und "Amen" zu sagen, von dem Dir die Welt vorschreibt, daß Du es wollen sollst,
bedeutet, dass Du Deine Seele lebendig gehalten hast."
Robert Louis Stevenson

Bildquelle: heisetreff

Dienstag, 24. Februar 2009

Simin Tander Band im b-flat

Das b-flat in der Rosenthaler Straße stand ja schon längere Zeit auf meinem Plan, nun wurde es endlich etwas. Simin Tander Band waren zu hören und all jene, die nicht zugegen sein konnten, bekommen hier was auf die Ohren. Ein sehr vielfältiges Repartoure in Verbindung mit absoluter Instrumentenbeherrschung. Während die Schneeflocken fielen und die Trams vor den Fenstern ihre Bahnen zogen, kam ich zu dem Schluß: Ganz schön gut, wenn sich auch kein Rausch einstellen wollte.

"Simin Tander kann mit ihrer Stimme und ihren Songs sogar ohne Worte Geschichte erzählen, im Vertrauen darauf die Musik sprechen zu lassen mit ihrer Stimme als universelles Instrument."
jazzinitiative-berlin

Bildquelle: b-flat.de

Montag, 23. Februar 2009

Jewgeni Guljakowski - Planet der weißen Nächte

Was sich dem Leser als kruder Mix zwischen Fantasy, wissenschaftlicher Fantastik und Abenteuerroman vorstellt, entpuppt sich dann in der Tat als unausgegorene Mischung, die sich geschmacklich nicht entscheiden kann. Dabei ist der Aufhänger der Geschichte noch relativ verheißungsvoll. Nichts Geringeres als das Schicksal der Welt steht (wiedermal) auf dem Spiel. "Unheimliche" schwarze Kugeln bedrohen die Menschheit. Doch langweilige Charaktere, ein Handlungsfaden von erschreckendem Gleichmut und sprachliche Gefälligkeit lassen das Werk hoffnungslose Rezensionswerte erreichen und hoffentlich bald auf eine Kugel stoßen.

"Alles fließt dahin wie dieser, Tag und Nacht ohne Unterlaß."
Konfuzius

Bildquelle: antikbuch24.de

Sonntag, 22. Februar 2009

Baader-Meinhof-Komplex

Die Intention für die gewählte Fassung zur RAF Geschichte war es laut Edel, „ …die Geschichte der RAF nicht jemandem (zu) erzählen, der sie schon kennt, […] sondern unseren Kindern, die so gut wie nichts darüber wissen.“. Das ist gelungen, wenn auch mit leicht überzogener Brutalität. Das Terrorismus pure Gewalt ist, stet außer Frage. Doch muss man dem Publikum alles mit dem Hammer auf der Stirn servieren. Leider schafft es der Film nicht, die Motive seiner Protagonisten herauszustellen und scheitert so an einer interessanten Charakterzeichnung. Insgesamt mehr als ein Popcornereignis, aber keine Geschichtspflichtprogramm für Cineasten.

„Im gegenwärtigen Stadium der Geschichte kann niemand mehr bestreiten, dass eine bewaffnete Gruppe, so klein sie auch sein mag, bessere Aussichten hat, sich in eine grosse Volksarmee zu verwandeln, als eine Gruppe, die sich darauf beschränkt, revolutionäre Lehrsätze zu verkünden.“
Ulrike Meinhof

Bildquelle: moviemachine.de

Montag, 16. Februar 2009

Café Anna Blume

Nach ewig langer Zeit endlich mal wieder beim Brunch gewesen. Ein bisschen verspielt und ein bisschen verträumt erschließt sich dem Besucher das Cafe Anna Blume zunächst. Ein wenig zu klein sind sie geraten die Tische, doch ist das der Gemütlichkeit nur wenig abträglich. Ein warmes Ambiente breitet sich aus und lädt ein zum verweilen. Speisen, Getränke und der Service bewegen sich auf angenehmen Niveau. Die kurze Wartezeit auf die Platzierung (kein Spaß) kann mit bereitliegender aktueller Literatur überbrückt werde.

An Anna Blume
Oh Du, Geliebte meiner 27 Sinne, ich liebe Dir!
Du, Deiner, Dich Dir, ich Dir, Du mir, --- wir?
Auszug von Kurt Schwitters Märzgedicht

Bildquelle: tea-time-berlin

Samstag, 14. Februar 2009

Arkadi und Boris Strugatzki - Die zweite Invastion der Marsmenschen

Nachdem der Engländer H. G. Wells die erste Invasion der Marsmenschen schon 1901 zurückschlagen konnte, versuchten sich die Gebrüder Strugatzki an einer zweiten. Dieses Werk schlendert dabei wunderbar leichtfüßig zwischen Drama, Groteske und Satiere hin und her. Auf genaue technische Beschreibungen von Invasionsablauf, sowie der Invasoren selbst wird verzichtet und stattdessen das Augenmerk auf Gesellschaft, Moment und Altagsproblematiken gerichtet. Feine Charakterausgestaltung und dramaturgische Elemente wissen in jeder Phase regelrecht zu begeistern.

"Mars is there, waiting to be reached."
Buzz Aldrin

Bildquelle: amazon.de

Donnerstag, 12. Februar 2009

Empor Sportsbar

Ja, es haben alle Recht, die meinen, dass die Kleidung der abgebildeten Personen nicht zur Jahreszeit passen. Ich kann an dieser Stelle nur anführen, noch nicht einmal eine Chance in bei neuzeitlichen Kunstliebhabern fände. Nach diesem Exkurs zur Bar. Das Deutschland gegen Norwegen mit 0:1 untergegangen ist, darf man der Kneipe natürlich nicht anlasten. Freundliche Bedienung, nebst fairen Preisen und viel Schaufläche für den Rasen bedienen den Kunden sehr. Tipp: Unbedingt die Sanitäranlagen aufsuchen!

"Das Geheimnis des Fußballs ist ja der Ball."
Uwe Seeler

Bildquelle: kneipen-suche.com

Mittwoch, 11. Februar 2009

Greg Critser - Der National geographic Traveler Kalifornien

Ein weiterer Reiseführer aus der National Geographic Reihe gesellte sich nun durch Zufall in mein Regal. Nach einleitendem Geplänkel über Geschichte und geographische Fakten, wird dann der bevölkerungsreichste Bundesstaat nach Reisezielen separiert, einer näher gehenden Betrachtung unterzogen. Dabei weiß das Werk durchaus zu gefallen, wenn sich Kulturrundgänge mit Shoppingtips Hand in Hand ergänzen. Als besonders empfehlenswert sind die angegebenen Autorundfahrten zu erwähnen, gerne hätten es hiervon mehr sein dürfen.
Wie immer bei den den NG Guides fällt negativ auf, dass ein Großteil der verwendeten Bilder schon recht alt sind.

"California is a fine place to live—if you happen to be an orange."
Fred Allen

Bildquelle: weltbild.ch

Dienstag, 10. Februar 2009

Paul Watzlawick - Gebrauchsanweisung gür Amerika

Eine Gebrauchsanweisung kann solch ein schmales Werk nicht sein, eine Einführung in eine Gesellschaft allerdings schon. Selbst immer wieder mit dem Hinweis versehen, dass es sich bei "dem Amerikaner" um eine Verallgemeinerung handeln muss, damit ein solches Werk überhaupt Bestand haben kann, gibt das Buch einen guten Einstieg in die Denke und das Verhalten des US-Bürgers. Es finden sich neben nützlich, praktischen Tipps auch jede Menge unterhaltsamer Anekdoten. Das ideale Mittel, um den Flug verfliegen zu lassen.

"America ... a Design for the whole human race, the last and greatest of all human dreams - or nothing."
Francis Scott K. Fitzgerald

Bildquelle: buecher.de

Sonntag, 25. Januar 2009

der Tag an dem die Erde stillstand

Die Neuverfilmung des Robert Wise Klassikers von 1951 besticht durch seine zahlreichen Facetten der vollkommenden Überflüssigkeit. Das der Film die erste Viertelstunde einfach nur langweilig ist, könnte man noch verzeihen, doch danach wird er richtig schlecht. Das sich zum Ende hin dann auch noch logische Fehler dazugesellen, kann wenigstens als konsequente Linie der Filmemacher bewertet werden.

"Your problem is not technology. The problem is you. You lack the will to change."
Klaatu

Bildquelle: www.allocine.de

Samstag, 24. Januar 2009

Grüne Woche

Messe Nord/ICC ausgestiegen, zugegebenermaßen - leicht hunrig. Es präsentierten sich so viele Nationen und Regionen, dass es nicht nur leicht unübersichtlich in teilweise drei Etagen, sondern vor allem sehr abwechslungsreich zuging. Von Herzhaftem bis zum süßen Dänen-Eis, war alles zu kaufen, was den Gaumen erfreute. Aber die Notwendigkeit dieser Veranstaltung hat sich mir nicht erschlossen. Fazit: Eher fraglich für das nächste Jahr.

"... die Landwirtschaft ist der erste Beruf des Menschen: der ehrenvollste, nützlichste und folglich edelste Beruf, den er nur ausüben kann."
Emile oder Über die Erziehung, 3. Buch

Bildquelle: Messe Berlin

Dienstag, 20. Januar 2009

Tagebuch eines Wahnsinnigen

"Tagebuch eines Wahnsinnigen" nach dem russischen Schriftsteller Nikolai Gogol wurde im Deutschen Theater nun wohl schon ein Jahr gegeben. Dabei muss es irgendwie schal geworden sein. Das wir uns nicht falsch verstehen, Samuel Finzi konnte hervorragend unterhalten, doch fehlte der Inszenierung selbst, der Schliff oder Biss. Wie bei einer neutralen Speise, kann man es zu sich nehmen, man muss aber eben nicht.

