"Dunkel und undurchdringlich bei Nacht, wie das Antlitz eines Waldes, ist das Londoner Flussufer"
Joseph Conrad
Joseph Conrad
Früher stand hier mal: "Ein Blog über Berlin, Filme, Bücher, Musik und mich." Jetzt ist es ein Blog über alles was mich bewegt und interessiert.
813 Seiten gepflegte Langeweile hätten sich ja irgendwie ertragen lassen. Doch im Zusammenspiel mit absoluter Belanglosigkeit und zum Teil derben Logikschnitzern, steuert diese frühe Werkausgabe von Isaac Asimov zielsicher in die Supernovakatastrophe der vergessenen Literatur. Plot, Figuren und Szenerien sind mit einer dermaßenen Farblosigkeit dargebracht, dass man nicht glauben will, dass ihnen wirklich der spätere Vater der Robotergesetze vorsteht. "Ein Sankorn am Himmel", "Sterne wie Staub" und schließlich "Ströme im All" erinnern im Klang an die zweite Hochzeit der amerikanischen SciFi-Literatur, ohne deren Charme aber jemals zu erreichen.
10.000 Songs danach bin ich einfach mal restlos überzeugt. last.fm funktioniert und das ganze furchtbar unaufgeregt. Kein hype, kein Spektakel, kein Gebrabbel. Ihr findet mich als RickDeckard1978.
Wohl nicht ganz aus Zufall lauschte ich dem "Herz der Finsternis", als mich die nächtliche Fahrt immer tiefer in den dunklen Wald brachte. So ward das helle Licht des Weihnachtsmarktes in der Landeshauptstadt denn mehr als nur ein optischer Bruch. Am Sonnabend folgten dann Langewiesen und Ilmenau. Manchmal können die Augen einfach sehen, während das Herz diesen ganzen Erinnerungskram übernimmt.
Nahe dem Boxhagener Platz - ja, hier waren wir doch schon mal - ist das gar nicht so kleine aber extrem feine Habermeyer gelegen. Neben dem ansprechenden Einrichtungsgeschmack, ist auch noch für stilvolle Unterhaltung mit mechanischem Gerät gesorgt. So wurde denn auch meine erste, brachiale Flipperniederlage in diesem Jahr eingeleitet.
Michael Haneke hat mit diesem Werk bei den 62. Filmfestspielen von Cannes die Goldenen Palme gewonnen, und wer dieses Kleinod erleben durfte, kann es einfach so verstehen. Erzählkino und Kammerspiel in einem. Ein Ensemble, das weiß, wie es die Geschichte um die Abartigkeit des Menschen, Würde, Hilflosigkeit und Resignation zu beleben hat. Dem Zuschauer wird die Qual des Leids zum fühlbaren Erlebnis. Wahrlich ein Genuss.
Ich konnte es ja gar nicht glauben, dass ich schon vor dem ersten Dezember den Zauber von Zimt und Nelken schmecken durfte. Keine Angst, meine Weihnachtsmarktretrospektiven werden in diesem Jahr nicht ähnlich umfassend ausfallen wie diverse Grilleinlagen im Grün oder die letztjährigen Besprechungen der Budenzusammenrottungen. Daher übe ich mich heute in der vergessenen Tradition der emotionalen Betrachtung. Es war einfach schön. Und wer mich kennt, der weiß, dass bei mir der Glanz nicht im Schein seinen Ursprung haben kann.
Don't look a gift horse in the mouth. In der Kategorie unnützer Buchbesprechung gibt es Zuwachs. Der Baedeker London ist aufgebaut, ja wie eben so ein Baedecker aufgebaut ist. Eigentlich ist das Ding wie die Schwerkraft - irgendwie zuverlässig, zielt aber eben immer in die gleiche Richtung. Da vermisst man immer wieder die Liebe zum Detail, fliegt im zur Gegensatz der Schwerkraft nicht auf die Straße, wenn man es nicht dabei hätte. Aber cooles Detail, was beide gemeinsam haben? Sie sind zuverlässig vorhanden. Tipps für einen adäquaten Begleiter, zum nächsten Überraschungstrip in Londons Hauptstadt sind willkommen.
Esperanza, die Frau, die die Augenblicke liebt, sie aber nicht begreifen kann auf Ihrer ewigen Furcht davor, etwas zu verpassen - trifft auf Teresa, ein Mädchen, dass die Liebe ihres Lebens sucht und doch nicht erkennt, dass sie sich auf der falschen Straße der Sehnsüchte bewegt. Auch das Ziel von Jesus heißt Cuenca, - hier möchte er seine Großmutter, welche er in einer Urne liebevoll bei sich führt zur Ruhe betten.
Nach der enttäuschenden Wahl, nun auch noch die enttäuschende Realität. Sicherlich war uns allen an diesem bestimmten Sonntagabend schon klar, was kommen wird. Ich darf an dieser Stelle eine Freundin zitieren: "Wie sollen wir das nur den Kindern erklären?". Doch das CDU/CSU und die FDP auch bei der Kabinettsbildung so hemmungslos Ihr wahres Gesicht zeigen überrascht dann doch - oder macht ob der Unverfrohrenheit schon Angst. Gut, dass jemand Außenminister wird, der für den Posten nicht die geringste Qualifikation hat, mag man hinunter würgen in diesem Parteiengeschacher. Das eine Ursula von der Leyen erneut als Familienministerin mit Trübungen der Realität um sich werfen darf ist da eher schon Ausdruck der Schmach. Mut zum Witz wird dann aber doch beim neuen Finanzminister bewiesen.
Irgendwie hatte ich es gar nicht auf der Rechnung, dass ich am Halloweenabend mit elektronischer Musik konfrontiert werden könnte. Nun egal, passiert ist passiert. Mehrere Beamer sind für die Wandunterhaltung zuständig und der gesamte Klub präsentiert sich im 70er-80er DDR-Chic. Also ganz chic und auf jeden Fall einen Besuch wert.
"die Straße" wird als Roman geführt ist aber mehr. Das Buch ist Roman, Drama, Spiel, Horror, Thriller, Apokalypse und doch noch viel mehr als die Summe dieser Stücke. Nach dem Ereignis, im Detail ausgeführt wird das zu keiner Zeit, gehen Vater und Sohn eine Straße entlang. Sie sind auf der Suche nach einer anderen Welt. Einer Welt die es nicht mehr gibt, vielleicht nie gegeben hat und vielleicht auch nicht mehr geben wird. Sie suchen Wärme, Schutz und ein Ziel. Und obwohl sie nichts haben, haben sie doch sich und dies gleichsam befreiende Wissen ist auch ihre größte Belastung. Ihre Qual in einer Welt der Schmerzen, in der Menschen nurmehr wie Tiere agieren, in der die Sonne weder in ihren Herzen noch am Himmel scheinen mag fühlt der Leser jeden Herzschlag, sieht er gleichsam die Straße vor sich und bricht dort, wo die Protagonisten fallen. Eines der besten Bücher die ich lesen durfte.
Der MarienBurger befindet sich natürlich in der Marienburger Strasse. Aber es wird natürlich noch sinniger. Spektakulärer Anführer des Menüs ist eben auch der gleichlautende Marienburger. In der vierten Burgerrunde in Berlin konnte sich der American Style Laden mit gutem Geschmack und absoluter Bratatmosphäre.
Gut, der Besuch liegt jetzt an die zwei Monate zurück, doch darf man diesen Film nicht unbesprochen lassen. Pedro Almodóvars Handschrift merkt man diesem Werk einfach an. Dabei ist es gar kein grandioses Stück Filmgeschichte, sondern einfach ein gut gemachter Film. In Rückblicken erzählt er dabei ein Stückchen aus dem Leben von Harry Caine, welches seinen emotionalen Höhepunkt mit dem Erscheinen von Lena Rivero hat. Natürlich gibt ihnen das Leben keine Chance einfach so zueinander zu finden. In dem famosen Genremix, wissen vor allem Darsteller und Drehbuch zu gefallen.
Die klare Kälte war es nicht unbedingt, die einen leichter laufen lässt. Dann schon eher der Kokosnuss Espresso, welcher nicht nur zu wärmen wußte. Zum wiederholten male, fand in Berlin das "Festival of Lights" statt. Wir wanderten vom Alexanderplatz bis zum Brandenburger Tor. Doch das Lichtermeer, war mehr ein Scheinsee. Trotz Regen und eher regulärer Ausleuchtung (abgesehen von den tollen "unter den Linden" und dem DomAquarée - einer Sammlung von Lichtkunstobjekten), war es erhellend genug, um im nächsten Jahr wieder den Regenschirm auszupacken.
Ja gut, schon mal auf Plakaten die Werbung gesehen und das hat mich dann schon kategorisch abgeschreckt, doch der Zufall hat uns geleitet. An diesem verregneten Sonnabend stolperten wir regelrecht in das zehn-Gänge Menü der Villa Rodizio. Neben ausgezeichneten Speisen und freundlichster Bedienung wußte dann auch noch das Ambiente zu gefallen. Durch die abgelegende Positionierung, fernab aller Hauptstrassen, darf man ja sogar noch von Geheimtipp reden.
Vietnamveteran Joe Haldeman beschreibt in seinem Werk "Der ewige Krieg" die Mechanik des Tötens und getötet werden. In einer Welt von fein ausgeklügelter Logistik und tödlicher Ideologie, kämpft der Protagonist anfangs noch um das nackte Leben, später giert er ausschließlich um sein Ich, da es das einzig wertvolle für ihn bedeuten muß.
Mitten im Naherholungsgebiet zwischen Berlin und Potsdam ist das historische Wirtshaus Moorlake gelegen. Baudenkmäler, Park- und Gartenanlagen der Pfaueninsel sowie das Glienicker Schloss umranden diese Lokalität. Die Speisen wissen hier zu munden und die Kellner sind absolute Originale. Gerne kann der Versuch gewagt werden, sie vom herannahenden Regen zu überzeugen, während sich der Himmel bereits öffnet.
Unter http://wikileaks.org/ finden sich geleakte Dokumente - wer hätte das gedacht? Doch worum handelt es sich hierbei? Ganz einfach. Immer dann, wenn sich die EU in geheimen Verhandlungen ein wenig mehr von den Menschenrechten entfernt oder in China ausländischen Unternehmen neue Beschränkungen auferlegt werden, wird dieser Schmutz sauber niedergeschrieben. Derlei Dokumente finden Ihr neues zu Hause nun bei wikileaks. Mittlerweile umfasst der Fundus bereits 1,2 Millionen Schriftstücke.
Oder auch "Einmal Bamberg und zurück". Ein Wochenendtrip führte mich nach Oberfranken. Vielleicht lag es am spätsommerlichen Sonnenschein, den Gärten oder der guten Bamberger Kost (probiert unbedingt das Schäuferla), nebst gewohnt ungewohntem Rauchbier. Neben Dom, jeder Menge E.T.A. Hoffmann Sehenswürdigkeiten und Naturschauspiel (Regnitz) blieb so immer wieder Zeit zum entspannen.
In der Oderberger Strasse, zwischen Eberswalder Straße und der Kastanienallee gelegen, befindet sich das Kaffee-Restaurant-Einkaufserlebnis "Kauf Dich glücklich" (Vorsicht Flashangriff). Hier gibt es vom modischen Schikimiki über unnützes Plastspielzeug allerlei Krams. Konzentriert man sich aber auf das, was einen hierherführte, wird man am glücklichsten: Waffeln - in aller Couleur und mit unendlichen Gestaltungsmöglichkeiten. Einfach nur Lecker!.
Das Aktionsbündnis "Freiheit statt Angst" (le click), lud am 12. September zur Demonstration gegen den Überwachungsstaat ein. Eingeleitet durch Reden auf dem Potsdamer Platz und am Neptunbrunnen, nahm die Veranstaltung schließlich ihren Zug über die Leipziger Strasse auf.