"Drohend und fürchterlich ist das herannahende Alter, und da ist nichts, was es euch zurück und wieder hergibt! Selbst das Grab ist barmherziger."
Nikolai Gogol

Bildquelle: Deutsches Theater

Samstag, 17. Januar 2009

Emile Zola - Das Geld

In seinem Roman "Das Geld" führt Zola die Finanzwelt und Ihre obskure "wissenschaftliche" Praxis genauso vor, wie die Verlockung des Geldes für den Menschen. Am Beispiel des Finanziers Saccard, welcher mit Gründung der Union Generale ein katholisches Bankenimperium für Frankreich dort aufbauen will, wo Napoleon mit seinen Kanonen nicht weiterkam. Im Kampf gegen die Realität und die übermächtigen Gegner im Börsenspiel verlieren am Ende alle.
Zola versteht es dabei gekonnt, wahre Geschehnisse dieser Epoche mit einem Schuß Dramatik zu einem kunstvollen Gesamtwerk zu kombinieren. Große und genüßliche Literatur.

"Sein Leben zu verteidigen, das ist gar nichts, viel schlimmer ist es, anderer Leute Geld zu verteidigen."
Saccard in "Das Geld"

Bildquelle: amazon.de

Dienstag, 13. Januar 2009

Podcast

Tragbare Bildung und das für jedermann, da von Kosten befreit. Auch wenn meine Person ab und an allergisch auf geschlossene Systeme reagiert, liegt im Moment Apple mit iTunes U, sowohl im Chick als auch Bedienung mit obenauf. Wichtig ist nur hier wie aller Orten, dass man nicht vergisst, diesen wunderbaren Content auch noch an anderer Stelle vorzuhalten.
Der Deutschlandfunk hat hierüber übrigens einen ungemein zugänglichen Beitrag veröffentlicht: leClick. Wer lieber hören mag, der bekommt hier was für die Ohren.

"Man kann Podcasts als Radio- oder Fernsehsendungen auffassen, die sich unabhängig von Sendezeiten konsumieren lassen."
deutscher wikipedia Eintrag

Bildquelle: circletv

Samstag, 10. Januar 2009

Der Schnitt

"Der Schnitt" unter der Regie von Thomas Ostermeier spiegelt eine Gesellschaft wieder, in der sich ein Regimewechsel vollzieht. Ein langsamer Gesinnungswechsel, dem auf Grund des alten Denkens kein wirklicher Freiraum zur Wandlung der herrschenden Schicht zur Verfügung steht, zeichnet sich als zu bedächtig ab.
Das Stück selber ist in drei Akte gegliedert, wobei der Erste eindeutig der Eindrucksvollste ist. Das zweite Teilstück, dass den Privatmensch vom Regimevollstrecker zeigen soll, war sogar ersparens-, aber immer noch sehenswert. Besonders gut gefallen, konnte die Inszenierungsidee des mittigen Arrangements in der Schaubühne selbst. Fazit: Trotz einiger Patzer, spannend und unterhaltsam.

"Die sind anders!"
Sohn zum Vater über das neue Regime

Bildquelle: schaubuehne.de

Dienstag, 6. Januar 2009

GOMORRHA - Reise in das Reich der Camorra

In schmerzhaft realen Bildern gelingt es den Machern, jedwede Glorifizierung des organisierten Verbrechens nicht nur zu vermeiden, sondern regelrecht vorzuführen. Da ist nichts lohnenswertes, da ist nichts ehrenhaftes, da ist nichts was man rechtfertigen kann.
Gomorrha zeigt die Schicksalswege der Kriminellen und Opfer gleichermaßen auf und versteht es dabei die einzelnen Handlungsstränge, wenn auch nicht immer inhaltlich zusammengehörend, unaufdringlich miteinander zu verbinden.

"Männer wie ich, haben dieses Scheißland nach Europa gebracht."
Francos (gespielt von Toni Servillo) Rechtfertigung

Bildquelle: Filmplatz.de

Montag, 5. Januar 2009

Douglas Adams - Lachs im Zweifel

Über Jahre hütete ich diese Sammlung der letzten Schriften von Adams in meinem Schrank - origanlverschweißt - versteht sich. Warum? Nun es war das letzte Buch des Britten, dass ich noch nicht gelesen hatte und danach ist für immer Schluß! Über Weihnachten war es nun soweit!
Das Werk versammelt auf den ersten 250 Seiten Op-Eds, Kolumnen und Vorworte von Adams, die in Ihrer Kombination aus Witz und Charme eine wundersam berauschende Wirkung haben. Eine zweiseitige Anekdote über Kekse sticht dabei nochmals heraus.
Und dann? Dann kommen sie die ersten elf Kapitel aus "Lachs im Zweifel". Geschrieben sind sie noch mit seinem zweiten Protagonisten Dirk Gently in der acting role, sollten dann aber statt zum dritten Teil der "holistischen Detektei" zum sechsten Band der "Anhalterserie" umfunktioniert werden.Erleben werden wir das nun nicht mehr. Dabei lesen sich diese viel zu wenigen Seiten wieder so herlich locker, dass man sie leider in einem Rutsch aufsaugt und entfallten dennoch eine mundene Tiefe, deren Aroma noch im Geiste hängenbleibt.

"Wenn man eine Katze auseinandernehmen will, um zu sehen, wie sie funktioniert, hat man als erstes eine nicht funktionierende Katze in den Händen."
Douglas Noël Adams in Lachs im Zweifel

Bildquelle: buecher.de

Freitag, 2. Januar 2009

Buddenbrooks

Der Jahrhundertroman im Jahresfilm. 150 Minuten darf man in der relativ werkgetreuen Adaption, im Lübeck des 19ten Jahrhunderts das Generationenschicksal der Kaufmannsfamilie mitverfolgen und sich fragen, warum das zwar gut gespielte aber leider nicht oppulent ausgestattete Werk eigentlich so pompöisiert wurde. Verdoppelt in der Qunatität, hätte man auch beruhigt einen Fernsehdreiteiler daraus machen dürfen. Herrausragend gut, haben mir allerdings das Gefühl für die Inszenierung und das Geschick der Maskenbildner gefallen. Für alle Mann-Fans sowieso Pflicht, alle anderen müssen mit kleinen Enttäuschungen rechnen.

„Mein Sohn, sey mit Lust bey den Geschäften am Tage, aber mache nur solche, daß wir bey Nacht ruhig schlafen können.“
Jeans Buddenbrook

Bildquelle: kulthit.de

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Sylvester - Kulturbrauerei Berlin

Insgesamt gallt es 16 Dancefloors mit 30 DJ’s zu belauschen. Auch wenn Veranstaltungen dieser Größenordung, doch so gar nicht meinem Naturell entsprechen, hat es mir sensationell viel Spaß bereitet. Leider war es gegebenermaßen nicht möglich, sich an allen akustisch Gobtenem zu berauschen. Insgesamt wird der Musikauswahl aber ein "gut" bescheinigt. Wiedererwarten bewegte sich die Anzahl der Besucher im tanzbaren Rahmen, soll heißen, man konnte selbst ab und an mit dem Fuß wippen.

"Wird's besser? Wird's schlimmer? fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich!"
Erich Kästner

Bildquelle: kulturbrauerei-berlin

Dienstag, 30. Dezember 2008

Philip K. Dick - Black Box

Band neun der umfassenden Kurzgeschichtensammlung durch den Haffmanns Verlag, dem Sci-Fi Fans auf ewig Dankbarkeit zeigen dürfen, bringt den Leser elf Kurzgeschichten, von wahrlich fantastischem Niveau. Eine sticht dann doch noch heraus, wie ein Pulsar im dunklen Raum. "Der Krieg mit den Fnools" vereint sämtliche Klischees der 50er Jahre, sozial wie utopische Elemente gleichermaßen und beeindruckt mit wahnwitzigem Humor gleichermaßen wie mit seiner Geschwindigkeit.
Die Kurzgeschichte "Erinnerungen en gros" diente übrigens als Vorlage für den SciFi Blockbuster "Die totale Erinnerung". Schade, dass nun nur noch ein Band bleibt...

Drug misuse is not a disease, it is a decision, like the decision to step out in front of a moving car. You would call that not a disease but an error of judgment.
Philip K. Dick

Freitag, 26. Dezember 2008

Eartha Kitt verstorben

Eine Frau, welche als Künstlerin, sowohl in der Rolle als Sängerin, Schauspielerin oder Entertainerin begeistern konnte, ist gegangen.