Ein schwarzer Obelisk steht vor dem Bestattungsinstitut. Zwei Generationen haben sich vergeblich an seinem Verkauf versucht. Er ist beständig wie der Untergang Deutschlands nach dem ersten Weltkrieg. Der Grabsteinverkäufer Ludwig Bodmer durchlebt, seiner Unschuld durch vier Jahre Front beraubt, die Wirren der galoppierenden Inflation, der Liebe und des Nachkriegsdeutschlands mit dem aufkeimendem Nationalsozialismus. Dies alles ist nur mit der Kunst des Sarkasmus zu ertragen.
Im „Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur“ Berlins, fand eigentlich eine John Heartfield Ausstellung statt. Die haben wir natürlich geschmeidig um vier Tage verpasst und genossen so die Standarddauerausstellung. Mich persönlich sprachen die meisten Plastiken unter den Exponaten an, wohingegen die Gemälde andere Fans finden müssen.
Seit einiger Zeit nun schon, kein Ausbildungsrestaurant mehr und das schmeckt man an der Qualität auf konstant hohem Niveau. Sehr zu empfehlen bei dieser Gelegenheit, "surf and turf" - Riesengarnelen auf leckerstem Rind serviert.
Vielleicht ist es kein Film für Kritiker und keiner für Cineasten, die eine Revolution erwarten, sondern einer für Fans? Ohne Frage fährt Quentin Tarantino auch dieses mal wieder alles aus dem Zitate-, Musik- und Erzählrepertoire auf, kombiniert mit schicken Kameraeinstellungen (selbstverliebt aber dies mit Recht) und mixt fulminante Unterhaltung - aber eben nicht mehr. Ohne Sarkasmus und den wunderbaren Christoph Waltz, liefe der Film sogar Gefahr, in eine gefährliche Schieflage zu geraten. Und das ist letztlich eine harsche Erkenntnis.
Am nächsten sind uns die, die am weitesten von uns entfernt sind, - heißt es. Ein junger Mann in einem leeren Raum - wie die Erinnerung an seinen Vater. Er versucht sie zu finden, weil er verstehen will. Er versucht sie zu packen, weil er nicht anders kann, um seiner Hilflosigkeit Ausdruck zu geben - vollständig erfahren kann das der Leser ebenso wenig, wie der Protagonist selbst.
Der Abenteuerpark Potsdam war das diesjährige Ausflugsziel zum Wandertag. Dabei stürzten sich die Verehrer von Tarzan und Jane nicht etwa mittels Lianen durch die Kante, sondern mit professionellster Kletterausrüstung. Auf insgesamt sechs Kursen, können alle Liebhaber der luftigen Unterhaltung frönen.
April 1918, an der oberitalienisch-östereichischen Front, erlebt der damals 19jährige Ernest Hemingway den wahren Schrecken des Krieges. Verführt durch die Reden um Ruhm und Ehre zieht er in den Krieg der westlichen Demokratien gegen den Militarismus preußischer Prägung.
Am letzten Augustwochenende, fand die Rückkehr zum legendären "Ostseewochenende", in der dritten Auflage ihren Ausdruck. Dieses mal hieß es auf nach Polen. Die Halbinsel Wolin war unser Ziel. Ohne Navigationssystem und nur mit Kartenmaterial bewaffnet, war es eigentlich schon ein old-school-trip. Wunderbare Strände und ein famouser Nationalpark wissen zu gefallen. Klar, dass es auch zum Frühstück leckeren Fisch gab.
In vier Lebensabschnitte verpackt, behandelt Thomas Mann das seinerzeit heikle Thema des Inzest. Dieses Mehrgenerationenstück, dargebracht von einem fiktiven Geist als Erzähler glänzt weniger durch seine inhaltliche Ausgewogenheit, deren Schwäche nur durch ihren Gegenstand an Attraktivität gewinnt, als durch das Zusammenspiel der behandelten Themen, Schuld und Sühne, in Verbindung mit Manns traumhaftem Sprachgefühl.
Schon klar. Der Film ist bekannt, der Inhalt auch, Regisseur und Hauptdarsteller sind heute endgültig Ikonen des us-amerikanischen Kinos. Bei mir persönlich hat der Streifen allerdings niemals Emotionen rühren können. Doch dieses mal genoß ich ihn nach langer Zeit wieder und er war leckerer, als ich ihn in Erinnerung hatte. Kann auch an der Umgebung gelegen haben. Freiluftkino Kreuzberg
Im Museum für Kommunikation (le click) gibt es derzeit neben der sehr interessanten Dauerausstellung, ein ganz besonderes highlight. "Vom Tagebuch zum Weblog" zeichnet den Weg von der Entwicklung des Logbuchs, privater Tagebücher über mehrere Dekaden und unterschiedlichster Instrumente indiviuellen Ausdrucks für das dauerhafte Festhalten, der flüchtigen Lebenszeit. Neben sehr reizvollen Ausstellungsstücken, wußten vor allem der zur Thematik mit Zitaten gespickte Bodenbelag zu begeistern und wäre für sich schon eine Ausstellung wert.
Was in den USA gut funktioniert hat, dass wird auch den Deutschen Internetuser zur "richtigen" Partei locken, denken sich die Politiker und schieben deutsche Steuergelder u.a. Google in den Rachen, um bei bestimmten Suchbegriffen an erster Stelle gut positioniert zu sein. Probiert mal "Atomausstieg" aus. Hier erscheint, ohhh Wunder nicht die grüne, sondern die gelbe Inkompetenz in Form der Liberalen. Nichts gegen Bürgerinformation, aber an einem zentralen Platz wäre das nicht nur übersichtlicher, sonder auch günstiger. Aber Übersicht und Transparenz, - davor scheuen die Parteien doch zurück!