"We're not thought of in terms of color because we are entertainers. We are there to entertain you not because we are black, white, pink, or green or gay or straight or because we are Catholic or Protestant. "
Eartha Kitt

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Macht

Was man sich so wünscht. Vielleicht mehr Streit über die Macht? Verantwortung geht mit Macht einher. Leider ist dies vielen Verantwortungsträgern vollkommen abhanden gekommen bzw. wird zwanghaft ignoriert. Logisch verstehen kann ich, warum ein System künstlich beatmet wird, das eigentlich kurz vom Totalkollaps steht. Warum die Helfer aber ausgerechnet die sein sollen, welche das System ausnutzt ...? Logisch verständlich ist, dass diejenigen, die alles zu verlieren haben ihre Macht darauf fokussieren, ihre Macht zu erhalten. Es wäre aber trotzdem eine willkommene Abwechslung, wenn z.B. das Elterngeld erhöht würde und den Banken weniger Mittel zum Verheizen zur Verfügung gestellt würde. Es ist interessant, worüber man so beim Frühstück nachdenkt. Kaum auszumalen, alle täten das den ganzen Tag ...

Wollen mal nicht ganz so ernst sein ...
Frage: Weltmacht mit drei Buchstaben?
Antwort: ICH

„Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht."
Abraham Lincoln

Bildquelle: ilwu.org

Mittwoch, 24. Dezember 2008

Orgelkonzert Marienkirche Stralsund

Heiligabend, 22:00 Uhr, St. Marienkirche Stralsund. Es ist kalt. Nicht einfach kalt sondern diese trockene unbeschwerte Kälte, bei der man schwankt zwischen Genuss und Leid. Ich entscheide mich zunächst für Genuss. Müssig die einzelnen Stücke anzuführen. Ich erlebe sie. Es ist gut. Kälte umschließt die Szenerie und so wie der Atem sichtbar die Münder verlässt, geht auch die Wärme aus den Körpern. Es ist wunderbar. Es knistert. Dann merke ich, das ist nicht die Stimmung, - irgendjemand genießt es sein Bonbon auszupacken - bis zur Unendlichkeit und noch ein bisschen weiter. Ein Exhibitionist der Akustik denke ich mir und widme mich wieder der Stellwagen-Orgel.

"Die Natur ist so, daß die Dreieinigkeit sie nicht besser machen könnte. Es ist eine Orgel, auf der unser Herrgott spielt, und der Teufel tritt die Bälge dazu."
Johann Wolfgang von Goethe

Bildquelle: Stellwagen-Orgel

Dienstag, 16. Dezember 2008

Philip Kindred Dick Geburtstag

Auf Pirate Cat Radi (87.9 FM) 10pm-midnight PT dürft Ihr Euch heute ein zweistündiges Spezial über einen der besten SciFi Literaten aller Zeiten zu Gemüte führen. Anlass dafür ist die Wiederkehr seines Geburtstages. Hätte es Horselover Fat manchmal ruhiger nehmen sollen und heute 80 werden sollen? Dann wären unter Umständen einige der wichtigsten Romane nie entstanden. Viel wissenswertes findet sich bei der wikipedia. Wer sich für den meist erst reichlich postumen Ruhm interessiert, findet in der Harald Tribune einen, wenn auch leicht angegrauten, interessanten Artikel. Das heutige Zitat fällt naturgemäß leicht in der Wahl aber nicht leicht im Inhalt aus.

Don't try to solve serious matters in the middle of the night.
"What The Dead Men Say" von Philip Kindred Dick

Bildquelle: wikipedia.org

Montag, 15. Dezember 2008

Alexander Kröger - Sieben fielen vom Himmel

... und der Rezensent aus allen Wolken. Der Ansatz von Alexander Kröger Kritik durch den unbedarften Blick eines Außenstehenden auf die politischen Strukturen der späten 60er Jahre des letzten Jahrhunderts zu werfen ist wohl gewählt, doch verfällt der Autor dabei in eine Schwarz-Weiß-Malerei, die dieses Werk als Propagandaliteratur ersten Grades kennzeichnet. Dies geschieht dann auch noch mit der gleichen Naivität, mit der die sieben auf der Erde gestrandeten außerirdischen Kosmonauten Ihre Umgebung und sich betrachten. Teilweise gipfelt dies in ungeahnt lächerlich wirkenden Trivialitäten in Stil und Inhalt. Was zur sarkastisch-humoristischen Satire hätte werden können, ist ein Abenteuerwerk, welches letztlich traurig anmutet und eher aus Interesse an der nächsten Phrase den Leser bei der Stange hält.

"Auf Wiedersehen, ,Hoffnung`", sagte Min leise.
Alexander Kröger - Sieben fielen vom Himmel

Bildquelle: claranet.de

Sonntag, 14. Dezember 2008

Vanessa de Mata und Ben Harper - am Sonntag

Es erwartet jetzt nicht jemand, dass ich das Sonntagsvideo kommentiere - oder?


Samstag, 13. Dezember 2008

schöne neue Welt

Hab ich denn da wirklich was zu meckern, wenn Victoria Secrets doppelseitige Anzeigen schaltet? ... Sagen wir es so, wenn in der Industrie nicht der Drang existieren würde, die Wirklichkeit schöner zu gestalten, als sie denn ist, blieben der Wirklichkeit nicht nur viele Peinlichkeiten, sondern auch ernsthafte Schwierigkeiten erspart. Linksstehende und andere Unfälle mit der digitalen Bildbearbeitung, können unter http://photoshopdisasters.blogspot.com/ belacht werden.

Glenn Feron geht auf seiner Seite sogar noch einen Schritt weiter. Hier zu sehen: http://www.glennferon.com/portfolio1/index.html sind jeweils Original (welche auch schon genug Verführung besitzen) und Fälschung.
Fazit: Genau hinsehen lohnt sich in jedem Fall, aber das wusste ich ja schon immer.

"Werbung verkauft keine Produkte, sondern gleichförmige Lebensmodelle."
Oliviero Toscani

Bildquelle: photoshopdisasters.blogspot.com

Freitag, 12. Dezember 2008

It's a Free World

Wenn Ken Loach im Regiestuhl Platz genommen hat, dann darf der Kinobesucher irgendwas leicht schwermütiges mit einem Spritzer Humor, (manchmal zu dicke) Sozialkritik und viel englisches Mileu erwarten. Meine Begleitung drückte es am besten aus: "Es gibt bessere und schlechtere von Loach." Also ansehen? Warum eigentlich nicht. Die Geschichte der alleinerziehenden Mutter, die den Globalisierungsarbeitsmarkt auf dem Hinterhof einer Kneipe dann auch für sich entdeckt und Ihre eigenen Werte komplett über Bord wirft, weiß letztlich in der Breite voll und ganz zu überzeugen. Interessante Nebendarsteller und ein Gespür für Feinheiten tun den Rest. Fazit: Nicht das Beste aber besser als 90 Prozent, womit man sonst gefüttert werden soll.

"Was könnte die kapitalistische Produktionsweise besser charakterisieren als die Notwendigkeit, ihr durch Zwangsgesetz von Staats wegen die einfachsten Reinlichkeits- und Gesundheitsvorrichtungen aufzuherrschen!"
Karl Marx, Friedrich Engels, Das Kapital

Bildquelle: http://www.cinemotions.net/

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Weihnachtsmarkt (III)

Das Verflixte am Potsdamer Weihnachtsmarkt war nicht, dass wir zehn Minuten vor acht eintrafen, sondern dass er um Punkt acht Uhr Abends geschlossen wird. Dadurch kann ich wenig mehr als von einer Glühweinbude berichten, in welcher es glücklicherweise sehr schmackhaft war.

Weihnachtszeit ist die Zeit, in der man für andere Leute Dinge kauft, die man sich selbst nicht leisten kann.
Alberto Sordi

Wäre dann schon ein arg kurzer Eintrag ehm? Na gut, gibt es noch was für das Geistesleben...

Das beste Mittel, jeden Tag zu beginnen, ist: Beim Erwachen daran zu denken, ob man nicht wenigstens einem Menschen an diesem Tage eine Freude machen kann.
Friedrich Nitzsche

Bildquelle: http://www.faszination-havel.de

Dienstag, 9. Dezember 2008

Jack London - König Alkohol

König Alkohol ist nicht nur ein Verführer, nicht nur ein Strolch nicht nur der Mittler in den Untergang, er ist auch der bezirzende Freund. London mahnt hier nicht an Hand seiner eigenen Vergangenheit und Beziehung zum König der Tragödie, sondern erzählt. Gibt klar eine Warnung, gibt klar seine Meinung aber richtet nicht über andere. Im Grunde ist auch dieses Buch des Allrounders Jack London ein Abenteuerroman. Nur ist er eben dieses mal nicht in Alaska unterwegs, nicht als Austernfischer oder treibt als Tramp ein gefährliches Spiel auf Leben und Tod, sein Abenteuer ist die Verlockung.

"Daheim auf meinem Gute im Mondtal nahm ich das alte Programm wieder auf: morgens nichts; erstes Glas nach den hundert Zeilen. Aber zwischen ihm und dem Mittagessen, war Zeit genug für so viele Gläser."
Jack London - König Alkohol

Bildquelle: amazon

Montag, 8. Dezember 2008

Weihnachtsmarkt (II)

Ruhig, ganz ruhig - ist es hier mit Sicherheit nicht! Der Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz, ist ein lauter Rummel, bei dem einem zwischen Autoscootern und Lostrommeln die beschauliche Musik entgegen gebrüllt wird. Trotzdem war es erstaunlich spaßig und ehrlicher Kommerz kommt bei mir einfach besser an. Vorsicht mit der drehenden Schiffsschaukel 2.0, die war wirklich nicht von dieser Welt. Der nächste Ausflug muss das Gekreische aber irgendwie kompensieren können.

"Die besinnlichen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr haben schon manchen um die Besinnung gebracht."
Joachim Ringelnatz

Bildquelle: flickr.com

Sonntag, 7. Dezember 2008

Pony Bar

In Mitte gelegen, direkt an der alten Schöhnhauser Strasse findet der Nachtwanderer die Pony Bar wieder. Leicht verraucht hätte sie noch einen bleibenderen Eindruck hinterlassen. Nette Bedienung und ohhh wer hätte es gedacht leckeres ASTRA aus Handkranaten. Insgesamt eine geräumige Angelegenheit, allerdings habe ich auch schon Abende erlebt, in denen es dann schmusig eng zu werden drohte. In diesem Fall hilft dann nur mitschunkeln. In jedem Fall einen Abstecher wert!

"Stehkneipen sind so beliebt, weil der Alkohol hier das beste Gefälle hat."
Jürgen von Manger

Bildquelle: berlinkollektiv

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Ali Baba und Kant

Verlässt man die Berliner S-Bahn an der Station Savignyplatz, erschließt sich keine fünf Gehminuten später (Bleibtreustr.), eine kulinarische Oase. Im Ali Baba, irreführender kann der Name gar nicht sein, gab es eine phänomenale Sardellenpizza, die ich jedem nur wärmstens empfehlen kann.
Unweit von diesem Gaumentempel, der ab jetzt fest in meiner Berlinkarte verankert ist, befindet sich das Kant-Cafe. Von außen hat es in der Tat eher den Anschein eines Aquariums, überzeugt aber vollends mit inneren Werte. Tolle Atmosspähre durch sorgsame Musikwahl und netter Service gehen hier Hand in Hand.

"Liebe Frau, Du bist nicht gescheit."
Ali Baba

Bildquelle: qype

Montag, 1. Dezember 2008

Bohdan Act - Kamikaze

Bohdan Act beschreibt den göttlichen Wind, der die Japaner ein zweites mal vor einer Invasion schützen sollte mit solch einer Emotionalität, wie es der Ausstrahlung der japanischen Kultur gereicht. Kraftvoll aber bescheiden. Nie verliert er sich bei der Schilderungs des Werdegangs, vom jungen Piloten Nuwami Tamiro, in Plattitüden oder Gefühlsduselei, sondern steuert die Geschichte von einer Kunstflugpiruette in die nächste. Er schafft es ohne erhobenene Zeigefinger die Sinnlosigkeit und die Greul des Krieges jedem vor Augen zu führen. Sein größtes Verdienst ist aber, dass er die „Spezial-Angriffstruppe“ nicht als Fanatiker sondern als Menschen die sie waren für den Leser fassbar und fühlbar macht. Fasst spürt man im letzten Drittel des Buches die ungeheure Leere mit dem Protagonisten.

"Zu seiner großen Verwunderung fühlte sich Taro erleichtert. Endlich hatte die Ungewissheit einEnde. Nun brauchte er sich nicht mehr unaufhörlich zu fragen: Wann? Drei Tage hatte er noch zu leben. Dann würden Ruhe und Schlaf über ihn kommen."
Kamikaze von Bohdan Act

Sonntag, 30. November 2008

John Coltrane am Sonntag

Mir war heute einfach mal nach Mr. ColtraneJohn Coltrane - My Favorite Things - 1961 er Auftritt.

"The main thing a musician would like to do is to give a picture to the listener of the many wonderful things he knows of and senses in the universe."
John Coltrane

Freitag, 28. November 2008

Weihnachtsmarkt (I)

Die genaue Anzahl der Weihnachstmärkte in Berlin entzieht sich momentan meinem Kenntnisstand, sie übersteigt aber die verfügbaren Dezembertage bei weitem, daher mußte ich schon mal im November anfangen. Wer jetzt behauptet, das wäre nur ein Vorwand für Gebäck und heißen Glühwein vor dem ersten Advent - hat recht. Die erste Station war der Weihnachtsmarkt unweit vom Schloß Charlottenburg. Nett, aber leer. Irgendwie seelenlos und verloren. Daher gings schnell weiter zum Bahnhof Zoo. Wesentlich umfassender gestaltet sich diese Kommerzanlaufstelle. Neben allerlei Plunder und noch mehr Trödel, gibt es dann aber doch schon soetwas wie die erste weihnachtliche Atmosphäre zu beschnuppern. Bekommt von mir ein eindeutiges: "geht so". Tipp: das Glübier probieren.

"Ein Fest der Freude. Leider wird dabei zu wenig gelacht."
Jean-Paul Sartre

Bildquelle: chip.de

Donnerstag, 27. November 2008

Ist man im Prenzlauer Berg an der Eberswalder Strasse unterwegs bietet das von außen unscheinbare "Dr. Pong" Beherbergung für alle Sportwütigen, die sich nicht in sportliche Korsetts zwingen lassen wollen. Zwar ist die Kneipe mit der Tischtennisplatte in der Mitte durch allzuviele Reiseführer schon etwas überstrapaziert, bietet sie dennoch eine ziemlich einzigartige Atmosphäre auf. Rauchig, blumige Umgebung mit nettem Zeitgeist durch das Publikum. Blieben eigentlich nur noch eine ewige Bestenliste an einer wall of fame zu wünschen. Aber ein bisschen Platz zum wünschen muss ja noch sein.

If you can't take a punch, you should play table tennis.
Pierre Berbizier

Bildquelle: drpong.de

Sonntag, 23. November 2008

ein neuer Weg!

So gehen sie dann ins Land die Krisentage, die zu Krisenwochen werden und schon schreien sie die Wirtschaftsweisen und alle die sich dafür halten, dass das nächste Jahr das erste von einigen Krisenjahren wird. Munter werden Steuermilliarden verpulvert. Teils überstürzt, teils ohne Sinn, teils ohne Verstand. Erbärmlich all die Versuche von Rechtfertigung, entlarven sie doch jeden einzelnen als Gefüllungsgehilfen einer Maschinerie, die ihren Zenit schon lange hinter sich gebracht hat. Doch will sie die Wende nicht einleuten und das hieß in der Vergangenheit stets Wende durch andere. Klar Sozialismus hat nicht funktioniert in Reinkultur aber warum nicht die Krise mal als Chance wahrnehmen. Als Chance für die Wende.

"Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampirmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt." Karl Marx - Das Kapital. Band 1.

Bildquelle: wikipedia.de

Samstag, 22. November 2008

Waltz with Bashir

Regisseur Ari Folman drehte diesen ersten dokumentarischen Zeichentrickfilm, aus der Sicht eines Mannes (Folman selbst), der versucht seiner Erinnerung als Soldat im Libanonkrieg Herr zu werden. Der Film endet mit Original-Aufnahmen des Massakers von Sabra und Schatila.
Dabei steht die Technik nur als anderes Ausdrucksmittel und wird zu keinem Zeitpunkt als unterhaltsam oder falsch wahrgenommen. Eine andere Form der Darstellung, die in ihrer Intensität jedoch neue Wege des künstlerischen Stils im Film aufzeigen kann. Mehr kann man hier (le click) erfahren. Fazit: Unbedingt empfehlenswert!

Zweiundzwanzig Jahre habe ich auf einen Anruf gewartet – darauf, dass jemand kommt und meine Geschichte aufschreibt.
Ronny Dayag

Bildquelle: http://www.wildaboutmovies.com

Freitag, 21. November 2008

Sushi und Schwimmen gehen

Gegenüber der Ecke Boxhagener Strasse und Simon-Dach-Strasse präsentiert sich ein kleines Restaurant, mit einladendem Charme. Leider ist es so klein, dass sich meiner Person nicht einmal mehr an den Namen erinnern kann. Der Tee ist heiß und das Sushi kühl, manche würde sagen kalt. Wohlschmeckend war es hier, leider kann ich aber auch diesmal nicht mit meinem üblichen Gemeckel über die Serviceauffassung in der Republik hinterm Berg halten.
Verfolgt man die Simon-Dach-Strasse dann weiter Richtung Süden, stößt man auf das "Himmelreich". Den Swimming Pool kann ich empfehlen, auch wenn sich mancheiner nicht mal mehr daran entsinnen kann ihn genossen zu haben - nicht spektakulär aber einrichtungsmäßig nahe am Spektakel.

... They paid for my swimming pool. I'm not fucking challenging anybody.
Noel Gallagher über Radiohead

Bildquelle: maps.google.de

Mittwoch, 19. November 2008

Stadtkind Berlin

Berlin, Prenzlauer Berg, Helmholtzplatz, Lychener Strasse. Da befindet sich das kleine Cafe Stadtkind. Unter anderen Umständen hätte es vielleicht sogar noch zur Bar gereicht aber so ist es ein Cafe als Fussballbar. Angeblich die Heimat für Auswärtsschwaben, von denen war am gestrigen Abend jedoch nur einer zugegen.
Das Spiel selber war eine überschaubare Angelegenheit, bei der der Zuschauer weniger mit der Spannung zu kämpfen hatte, als es die Partie nach Anschlusstreffern noch suggerierte (Deutschland vs. England, 1:2). Trotz ungünstiger Bestuhlung und zu warmem Weizen, wird es bald einen dritten Besuch geben.