Pagnol entführt den Leser nicht nur in die Hügel der Provence, das Land der Zikaden und Platanen. Hinein in das warme Sonnenlicht des Sommers und in die Geschichte Frankreichs. Er enführt uns in sein Leben.
Die Körperweltenausstellung nahe dem Ostbahnhof, mit der speziellen Inszenierung: Der Zyklus des Lebens war alles andere als ein Schauerveranstaltung. In medizinischer Sachlichkeit wurden die Exponate vorgeführt und wussten nicht nur bestaunt, sondern, gleichen falls hinterfragt zu werden. Insgesamt, dard der reißerische Grundtenor wohl eher der Medienlandschaft zugeordnet werden. Warum allerdings das positive Gesamtbild durch drei Exponate von fragwürdigem Charakter (u.a. eine Weihnachtsmannachbildung) getrübt werden mussten, bleibt wohl das dümmliche Geheimnis der Macher selbst. Fazit: Eine insgesamt lohnenswerte Ausstellung mit vielen Highlights und der Verwehrung für das Morbide.
Zunächst dachte ich, davon schaffst Du nur ein Kapitel am Tag. Die "Lingua Terti Imperi" ist schauderhaft und beklemmend. Sie offenbart als halbdokumentarischer Band in der Zeit 1933 - 1945 nicht einfach den alltäglichen Schrecken, sondern zeigt gleichzeitig die tiefe und zutiefst perverse Durchdringung des gesamten kulturellen Ausdrucks mit der Naziideologie. Der Missbrauch von Sprache, als Instrumentarium der Gewalt ist Verbrechen und Mahnung zugleich.
Durch die Hitze des Sommers wurde ich noch einmal angeheuert auf der "Ghost" und noch einmal war ich unterwegs mit Captain Larsan im Pazifik. Noch einmal durchlebte ich die Geschichte von des Humphrey van Weyden, der unversehens auf dem Robbenfänger "strandet" und fortan mehr über die Natur des Menschen und die seinige erfährt, als er jemals wollte und jemals zu hoffen wagte.
Klar, Che auf seiner ganz eigenen Revolutionsturnee in Bolivien. Das allein reicht schon aus - sollte man meinen. Die ersten Hälfte gestaltet sich aber eher wie ein Pfadpfinderausflug und die Momente des Guerillas sind in Ihrer Inszenierung mehr als träge geraten. Hier zeigt sich dann auch, das Soderbergh ein Geschichtenerzähler und nicht unbedingt der Meister der Actionchoreographie ist. Konsequenz wird leider auch auf die Hintergründe von Figur und Geschichte bewiesen. Abermals wird für den Besucher nur der Lack der Vergangenheit poliert, statt ihn mitzunehmen auf eine hintergründige Zeitreise, die den Schleier des Warums wirklich hebt.
Mit Che verwirklichten sich Benicio Del Toro und Steven Soderbergh einen Herzenstraum und das merkt man dem Film auch an. Im Wechsel von Stil, Zeiten und Orten, wird immer wieder gesprungen: ein vor, während und nach der Revolution wird somit für den Zuschauer spürbar. Leider bleibt beim Streifen selbst, die eigentliche Motivation der Protagonisten, für den Betrachter stets hinter einem Schleier der Unnahbarkeit verborgen. Auch konzentriert sich der Film ganz auf seinen charismatischen Helden. Schön wäre ein Blick hinter die Revolution gewesen. Worin war die Ursache für das klägliche Scheitern, über die Dekaden begründet - evtl. schon durch den Beginn, die Revolution selbst?
Ein sehr interessanter Artikel von Philip K. Dick aus dem Jahre 1978, darf hier tief inhaliert werden: le click. Klar geht es "ganz nebenbei" auch wieder um Dick's Lieblingsthema der Menschfindung bzw. des Menschseins an sich. Für alle SciFi Liebhaber, Grübler und angehenden Autoren eine sehr leckere Kost!
Gut, mit Sport kann man mich ja bekanntermaßen auch kriegen, aber eben nicht in den Abendstunden. "Die Turnhalle" ist nahe dem Ostkreuz gelegen und bietet neben dem wohl größten, kleinen Vorspeisenteller der Welt eine wunderbar mediterrane Atmosphäre im Außenbereich. Genau das richtige für einen lauen Sommerabend.
Leider wird mit dieser 34er deutschen Ausgabe, der Leser um die Hälfte der englischen Originalversion (elfhundert Seiten) gebracht. Auch ist die historische Darstellung nicht immer ganz geglückt (die Prätorianer werden etwa als Garde bezeichnet). Trotz dieser und zahlreicher anderer Unzulänglichkeiten, weiß der Band, der in der Pseudo-autobiographischen-Sicht vorliegt, über das Leben und Wirken des vierten Kaisers der julisch-claudischen Dynastie zu gefallen. Teilweise mit einem Augenzwinkern ob der "großen Geschichte", liest sich das Werk sehr entspannend.
Russel Crowe spielt den Reporter Cal McAffrey. Unverhofft aber stets mit dem universellen Reporterriecher ausgestattet, stolpert dieser in die ganz große Politstory. Dabei werden so ziemlich alle Themen abgefrühstückt die man sich denken könnte (Mord, Intriegen, Sex, der dritte Golfkrieg und natürlich die innere Sicherheit der Staaten). Leider spielt der Film nicht mit den Vorurteilen dieses Genres sondern lutscht sie vom unaufgeräumten Reporterschreibttisch bis zur kleinen nervigen Anfängerkollegin alle durch. Insgesamt bleibt dann aber ein handwerklich sauberer Streifen, der genau das richtige niedrigdosierte Kinofutter unter der Woche stellt. Selbst Ben Affleck konnte den Film nicht verderben, einen kleinen Glanzpunkt neben Crowe setzt dann auch noch Helen Mirren als kratzbürstige Cheffin.
Der Tiefe See ist östlich des Zentrums von Potsdam zwischen der Berliner Vorstadt im Norden und Westen und dem Park Babelsberg im Süden und Osten gelegen, durchflossen wird er von der Hafel. Am westlichen Ufer des Sees befindet sich der neu aufgebaute Kultur- und Gewerbestandort der Schiffbauergasse mit dem Hans Otto Theater und dem Waschhaus. An einem lauen Sommernachmittag offenbart er seine ganze Pracht. Vom gegenüber gelegenen Park erschallen dabei stimmungsvolle Melodien, die vom Zauber der Freude künden.
Es handelt sich um das bislang erste Buch von Eschbach, welches mir zugetragen wurde. Der Titel mag ein wenig fantastisch anklingen, ist aber in seinem Wesen ein old school SciFi Roman mit mythologischen Anleihen. Darin erzählt der Autor die Geschichte einer Galaxie, in der einst ein Kaiser regierte, dem Oberhaupt verpflichtet, wurden auf tausenden Planeten Teppiche aus den Haaren von Müttern und Töchtern gewebt. So fein, dass es ein ganzes Leben brauchte. Doch was war die wirkliche Intention des Kaisers, was das wahre Sein hinter diesem Spiel? Die Geschichte wird dabei an Hand einzelner Episoden, welche sich zumeist auf losgelöste Charaktere in unterschiedlichen Regionen des Riesenreich zutragen, erzählt.
Schon wieder zwei Wochen her und nun endlich mal geschafft.
Nun bin ich erst seit knapp zwei Jahren wieder Berliner und fühle mich so wohl, dass mich der Nahverkehrsmarathon zwar so manchesmal erschöpft aber nicht in die Knie zwingt. Und so scheint es vielen Berlinern zu gehen. Es herrscht schon etwas mehr Angespanntheit zwischen Kaffee und Morgenpost und die Jahreszeit ist nicht gerade günstig gewählt ein Unternehmen kaputtzusparen oder den Privatisierungswahn auszuleben - aber es kommen eben doch noch alle an. Erfroren sind eben schon viele, erstunken noch keiner. Das wird wohl meinen Jahresbuchdurchsatz nochmals erhöhen. Alle Berliner fahren also weiterhin ab mit den Öffentlichen, bis auf Klaus Wowereit, der darf natürlich auch weiterhin Auto fahren. Die Fahrpläne gibt es im Internet für Berlin (le click) und für B-BB (le click).
Urbane Stadtkultur - gelegen - es darf geraten werden, genau am Mauerpark. Gestern Abend war es fast schon etwas kühl, die Atmosphäre im Mauersegler dagegen wohlig angenehm. Neben einer Auswahl an Nichtmodebieren (ja, das Wort hab ich mir gerade ausgedacht) wird auch frisch auf den Grill geworfen, was der Gast sich wünscht. Unbedingt empfehlenswert!
Im Auftrag des Prinzen Wilhelm, dem späteren Kaiser Wilhelm I., wurde der Park Babelsberg von Peter Joseph Lenné und Fürst Hermann von Pückler-Muskau erdacht und angelegt. Die eigentliche Geschichte des Parks reicht dabei schon bis in die Anfänge des 19ten Jahrhunderts zurück. Für einen Rundgang Berücksichtigung sollten auf jeden Fall der Flatowturm, das Dampfmaschinenhaus, der Marstall, die Gerichtslaube, als auch das Matrosenhaus finden. Erfrischung findet der geneigte wanderer in vielen schönen Biergärten, die zum Verweilen einladen.
Nachdem man bei id-Software eine der erfolgreichsten Softwaretrilogien im Bereich der Unterhaltung mit den DOOM Titeln etablieren konnte, steigen die Geschöpfe der Hölle den wackeren Protagonisten nun auch auf dem Küchentisch auf den Kopf. DOOM - the boardgame erinnert dabei recht stark an Starquest, ohne jedoch dessen Komplexität und Tiefe zu erreichen. Was kein Nachteil sein muss. Vielmehr ist der auf Schnelligkeit getrimmte Spielablauf eine ideale Nachempfindung des first-person shooters. Besonders empfehlenswert für Einsteiger.
Die Tussy Lounge, im wunderbaren Friedrichshain gelegen, ist einer 50er Bar der ganz besonderen Art. Wo sonst kann man sich neben dem Cocktailschlürfen gleich noch den fachkundigen Händen einer Friseuse hingeben? Eine interessante Menükarte, WLAN und eine nette Bedienung tragen ihr übriges für diese Empfehlung bei.
Die Volksbühne Berlin bietet zur Zeit ein ganz besonderes Spektakel auf. Einer Agora nicht ganz unähnlich wirkt das Gelände am Rosa-Luxemburg-Platz. Was aussieht wie eine Baustelle einpuppt sich als temporäres Amfiteater, das durch aus seinen Atmosphäre auf den Zuschauer zu vermitteln weiß.
Mangels totaler Zeitdeckung und adäquater Hardware unterm Tisch, ist meine Pro-Zocker-Karriere ja nun schon seit einigen Jahren eingeschlafen. Beobachten kann man den Markt aber schon ein wenig. Direkt aus dem Reich des Bösen - kommt von Microsoft Project Nathal. Der "Ganzkörpercontroller" soll mittels Infrarotlampe und Zweitsensor zentimetergenau Position und Bewegung des Spielers auswerten können. Nachdem mich die Spielerrei bei der Wii zwar begeistern aber nicht überzeugen konnte, steht bei den Redmondern ein potentieller Hit ins Haus und könnte die X360 nochmals ordentlich befeuern. Peter Molyneux, Lead-Designer solcher Giganten wie dem Theme Park (Original) oder Syndicate (hier ist natürlich auch das 1993er Original gemeint), ging dann gleich soweit eine Revolution zu verkünden. Vergessen werden darf dabei aber auch nicht, das der Kopf von Lionhead in der letzten Dekade hauptsächlich Hypes produzierte.