Fußball ist ein überschaubares Drama mit offenem Ende.
Helmut Markwort, deutscher Journalist

Bildquelle: cafe-stadtkind.de

Montag, 17. November 2008

Frank Millers Sin City - Bräute, Bier und Blaue Bohnen

Bräute, Bier und Blaue Bohnen ist, der wenn auch etwas unglücklich klingende deutsche Titel, des sechsten Bandes von Frank Millers Sin City Reihe. Insgesamt wurden fast ein dutzend Geschichten, welche teilweise miteinander, teilweise mit Handlungssträngen anderer Bände, teilweise eigenständig stehen, in dieser Ausgabe untergebracht. Eigenwillig und zugleich wohlschmeckend ist die Breite der einzelnen Stories (reichend von vier bis 28 Seiten Umfang), die der Autor u.a. von "300" hier versammelt hat. Abgerundet wird dieser Ausflug in die Stadt der Sünde dann noch mit einer Ansammlung diverser Cover Art Works.

Ich liebe Regen.
Blue Eyes

Bildquelle: amazon.de

Sonntag, 16. November 2008

Japan Festival 2008

Der Postbahnhof am Ostbahnhof, war der Austragungsort für das "Japan Festival 2008". Unter anderem gab es zu bestaunen: Tuschemalerei-Kurs, Final Hearts (Manga-Anime-Performance), Samurai-Show und diverse Vorträge. Daneben konnte man sich natürlich an diversen Hello Kitty Ständen und bei Schwertverkäufern dem totalen Kaufrausch hingeben.
Für das leibliche Wohl wurde sowohl mit kaltem Fisch, als auch typischen Nipponsnacks gesorgt. Insgesamt eine durchschnittliche Veranstaltung, die an echten Höhepunkten leider blas blieb wie eine Geisha. Hier hat einfach die Organisatioren das Gefühl für das Ganze in der Masse verlassen.

Wenn man zehntausend Künste betreibt, beherrscht man keine gründlich.
japanisches Sprichwort

Bildquelle: Japan Festival

Samstag, 15. November 2008

Karl-Heinz Tuschel - Leitstrahl für Aldebaran

Leitstrahl für Aldebaran bringt alle Anlagen für einen guten SciFi Roman mit. Leider nutzt es keine einzige aus. Eine vierköpfige Crew, von unterschiedlichstem Naturell, landet nach einer Havarie auf einem unkultivierten Planeten, der dann aber doch mit recht aktiver Flora und Fauna aufwarten kann. Aus dieser spannenden Ausgangssituation wird nun ein 280 seitige Odyssee der Langeweile. Die Figuren schleimen sich dermaßen selbst an, dass man am liebsten die ganze Mannschaft austauschen möchte. Die Geschichte kommt selbst beim Action-Finale nicht vom Fleck und der Erzählstil ist selbst für Grundschüler eine Beleidigung.

"Kommunisten bewältigen alles."
Kapitän der Rettungscrew in Leitstrahl für Aldebaran
Leider hatte der Rezensent, sein Parteibuch nicht dabei.

Bildquelle: ebay.de

Freitag, 14. November 2008

Dirty Harry

Im Arsenalkino am Potsdamer Platz ist gerade Clint Eastwood Monat und den Klassiker schlechthin, konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Zum Film selbst brauche ich nichts zu sagen (das heutige Zitat bringt es ganz gut). Das Arsenal selbst, verfügt allerdings über zu enge Bestuhlungsreihen, horende Preise und was ich leider gar nicht vertrage - totale Patzigkeit.

I know what you're thinking. 'Did he fire six shots or only five?' Well, to tell you the truth, in all this excitement I've kind of lost track myself. But being this is a .44 Magnum, the most powerful handgun in the world and would blow your head clean off, you've got to ask yourself one question: 'Do I feel lucky?' Well do ya, punk?
Dirty Harry in Dirty Harry

Bildquelle: wikipedia.org

Sonntag, 9. November 2008

Hertha Berlin vs. Hoffenheim 1899

Am Sonntag kam der Tabellenführer in die Hauptstadt und wurde beim mageren 1:0, vor einer Rekordkulisse von 59.000 Zuschauern im Olympiastadion, just von der Spitze gestoßen. Punktuell positiv war auch der Start. Bei leichtem Niesel erreichte die neunköpfige
Gruppe die Tribüne genau zum Anstoß. Vorteil der tiefen Temperaturen - kühle Getränke.
Spannung, Chancen und Atmosphäre waren wunderbar. Damit endete auch der vierte Besuch im Traditionsstadion schier sorglos.

Erfolgsrezept - Flach spielen, hoch gewinnen.
Franz Beckenbauer

Bildquelle: Dank an A.G.

Samstag, 8. November 2008

Quantum of Solace

Nach Bond Nr. 21 (habe ich natürlich genau nachgezählt) war es sicherlich für die Crew keine einfache Aufgabe, diesen zu erreichen, geschweige denn zu übertreffen. Um es vorwegzunehmen, letzteres haben sie nicht erreicht über ersteres lässt sich trefflich debattieren. Wiederum darf sich der geneigte Cineast von einigen Bond-Typigkeiten verabschieden. Das schadet zwar nicht, geht aber nicht konsequent genug vonstatten, etwa mit der Einführung neuer Erkennungszeichen. Anspielungen und product-placement gibt es in gewohnter Form, ebenso wie schöne Frauen, schnelle Autos und viele (vor allem große) Explosionen. Die Stunts sind meiner Meinung nach sehr stimmig und intensiv integriert. Bleibt ein absolutes Muß als Popcornkino - aber woanders wollte der Film ja auch gar nicht hin.

Der Mann hat mich gefangen genommen und gefoltert, und Du bietest ihm Wein an?
Du kaufst nur billigen Wein.
Dialog aus Quantum of Solace.

Bildquelle: enternainmentnow

Freitag, 7. November 2008

100 x Rick

Was ist schon die 100? Eigentlich nicht viel, denn es gibt mehr Zahlen, die noch vor ihr liegen, als derer, die sie schon passiert hat. An dieser Stelle offenbart sich mir dann wohl die Gelegenheit, noch etwas geistreiches in die Runde zu werfen. Ich lasse es an dieser Stelle bleiben, wünsche allen weiterhin viel Spaß beim lesen und lasse den Anniversary Song laufen ...



Jede Form von Anarchie ist besser als dieses Chaos.

Rick

Samstag, 1. November 2008

Stanislaw Lem - Die Falle des Gargancjan


Vornehmlich beschäftigt sich diese Sammlung von Erzählungen mit den Abenteuern von Lems Korrektpiloten Pirx. Der Protagonist hat natürlich in der Bestimmung der Handlungsrichtung grundlegenden Anteil und so merkt man dies auch immer wieder der sanften Korrektheit an, die eigentlich verrückter ausfallen will, aber manchmal eben einfach nicht darf. Phantastisch ist das Ganze dann aber doch, auch wenn es der Autor zuweilen schafft, langwierige Beschreibungen in einer Kurzgeschichte unterzubringen, jedoch ohne sich dabei wie viele seiner Kollegen in Langatmigkeit zu verlieren. Hintenraus werden die Erzählungen dann arg ausgefallen, sowohl von Motiv als verwendeten Charaterspektrum her, fangen sich dann aber immer wieder selbst, bevor die Logik verlorengeht. Absoluter Herbstlesestoff!

Es herrscht Chaos. Wir befinden uns auf einer Drehscheibe, die Richtung in die Zukunft ist noch nicht gefunden. Vielleicht muß die Menschheit untergehen, damit eine andere entstehen kann.
Stanislaw Lem

Bildquelle: booklooker

Freitag, 31. Oktober 2008

Sushi

Die Zubereitung köstlicher Speisen durch die eigene Hand, erfordert nicht nur Wagemut und Konzentration, sondern auch viel Platz für klebrige Reisfinger. Für mich war es eine Premiere, die aber schon jetzt, soviel ist sicher, nach einer gebührenden Fortsetzung schreit. Zum Sushi serviert wurde dann Gerstensaft, Pflaumenwein und auch schon während des Verzehrs etwas Sake - soll man nicht, schmeckt aber trotzdem sehr sehr lecker. Der Kenner trinkt natürlich japanischen Grüntee, aber eine Sache darf man ja beim ersten Einkauf vergessen ...

Man lebt 75 Tage länger, wenn man das Glück hat, etwas zu essen, was man vorher noch nie gegessen hat.
japanisches Sprichwort

Bildquelle: Dank an A.G.

Mittwoch, 29. Oktober 2008

A Scanner Darkly

Noch mal im "white trash fast food" gewesen und nochmals köstlich genossen. Es wurde die Verfilmung eines meiner absoluten Lieblingsbücher von Philip K. Dick aufgeführt: "A Scanner Darkly" - was für ein großer Wurf von Richard Linklater. Am Ende hatte ich wieder dieses wunderbar beklommene Gefühl und war vollkommen fertig. Sellten waren sich Buch und Film in Ihrer Schlüsselszene so einig und einholend, trotz ihrer medialen Gegensätzlichkeit.

I saw Substance D growing. I saw death rising from the earth, from the ground itself, in one blue field, in stubbled color.
A Scanner Darkly

Bildquelle: moviesmedia

Dienstag, 28. Oktober 2008

Coffee and Cigarettes im "White Trash Fast Food"

Das "White Trash Fast Food", am Senefelderplatz gelegen, sieht von außen aus wie ein runtergekommenes China-Restaurant, das nach Renovierung schreit. In seinem inneren ist es eine perfekte Melange aus Scenzerestaurant und Westernbar. Auf zwei Etagen darf gespeist werden, im Keller spielt sich großes Kino ab. Bei Kaffee und Zigaretten - das ist wörtlich zu nehmen - konnte man in Jim Jarmusch` wunderbaren Episodenfilm einfach auf das Flüstern hören. Auch wenn die höhlenartige Rundumscenerie des Untergrundes nicht so ganz zum cineastischen Hintergrund gehören mochte.