Also wenn das Logo nicht perfekt zum "dunklen tag blog" passt, dann weiß ich auch nicht mehr weiter. Irgendwo im Studentendorf Schlachtensee gelegen befindet sich der Club A18. Leider gab es kein Lagerfeuer aber dafür Meininger Pils. Zum philosophischen Gedankenaustausch scheint auch noch immer jemand da zu sein. Einzig der 70er Jahre Architekturcharme konnte mich noch nicht so ganz für sich einnehmen. Bestimm klappts beim nächsten mal.
Nun ein ausgesprochener Fan bin ich nicht gerade von Hellmuth Karasek, auch wenn man Ihm viel kurzweilig unterhaltsame Literatur zu Gute halten darf. Und darum handelt es sich auch bei dieser Biographie des Regisseurs Billy Wilder. Leider reitet Karasek zusehr auf Wilders drei bekanntesten Filmen, durch dessen bewegtes Wirken. Dabei sind es gerade die Anekdoten, die ein Leben mit Farben erfüllen. Am Ende bleibt dann aber doch ein unterhaltsamer Streifzug durch Hollywood stehen. Für Fans auf jeden Fall lesenswert.
Das Savignyplatzfest fand auch 2009 wieder statt. Neben vielen Snackbunden und kunterbunten Läden mit allerlei Trödel gab es im schönen Charlottenburg aber vor allem einen interessanten Musikmix zu lauschen. Vorwiegend an Jazzliebhaber gerichtet, sagen wir in sehr spezieller Interpretation. Nun dem Spass tat das trotzdem keinen Abbruch.
An der alten Schönhauser Allee, gleich hinter der großen Kreuzung in Richtung Mitte gelegen befindet sich das Cantamaggio. Neben excellenten Speisen, von netten und kompetenten Personal gereicht, bietet das Cantamaggio eine tolle Atmossphäre. Große Tipp - probiert Euch durch das Rotweinangebot. Übrigens alle Speisen sind ohne industrielle Würzmittel, Geschmacksverstärker, künstliche Aromen oder genmanipulierte Zutaten oder welches böse Zeug es auch sonst noch geben mag zubereitet. Wer sich einen Ersteindruck verschaffen will: Zwei Kellner, vor der Arbeit. Sinnierend, diskutierend, schweigend: le click.
Man nehme ein Franchise, dass eigentlich tot ist, einen Haufen unbekannter Darsteller, die Vorgeschichte zur Vorgeschichte der "aktuellen" Ereignisse, viel Feuerwerk aus der FX-Kiste, einen Regisseur welcher mit allen Weltraumwassern gewaschen ist und heraus kommt etwas sehr sehr rundes. Faszinierend - oder? Wahrscheinlich hatten die Bosse der Paramount gedacht, Regisseur J. J. Abrams hatte zuviel romulanisches Eale genossen, als diese Idee durchgewunken wurde, doch es funktioniert einfach. Dabei werden die Wurzeln von Star Trek niemals verleugnet, das gesamte Universum wird nur endlich neu interpretiert. In dem Trek zu den Sternen steckt noch viel ungeahntes Potential. Auftrag an die Macher für Teil 12 wäre dann nur noch, bringt endlich Magie in diese Unternehmung, dann klappt es auch noch besser mit den Emotionen.
Die diesjährige Ausgabe des "Karnevals der Kulturen" war hauptsächlich durch die erneut gute Laune von Veranstaltern wie Publikum geprägt. Das die Veranstaltung trotz des Namens eher nicht als Völkerverständigungsbeitrag im eigentlichen Sinne, sondern als Etnospektaktel mit vielen Straßenständen gewertet werden sollte, dürfte jedem klar. Spaß hat es auf jeden Fall wieder gemacht, vielleicht eben gerade durch das gefühlten Verhältnis von 30 : 50, Nationen- gegen Spektakelwagen beim Umzug.
Nach etlichen Jahren Internet bekommt die Politik dann auch schon etwas mit und verfällt in blinden Aktionismus. Dieser ist gleich in mehrerlei Hinsicht wirklich gefährlich und Frau Ursula von der Leyen sollte noch einmal jemanden fragen der Ahnung von der Materie hat. Das man mittlerweile als Kritiker sofort in den verdächtigen Kreis der Kinderpornographen aufgenommen wird, sei mal ausgeblendet. Das wirkungslose Sperren von einzelnen Seiten, gleicht da eigentlich schon dem Bauzaun, den man um eine Gruppe Krimineller stellt. Die Politik wird Ihrer Verantwortung zum Schutz der Gesellschaft durch wissentliches Ausblenden von technischen Fakten einfach nicht gerecht. Abgesehen davon gibt es keine richterliche Instanz und kein Kontrollgremium, die dem BKA die Seitenauswahl bestätigen müssen. Das ist Demokratie? Ja, denn jetzt muss das Volk handeln und das können wir alle noch bis zum 16.06.2009 hier: le click.
Namensgebene Geschichte aus dieser Sammlung von Novellen, gehört sicherlich zu den populärsten Werken des österreichischen Literaten. Daneben findet sich dann auch noch "Die Schachnovelle" welche vielen durch die Verfilmung mit dem guten Curd Jürgens noch in Erinnerung sein dürfte. Mein persönlicher Favorit ist allerdings "Der Amokläufer". Derart gewaltige Emotionen in Worte zu hüllen ist wirklich eine Gabe. So unterschiedlich die Erzählungen, Ihre Hintergründe und Protagonisten auch sein mögen. Eines ist ihnen stets gemein: die Hingabe, die Suche nach Erfüllung, die Sucht nach der Liebe. Wer sich von diesem Meister der Worte einlässt wird es nimmerlich bereuen.
In meinem erklärten Lieblingsstadtteil Kreuzberg, genauer an der Schule für Erwachsenenweiterbildung fand der erste Poetry Slam mit LAUTSPRECHER-Einsatz statt. Zehn Künstler lieferten sich einen Wettstreit der Worte und meines Erachtens gab es neben dem Publikum einfach Mehrfach-Gewinner.
Machen wir es kurz. Der Star war das Kino! Die Astor Film Lounge am Kurfürstendamm gehört mit zu den geschmeidigsten Kinos, in denen ich bislang abgetaucht bin. Darum wird es hier zu passender Stelle auch noch mal einen Sonderbeitrag geben. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf das nächste mal wenn es heißt: "Garderobe bitte hier, hatten Sie schon Ihren Begrüßungsdrink?"
Im meinem geliebten Martin-Gropus-Bau gibt es derzeit eine Ausstellung zum Werk des Fotografen Hannes Kilian (1909 - 1999) zu bestaunen. Auf leichte Art führt der Rundgang durch die einzelnen Stationen von Kilians Schaffen. Beginnend mit seiner Drangperiode nach seinem Abschluss, bis in die späten Jahre seines Wirkens, in denen er versuchte, das Medium aus seiner gegebenen Starrheit zu entreißen. Kilian war vor allem für seine nicht glorifizierende Trümmerfotografie, sowie seine Balletaufnahmen bekannt. Auch wenn sich die Räumlichkeiten arg begrenzt zeigen, unbedingt empfehlenswert. Ebenso sollte der geneigte Besucher, einen Abstecher in die Liselotte Greschebina (Billigheimer) Ausstellung wagen.
Gleich ein zweites mal in die Stummfilmreihe im Babylon abgetaucht - mehr durch Zufall als Berechnung. Verwunderlich am Agententreiben um geheime Abkommen, zwischen Großmächten und einem wahnsinnigen Bösewicht war, dass es auch heute noch fasziniert. Ja gut, heute werden Actionsequenzen rasanter geschnitten und die übertriebene Mimik der Schaspieler lädt mehr zum schmunzeln als fiebern ein, doch funktioniert ein moderner James Band vom inneren Skelett her gleich. Regisseur Fritz Lang meinte übrigens selbst über sein Werk, dass es ein kleiner Film sei (800.000 Reichsmark gegen ein Budget vom vorhergehenden Film "Metropolis" mit 5 Millionen Reichsmark) - dem kann hier nur vehement wiedersprochen werden. Auch wenn die Gesamtspieldauer von über 2 1/2 Stunden durch die damalige Inszenierungsart arg dehnend ist, sollte man mal einen Blick riskieren. Gerade noch so das "Kunst-Label"...
Lassen wir das mal kurz Revue passieren. Im Namen der Freiheit und Gerechtigkeit werden brutalste Folter- und Verhörmethoden (welche übrigens jedem wissenschaftlichen Erkenntnisstand widersprechen) eingesetzt. Diese Verbrechen kommen schließlich ans Licht und die Veröffentlichung der entsprechenden Belegbilder wird von einem ordentlichen Gericht der Vereinigten Staaten angeordnet. Präsident Barack Obama hält diese nun aber wissentlich zurück. Zeigt eigentlich nur, dass dieser Präsident sich der Demokraten zugehörig zeigt, in seinem Denken ist er aber ein Republikaner. Was dieser dann auch gleich noch mal damit unterstreicht, dass er die Folterer nicht bestrafen wird.
In letzter Zeit scheint mich die Torstrasse auf gar magische Weise anzuziehen. Das erste mal im Schmittz war dann natürlich auch noch dem 2 mal 11 Spiel gewidmet - der Ball übrigens wie immer ganz in Leder. Beim erneuten Aufeinandertreffen von Hamburger SV und Werder Bremen, hatten die Grünen wieder einmal das glücklichere Ende für sich. Die Stimmung im Schmittz war fabulös und annimierte mich zum erneuten reinschneien.
Gut - im Grunde genommen braucht ein solches Werk hier keiner kritischen Betrachtung zu unterziehen, wenn es wie das vorliegende Exemplar über jeden Zweifel erhaben ist. Dennoch muss und wird es als Stein im Gebäude dieses blogs und seines eigentlichen Zieles seinen Platz einnehmen. Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull prägten nicht nur das Leben von Mann selbst (er begann 1911 und schloss erst 1954) sondern auch das unzähliger Schülerschaftsgenerationen. Dabei wird diesem Stück Belletristikgeschichte eine solche Plünderung trotzdem nicht schadhaft sein. Geschichte, Protagonisten und vor allem sprachlicher Stil sind wie ein ziehender Ozean, aus dem man sich als geneigter Leser, nimmermehr befreien kannt.
In der Torstrasse befindet sich das Kaffee Burger, temporär auch als die Russendisko bekannt. Zum Geburtstagsumtrunk unter der Woche, ging es dort dann allerdings doch ruhiger zu als erwartet. Trotzdem: Sinniges Ambiente in verbindung mit einer funky-Musikauswahl, stimmten mich schon auf den nächsten Besuch ein.
Der diesjährige Arbeiter- und Kampftag war ruhig geradezu brüderlich. Damit meine ich keine überbordende und sinnlosen Gewaltzüge durch diverse Städte, sondern die allgemeine Anteilslosigkeit weiter Teile der Bevölkerung. Oder ist das schon die schleichende Agonie, die hier um sich greift? Scheinbar sind alle bereit auch diejenigen weitermachen zu lassen, die nicht nur für das System, sondern auch für sein Scheitern verantwortlich sind. Ferner noch, die das Scheitern des Systems in Kauf genommen und vielerorts auch noch zu verantworten haben, durch passives Verharren oder aktives partizipieren am globalen Rausch. Da bleibt an dieser Stelle denn nur noch Platz für Sarkasmus.
Wieder erwarten bekommt der geneigte Leser keine meine rpolitischen Ansichten geliefert, den Nachklapp zum ersten Mai könnt Ihr aber noch erwarten, es geht heute einfach um den Ampelmann am Ausschank.