Cigarettes and coffee, man, that's a combination.
Iggy Pop in Coffee and Cigarettes

Bildquelle: cineclub

Montag, 27. Oktober 2008

Daniel Kehlmann - Die Vermessung der Welt

Und dann das! Ein Geburtstagsgeschenk und was für eins. Süffiger Lesestoff möchte man meinen, wenn die beiden Protagonisten Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt dann endlich aufeinandertreffen, nachdem Kehlmann sie hat die Welt und Ihren Lebenswunsch erforschen lassen. Das ganze als seichte Anekdotensammlung abzutun, wäre dann aber vollkommen daneben gegriffen. Spannend, kurzweilig, bisweilend lehrreich und sehr sehr unterhaltsam. Den einzigen Vorwurf den sich der Autor einhandelt, ist der, dass nach nur 300 Seiten schon Schluß ist. Lecker.

"Ob ich die Mathematik auf ein Paar Dreckklumpen anwende, die wir Planeten nennen, oder auf rein arithmetische Probleme, es bleibt sich gleich, die letztern haben nur noch einen höhern Reiz für mich."
Gauß nach W. Sartorius v. Waltershausen 1856, Neudruck 1965, S. 101/102

Bildquelle:
mpg München

Sonntag, 26. Oktober 2008

DTM Finale in Hockenheim

Beim DTM Finale auf dem Hockenheimring, konnte sich Timo Scheider den Titel sichern und krönte sich mit dem dritten Saisonsieg selbst zum Champion. Die Zuschauer sahen bei angenehmen Wetterverhältnissen, neben dem DTM Sprint, spannende Rennen und ein tolles Rahmenprogramm. Die DTM wird mit jeden Jahr attraktiver nur schade, dass dem Technikwahn nicht ein wenig Einhalt geboten wird.

"Es ist an der Zeit für mich, den Fans mitzuteilen, dass ich mit dem Rennfahren in der DTM aufhöre, das ist also vorbei"
Mika Häkkinen 2007 zu seinem Ausstieg aus der Serie
weil ich das damals nicht verarbeiten konnte

Bildquelle: auto motor und sport

Donnerstag, 18. September 2008

Dark Knight

Was haben wir nicht alles im Vorfeld zu hören bekommen. Excellente schauspielerische Leistungen, Special Effects die Staunen verbreiten und als wenn das alles nicht reichen würde, eine unglaublich vielschichtige Story. Und was gab es nun? Hedge Ledger konnte sich als Joker austoben, diese Figur war wirklich überragend - aber dann? Batman war Batman und gar nicht so interessant, wie es anfangs suggeriert wurde und Michael Caine, spielte den Butler... - da ist auch nicht sonderlich viel Aktionsradius gegeben. Soweit also ganz ok. Doch was an der story nun so unglaublich verzwickt und vielschichtig sein sollte, wurde mir nicht offenbar. Eigentlich war es nur ein Plot, der nicht davon ausgeht, dass der durchschnittliche Kinozuschauer, das Gemüt eines Erstklässlers hat, pubärtierend rumknutscht oder seinen Verstand an der Kasse abgegeben hat. Ein guter Film also, der über weite Strecken sehr unterhaltsam war. Ein Meilenstein der Kinogeschichte sieht aber einfach mal anders aus.

Warum denn so ernst?
Joker

Bildquelle: electricityandlust

Mittwoch, 17. September 2008

FC Magnet Bar

Seit 1998 eine Heimat des Fußballs, durfte an diesem Ort in der Veteranenstrasse ein eher langweiliges Fußballspiel in schöner Atmosphäre genossen werden. Den geneigten Besucher erwartet eine Tribünenanordnung der Sitzgelegenheiten, Beamer nebst Leinwand und natürlich eine rauchfreie Zone.

Prädikat: Ein Hauch von Kult

Ist nicht die ganze Welt ein Fußball? - Rund und unberechenbar. Und keiner weiß, wie's ausgeht.
unbekannt

Bildquelle: http://www.fcmagnetbar.de/

Samstag, 13. September 2008

Turandot - Premiere in der deutschen Oper

Die letzte Oper von Giacomo Puccini und nie vom Meister selbst beendet, zeichnet sich inhaltlich besonders durch Ihren relativ unverbrauchten Charakter aus. Geschichte und Musik wissen nicht nur zu gefallen, binden sie doch den Betrachter regelrecht an sich. Nun gab sich die Deutsche Oper die Ehre für die erste Premiere dieses Stückes seit 1986 im eigenen Hause. Als Kunstliebhaber, hatte man da keine andere Wahl. So unbesehen man die eigentliche Oper schätzen darf, hatte die Inzinierung selbst doch mit allerlei Schwächen zu kämpfen und verlor auch ein umsandere mal. Einen unvergesslichen Abend, konnten allerdings nicht einmal die Bühnenbilder und Kostümverantwortlichen behindern. So ward es letztlich doch ein Traum - Oper halt!
Dem Restaurant im eigenen Hause kann auch nur die Empfehlung ausgesprochen werden. Tipp: Man erkundige sich nach der aktuellen Weinkarte.

Du liebes Volk der Männer - hört: ich bin euch gut, Euch allen bin ich gut. Und weil ich reuig bin, Sollt ihr ein Zeichen der Vergebung mir nicht weigern!
Turandot

Doch lassen wir die Meister sprechen:



Bildquelle: morgenpost.de

Freitag, 12. September 2008

Wandertag im Spreewald

Morgendliches Treffen am Alexanderplatz, gefolgt vom Käffchen und einer netten Bahnreise hin nach Lübbenau. Von hier aus darf man sich mit dem Zweirad, durch den Wald, vorbei an Kanälen bewegen. Landschaftlich eben mal einzigartig, nicht durch Rekorde oder Extravaganzen, sondern durch Natürlichkeit. Da durfte eine Einkehr nicht ausbleiben und nach einem Bierchen ging es beschwingt und frohgemut dem Mittag entgegen. Nach Wildschwein und Rotwein wurden die Kanäle unsicher gemacht, wobei ich beweisen konnte, das Küstenblut nichts über navigatorische Fähigkeiten in ruhigen Gewässern sagen... Nach der Rückradellei, gab es ein fulluminantes finish am Bahnsteig.

Wer Rosen mag, hüte die Knospen.
sorbisches Sprichwort

Bildquelle: wikipedia

Sonntag, 7. September 2008

einfach mal Guinness


Es ist besser vor leeren Stühlen zu spielen als vor leeren Gesichtern.
Sir Alec Guinness - eigentlich Alec Guinness de Cuffe
(hat natürlich nichts mit dem Bier gemein ...)

Samstag, 6. September 2008

Pigozzi and the Paparazzi

Für die Neueröffnung des Museums für Fotographie hat sich die Helmut Newton Stiftung dann auch gleich etwas ganz besonders leckeres einfallen lassen. "Pigozzi and the Paparazzi" präsentiert dabei über 350 Fotowerke auf hohem Niveau, die Stars nah und den Fokus auf die Rückseite der Kamera richten. Vertreten sind u.a. Ron Galella, namensgebender Jean Pigozzi, Edward Quinn oder Daniel Angeli.

Wer mehr über die Ausstellung erfahren will, klickt hier: le click.

Ich mache das nicht, um selbst zum Star zu werden. Dass ich mit auf dem Bild bin, kann man als persönliche Widmung verstehen. Normalerweise kommen Fans zu einem Star und wollen Autogramme. Ich bin aber nicht an dem geschriebenen Wort interessiert, sondern an der Fotografie.
Jean Pigozzi auf die Frage: Und warum fotografierten Sie sich für ihre Serie "Pigozzi & Co." zusammen mit den Stars? im arte Interview

Bildquelle: caacart

Samstag, 30. August 2008

Beatsteaks

Folgende Situation: Das letzte Konzert der Tour (Grande Finale) und das letzte Konzert vor der großen Pause. Tickets gibt es logischerweise nur noch in Verbindung mit der Aufnahme einer Hypothek... - Dank an D. dass es doch noch was wurde - mit 17.000 anderen in der Wuhlheide - mir tut noch immer alles weh.
Und wie war es? Einfach mal groß. Hier der komplette Mitschnitt: le click.

I see an old man on the street,
without shoes and nothing to eat.
I ask myself, can this happen to me,
who's the one, who cares about this treat?
Beatsteaks - Indifferent Lyrics
Album: 48/49

Bildquelle: wikipedia

Montag, 18. August 2008

revival tour 2008

Wo ging es denn nun so lang?

14.08 - 15.08 Gasometer, Berlin Schöneberg
15.08 - 17.08 Stausee Hohenfelden – HIGHFIELD FESTIVAL
17.08 - 18.08 Erfurt
18.08 – 19.08 Fulda
19.08 – 20.08 Heidelberg
20.08 – 21.08 Frankfurt am Main
21.08 – 22.08 Darmstadt
22.08 – 23.08 Ilmenau
23.08 – 24.08 Wartburg
24.08 – 25.08 Breitenbach
ab 25.08 BERLIN

Da kann man sagen, was man will. "Was man will."
Die Rundreise war aus mehrerlei Sicht ereignis- und orientierungsreich. Doch eigentlich konnte man schon im Vorfeld zur Reaktion der Ankündigung mancherlei Schluss ziehen.
Und wie war es nun? SPASSIG - sage ich.
Wichtig ist hierbei vielleicht noch zu erwähnen, dass jeder sich mit dem Gedanken tragende, genug Musik für einen kleinen roadtrip zusammenstellen kann - so wars meldodisch ein Traum. Ach und ja, die Sache mit dem Sprit ist schon ein fulluminantes Ratespiel, ... - yeah.

Es gibt allerdings einzelnes, das er nicht gesehen, jedoch von vertrauenswürdigen Leuten vernommen hat. Es wird daher Selbsterlebtes vom bloß Gehörten getrennt, auf dass unser Buch ein richtiges, ein wahrheitsgetreues und kein Fabelbuch sei.
Marco Polo Il Milione

Freitag, 15. August 2008

HIGHFIELD 2008

Was soll man schreiben? Zu viele Menschen, zu laute Musik und Rockschlamm. Hat einfach mal so Spaß gemacht und wird vorgemerkt.

Hast du etwas getan, was sonst keiner tut
Hast du hohe Schuhe oder gar einen Hut
Oder hast du etwa ein zu kurzes Kleid getragen
Ohne vorher deine Nachbarn um Erlaubnis zu fragen?
Die Ärtzte - lasse reden

BEATSTEAKS
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Bildquelle: http://www.fkpscorpio.com/highfield/

Sonntag, 10. August 2008

Alexander Rodchenko

Im Martin-Gropius-Bau gab es eine mehr als interessante Ausstellung um den russischen Künstler Alexander Rodchenko (1881 - 1956). Rodchenko, welcher als Maler, Grafiker, Architekt und Fotograf in Erscheinung trat, bezeichnete sich als Akteur des "Lineismus" und "Produktivismus". Bekannt war er ebenso für seine enge Beziehung und künstlerische Zusammenarbeit mit dem Dichter Majakowski. Eindrucksvoll in dieser außergwöhnlichen Vita, ebenso der Pioniergeist, im Bereich der Collagetechnik.

In order to educate man to a new longing, everyday familiar objects must be shown to him with totally unexpected perspectives and in unexpected situations. New objects should be depicted from different sides in order to provide a complete impression of the object.
Alexander Rodchenko

Bildquelle: Berliner Festspiele

Samstag, 9. August 2008

Casablanca

Zum zweiten mal erst, ward unsere Gegenwart in diesem kleinen Lichtspielhaus gegeben. Trotz der Tatsache, dass Rick, Rick des öfteren schon in einer seiner schönsten Rollen bewunderte, war die Kinoatmosphäre nochmals eine Steigerung für sich. Das kalkulierte Kassenerfolge mit sympatischen Fehlern so großes Behagen bringen können ist wohl eine der Hauptfaszinationen dieses Streifens.

Ilsa: Play it once, Sam. For old times' sake.
Sam: [lying] I don't know what you mean, Miss Ilsa.
Ilsa: Play it, Sam. Play „As Time Goes By“.
Filmdialog zwischen Ilsa Lund und Sam

Bildquelle: wikipedia

Freitag, 8. August 2008

japanisches Restaurant - Kushinoya

Kushikatsu, dass sind Fisch, Fleisch oder verschiedene Sorten von Gemüse, teilweise paniert oder belassen frittiert. Wie vieles in der japanischen Küche, wird auch hier der Kitzel noch einmal durch die passenden Soßenkombinationen gesteigert. Wir waren im Restaurant Kushinoya in der Nähe des Savignyplatz gelegen zu Gast. Speisen und Service waren von ausesuchter Qualtiät.

Der Mensch ist, was er ißt.
Ludwig Feuerbach

Link: Restaurant - Kushinoya
Bildquelle: Restaurant - Kushinoya

Donnerstag, 7. August 2008

Theodor Fontane - Unterm Birnbaum

Abel Hradscheck, seines Zeichens (Anti-)Protagonist dieses Werkes, begeht zusammen mit seiner Frau gemeinschaftlichen Raubmord an einem Schuldeneitnreiber. Seine Spielsucht und Fehlinvestitionen trieben den Händler und Wirt zu solch einer Tat. Akteure, Geschichte und Erzählkunst bewegen sich auf hohem Niveau, auch wenn der eigentliche Lesefluß ständig durch entsprechende Dialektik (Handlungsort ist das Oderbruchdorfe Tschechin) gestört wird. Ein Buch für laue Sommerabende im Park. Wer es online lesen mag: le click

"Moral ist gut, Erbschaft ist besser."

Theodor Fontane in einem Brief an Martha Fontane

Bildquelle: Buchcover

Dienstag, 5. August 2008

Semantik beim bloggen

Zemanta Brings a Semantic Layer to Your Blog - Wer wissen will wie es geht: push the button! Ich werde es auf jeden Fall einmal ausprobieren.



The Semantic Web is an extension of the current web in which information is given well-defined meaning, better enabling computers and people to work in cooperation.

Tim Berners-Lee

Freitag, 1. August 2008

Frank Millers Sin City - Familienbande

Es war ein Querschläger, bei einem Anschlag auf den korrupten Stadtrat Bruno, der die bereits bekannten Protagonisten Dwight und Miho auf die Suche nach Rache und Genugtuung gehen lassen. Wie viel darf die Rache kosten? Auch das eigene selbst? Wo ist der Anfang und wo die Grenze?
Auch im fünften Band wird der Besucher von Basin City in eine Welt aus Schmutz, Gewalt und Ironie entführt, die kein Gewissen und die verlorene Sehnsüchte offenbar werden lassen.

Ich lese kaum Zeitung. Er war Politiker, nicht?
Genau. Wenn Du jemals ein Photo von ihm gesehen hast, wette ich, das er darauf ein Kind im Arm hatte.
Dialog zwischen Dwight und Peggy über Bruno.

Bildquelle: Buchcover

Donnerstag, 31. Juli 2008

Burton bringt Alice in 3D

Bereits 1865 von Charles Lutwidge Dodgson, besser bekannt als Lewis Carroll veröffentlicht, erfreute sich die Geschichte um die Hatz durch den Kaninchenbau, bereits mehrfacher Verfilmungen (ca. zwei dutzend). Nun will Tim Burton mit seiner "Muse" Jonney Depp dem Stoff um Cheshire Cat und die unendliche Teegesellschaft neues Leben einhauchen.
Die Neuverfilmung wird übrigens eines der Werke sein, die der neuen Generation von 3D-Filmen angehören. Filmstart ist übrigens irgendwann 2010.

"Würdest du mir bitte sagen, wie ich von hier aus weitergehen soll?"
"Das hängt zum großen Teil davon ab, wohin du möchtest", sagte die Katze.
aus "Alice im Wunderland", Lewis Carroll

Bericht bei scifi wire
Bildquelle: wikipedia

Mittwoch, 30. Juli 2008

Sonnenblume

Weil dieses Bild mich am Leben begeistert.

The Rebel

Leuchtend stark,
aufragend lebend.
Lässt mich nach der Sonne streben.
Rick

Bildquelle: The Rebel pictures

Montag, 28. Juli 2008

Deutsch Amerikanisches Volksfest

Vom 25. Juli bis 17 August ist die Clayallee in Steglitz-Zehlendorf Begegnungsstätte für das Deutsch Amerikanisches Volksfest. Wobei Begegnungsstätte bei einem kleinen Museumszelt vielleicht etwas zuviel des Guten wäre. Es gibt genüßlich vieles zu entdecken, womit Mann seinem Kardiologen erfreuen kann und die Swing Dance Band AH spielte excellent auf. Bleibt nur noch festzuhalten, dass amerikanisches Bier besser ist als sein Ruf, aber im Gegensatz zu gutem Bier einfach ausdruckslos bleibt. Hingehen und Spaß haben.

America is like a large friendly dog in a small room. Everytime it wags its tail it knocks over a chair.
Arnold Joseph Toynbee, engl. Historiker u. Kulturphilosoph

Link: d-a Volksfest
Bildquelle: rebelrhetoric
copyright: Peter Barry Chowka

Sonntag, 27. Juli 2008

Fallout 3 - Weltuntergang mit Sarkasmus

Am besten vorher noch mal Mad Max, The Day After, Nach der Bombe von P.K.D. und jede Menge Louis Armstrong Musik genießen. Fall 2008 ist es soweit:


Und hier noch etwas mehr Aufregung:

Samstag, 26. Juli 2008

Krank sein in Deutschland

Was soll ich sagen? Natürlich geht in Deutschland nichts ohne viel Gelaufe, ohne viel Warten, ohne viele Zettel, ohne viel Warten, ohne viel Gerede, ohne viel Warten, und vor allem ohne Geduld. Hat man alles zusammen und der Trip beginnt (langweilig), kann Mann sich unter realistischen Gesichtspunkten nicht beschweren. Freundlich, tüchtiges Personal in den Kassen und Krankenhäusern, Kompetenz wohin das Auge blickt. Ja, so sind also die Beiträge angelegt denkt sich der gemeine Patient und kann genesen. Liebe Leser, realistisch betrachtet, leben wir trotz Zuzahlung und überzogener Bürokratie (noch) im Paradies. Hoffen wir also, dass sich die Politik in Zukunft nicht öfter vom Pharmafreier mit bunten Versprechungen einwickeln lässt.

Wenn Schlaf und Wachen ihr Maß überschreiten, sind beide böse.
Lehrsprüche II, 3 - Hippokrates von Kós

Bildquelle: wikipedia

Freitag, 25. Juli 2008

Dezsö Kosztolanyi - NERO

Im historischen Roman von Dezsö Kosztolanyi erfährt der geschichtlich interessierte Leser keine Gegenüberstellung mit historischem Faktenwust, wird dafür aber in eine kurzweilige Biografie entführt, die von der Machtergreifung bis zum Tode des römischen Kaisers, kaum Bekanntes auslässt und Unbekanntes hinzufügt. Besonders bildhaft geschildert sind übrigens die Folterungsszenen. Die ungarische Literaturlandschaft hat sicherlich wichtigeres zu bieten, auf einen kleinen Abstecher in vergangene Zeiten, darf sich allerdings jeder einlassen.

„Welch ein Künstler geht mit mir zugrunde.“
Nero - kurz, bevor sich dieser den Dolch in die Kehle stieß

Bildquelle: Buchcover

Dienstag, 22. Juli 2008

Dream a little dream II

Rita hat es toll interpretiert, aber es gibt noch Steigerungen ...

Freitag, 18. Juli 2008

Audrey Niffenegger - Die Frau des Zeitreisenden

Zeitreisen ganz ohne SciFi? Ja, das funktioniert hervorragend. Als Liebesroman verpackt, als Liebeserklärung an die Liebe entlarvt. Die Beziehung des unfreiwillig durch die Zeit reisenden Henry zu seiner Clare, nahezu über ihre gesamte Lebensspanne bildet den inhaltlichen Hintergrund. Zärtlich bis melancholisch erzählt, verleiden einige dramaturgische Schwächen die Reise durch den Sinn, wie durch den Rhythmus des Seins. Ab und an recht unentschlossen und dann wieder gerade ausgerichtet, vorwärts schreitend, weiß der Roman auch selber nicht, wohin er eigentlich gehört. Für hoffnungslose Romantiker, trotzdem einen zweiten Blick wert.

Sie folgte langsam und sie brauchte lang
Als wäre etwas noch nicht überstiegen;
Und doch: Als ob, nach einem Übergang,
sie nicht mehr gehen würde, sondern fliegen.
aus Die Erblindende
Rainer Maria Rilke (Paris 1906)

Bildquelle: Buchcover

Mittwoch, 16. Juli 2008

UBIK across the screens

Philip K. Dicks Roman Ubik gehört zwar nicht zu meinen persönlichen Favoriten, konnte mich beim lesen aber schon in seinen Bann ziehen. Umso erfreulicher, dass die Filmrechte nun eine feste Heimat gefunden haben. Celluloid Dreams wird den Roman 2009 umsetzen. Für alle die nicht so lange warten können, kann ich die aktuelle Heyne Serie empfehlen. In dieser Ausgabe ist neben der eigentlichen Geschichte auch ein Drehbuchentwurf für eine 70er Jahre Verfilmung enthalten.

Realität ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört, daran zu glauben.
Philip K. Dick

Quelle: scifi wire

Dienstag, 15. Juli 2008

Frank Millers Sin City - Dieser feige Bastard

Auch den vierten Band kennen Cineasten bereits aus der atmosphärisch dichten Verfilmung von Robert Rodriguez.
Der Cop Hartigan hat nur noch Stunden bis zu seiner gesundheitlich bedingten Pensionierung und weiß, dass ihn eine letzte große Tat für die Gerechtigkeit seine Zukunft kosten wird. Trotz allem kann er nicht umher und gegen seine Natur handeln. Ein Senatorenbübchen vergreift sich zu gerne an der Unschuld und Hartigan nimmt ihm seine Waffen ab. Alle beide.

Ein alter Mann stirbt, eine junge Frau lebt, fairer Tausch.
Hartigan

Bildquelle: Buchcover

Montag, 14. Juli 2008

Siemens entlässt weltweit fast 17 000 Mitarbeiter

Es gab mal eine Zeit, das war dieses Unternehmen eine Zierde.
Es gab mal eine Zeit, da war dieses Unternehmen technischer Wegbereiter.
Es gab mal eine Zeit, da assozierte man siemens mit positivem Attributen.

Meine persönlichen Erfahrungen mit siemens, was Produktqualität und Innovation anbelangt, sind hinlänglich bekannt. Dass man sich nun auch aus der sozialen Verantwortung als Wirtschaftstreibender stielt, passt nur allzu gut in das Konzept. Kleine roadmap für den bösen Kapitalisten:
-erst Subventionen kassieren
-dann öffentliche Aufträge erschleichen
-etwas bestechen
-Beschäftigte wie Dreck behandeln und schließlich entlassen

Die Kapitalisten werden uns die Stricke verkaufen, an denen wir sie aufhängen werden.
Lenin

Bildquelle: wikipedia

Sonntag, 13. Juli 2008

Nächste Marsmission 2018

Was wir haben, ist wieder mal ein neues Jahr und wiedereinmal in weiter Ferne. 2018 sollen Proben vom roten und wohl auch toten Nachbarplaneten zu uns gelangen. Allerdings bedarf es ob der Realisierung wohl noch etwas Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Weltraumorganisationen, da die NASA es in zehn Jahren nicht wird allein stemmen können.
Ich habe da noch eine Äußerung eines gewissen US-Präsidenten, ob bemannter Marsmissionen in Erinnerung...

I think humans will reach Mars, and I would like to see it happen in my lifetime.
Buzz Aldrin

Bildquelle: wikipedia

Samstag, 12. Juli 2008

Schlosspark Charlottenburg

Der ab 1697 errichtete Schlossgarten oder Schlosspark lädt in sommerlichen Tagen zum verweilen und zur Gedankenarbeit ein. Das Mausoleum von Königin Luise und König Friedrich Wilhelms III sowie das Teehaus Belvedere sind dabei nur zwei der zahlreichen Highlights auf dem Rundgang. Warum es allerdings auf dem ganzen Gelände niemanden gibt, der Schokoladeneis verkauf, ist mir rätselhaft.

Seien Sie fest in Ihren Entschlüssen. Wägen Sie das Für und Wider vorher ab; aber wenn Ihr Wille einmal erklärt ist, so gehen Sie um alles in der Welt nicht davon ab.
Friedrich Wilhelm III. von Preußen

Bildquelle: wikipedia

Donnerstag, 10. Juli 2008

Tegeler See

Mit 408 Hektar Fläche, bekam der zweitgrößte See einen Besuch bei strahlendem Sonnenschein. Es war nicht ganz so einfach einen ruhigen und dazu noch schönen Liegeplatz ausfindig zu machen, mit dem Fahrrad dann aber doch kein Problem. Was man für die Aufenthalt am See empfehlen kann: kühler Weißwein, selbstgebackener Johannisbeerkuchen, Obstsalat, Hochzeitsplätzchen und einfach etwas Gemüse.

Auf großen Seen sind große Wellen.
altes Sprichwort

Bildquelle: wikipedia

Samstag, 5. Juli 2008

Motorhead

Die "hässlichste Band der Welt" gastierte in der Zitadelle in Spandau. Nach drei Vorbands, u.a. Rose Tattoo und Danko Jones kamen die Altmeister zum Zuge. Es war ein ganz besonderer Abend inkl. Motorheadschlamm, hervorgerufen durch Dauerregen.

Donnerstag, 3. Juli 2008

Flohmarkt am Mauerpark

Zeitlich schon wieder etwas hinter der Zeit, muss ich noch von meinem Flohmarktbesuch berichten. Eng gedrängt, dicht an dicht stehen sie in einem Labyrinth aus Feilbietenden, Obstverkäufern und Suchenden. In der Tat kann man viel finden, am besten natürlich, wenn man mal gerade nichts sucht ... Stimmung und Angebot sind reizvoll und laden zu einem längeren Bummel ein. Wer ein Sammelsurium aus einigen Jahrzehnten, Staaten und Gebrauchswerten sucht, wird nicht enttäuscht.

Hier endete die Preußische Nordbahn, die seit 1878 Stralsund mit Berlin verband.
Zitat aus der deutschen wikipedia zum Mauerpark

Bildquelle:
www.mauerparkmarkt.de

Sonntag, 29. Juni 2008

Mauerpark EM-Finale

Was waren das für schöne Wochen. Nicht nur weil die deutsche Mannschaft es, sagen wir mal irgendwie schaffte, sondern weil es irgendwie dann doch stimmig war. EM, Wetter, locations usw. Nur eines habe ich ganz vermisst. Die gelöste Ausgelassenheit. Wer glaubt, Atmossphäre lasse sich reproduzieren, wie ein Hollywooderfolg wurde eines besseren belehrt. Fazit Spaß muss nicht immer erst in totalen Höhepunkten eine Definition finden.
Geschaut wurde im Mauerpark mit Generator, Glotze und natürlich Rost. Dank an J.B.

Eines der Probleme beim Fußball ist, daß die einzigen Leute, die wissen, wie man spielen müßte, auf der Pressetribüne sitzen.
Robert Lembke (1913-89), dt. Fernsehmoderator u. Journalist

Bildquelle: tripple.net

Mittwoch, 25. Juni 2008

Fanmeile zur EM