Falafel, Döner, Dürüm, Kaffe, Pizza - aber vor allem gibt es im Ali Baba den gleichnamigen Ali Baba Teller. Jener ist eine dermaßen männlicher Herausforderung, dass man nur noch blinzeln kann, wenn man glaubt sich durch alle Köstlichkeiten probiert zu haben. Zu finden ist der cronisch überbesetzte Laden gegenüber vom Lichtblick in der Kastanienallee.
Am ersten Tag, dem Arbeiter- und Kampftag, stand für uns das Volksfest "My Fest" im Mittelpunkt der Betrachtung und in der Mitte von Kreuzbergs Oranienstrasse. Vom Kotti ging es vorbei an allerlei wohlrichenden Straßenständen und jeder Menge Jugendlicher, die verschiedenste Arten von Gerstentrunk der Menge reichten. Die Frage nach Ausschanklizenzen, habe ich an dieser Stelle zurückgestellt. In der Sonne durch absolute Relaxion Flagge zeigen, hat einfach mal gereicht.
So debil sich der Untertitel anhört, so dermaßen hanebüchend gestaltet sich das Drehbuch für dieses Sequel. Eine Aneinanderreihung von gelungenen Actionszenen, wiederspenstigen Kameraeinstellungen, derben Witz- und Sprachgebrauch, Gast- und Cameo-Auftritten (u.a. David Carradine und Jenna Haze) gehexelt , gerührt und mehrfach zur Explosion gebracht garnieren das erste Sequel von Chev Chelios Rückkehr aus dem Reich der Toten. Wenn man das ganze als großen Spaß betrachtet, wird man eben auch diesen dabei haben, wer allerdings eine erneute Erfindung erhoffte, wird gnadenlos enttäuscht. Denn Crank 2 rührt das Erfolgsrezept einfach gekonnt weiter und vll. muss eine Fortsetzung auch nicht umbedingt eine Neudefinition sein, sondern einfach nur Spaß machen und vll. muß nicht jeder Spaß tiefschürfend analysiert werden?
Wiiliam Shakespeare soll in seinen famosen Formulierungen auf bis zu 15.000 funterschiedliche Wörter zurückgegriffen haben. Fällt die Sprache als Ausdrucksmittel weg, ist es an der Mimik, dies zu kompensieren. Asta Nielsen soll über einen ebenso umfassenden Fundus an visullen Ausdrucksmitteln verfügen. Ganz bestätigen konnte ich das nicht (habe natürlich mitgezählt). Insgesamt schwankte die Komödie zwischen Heiterkeit und Trivialität vor sich hin. Unglaublich stimmungsvoll war die live Begleitung durch Graf von Bothmer am Klavier.
Nachdem der Norden zunächst durch den guten Mertesacker (entwickelt sich in letzter Zeit ja eher im Angriff), in Führung gegangen war, konnte die alte Dame in der zweiten Halbzeit durch Tore von Simunic und Rafael das Spiel sogar noch wenden. Auch wenn das Spiel zeitweilig ein wenig dahinplätscherte, war vor der Traumkulisse, im fast ausverkauften Olympiastadion die Stimmung gut und die Sonne heiß. Wenn demnächst auch noch der Rasen glühen würde, wäre es grandios ... - aber wo gibt es das schon?
Ja, ja schon klar - es ist Händeljahr. Der 250te Todestag von Georg Friedrich Händel war dann aber doch nicht Anlass für den Besuch der Komischen Oper.
Nachdem ich zunächst nur die Verfilmung kannte, war das Thema "V wie Vendetta" für mich eigentlich durch. Stellenweise arg zäh und leicht unzusammenhängend, offenbarte es den Charme von unfertigem Einheitsbrei. Das dies aber nicht auf die ursprüngliche Comicversion zutrifft, ist ein wahres Glück. Ein fiktives, faschistoides England im Jahr 1997 wird von einem vermeintlichen Terroristen mit dem Auftreten eines Guy Fawkes, aus seinem Schlaf gerüttelt und zurück in die Freiheit des Individuums gestürtzt. Das ganze Werk agiert in seinem Vorranschreiten vollkommen kompromislos und offenbart dem Leser eine stimmige in sich geschlossene Welt und Charaktere.
Der MfS Agent Achim Detjen aka Werner Bredebusch gerät in Lisboa zwischen die Fronten von internationalen Waffenschiebern, NATO und die schönsten Augen der iberischen Halbinsel.
Klar, wer brunchen geht (s.u.) und grillen muß - bis zum Exzess (siehe erst recht, aber noch viel weiter unten), der darf nach der Winterpause auch wieder so richtig auftreten. Neben meiner Standardstrecke am Griebnitzsee, war ich nun zum ersten mal auch auf urbanem Terrain unterwegs. Dabei waren Prenzlauer und Schönhauser Allee noch besser zu besprinten, als es zuerst den Anschein hatte. Also abgesehen von ungeduldigen Radfahrern, Stöcke schwingenden Passanten, kleinen Kindern die einen mit Eis vollschmieren und Hunden, die doch nur spielen wollen. Wer es mal nachlaufen will, klickt hier: le click.
Ecke Kopernikusstrasse und Simon Dach Strasse findet man die TEMPObox. Letzten Sonntag ließen wir uns bei angenehm frühlingshaften Temperaturen dort zum Brunch nieder. Übrigens mein erster, seit fast einem halben Jahr - ich sollte umbedingt an meiner Frequenz arbeiten. Lokal und Bedienung sind freundlich gut, natürlich irgendwie. Kleiner Tip: Früh genug an die Reservierung denken!
Religulous ist eine sanft, böse Dokuabrechnung mit allen Religonsfanatikern und Nutzniesern des Glaubens selbst. Initiiert wurde dieses, wohl leider viel zu unbekannte Werk von Bill Maher, der den meisten denn, wenn überhaupt über seine Stand-Up-Comedian Vergangenheit in den 1980ern in Erinnerung sein dürfte. Maher versteht es dabei trefflich all denen einen Spiegel vorzuhalten, die die Macht des Glaubens zur Korruption des Menschen missbrauchen. Manchmal kommt er dabei etwas hemdsärmlig daher, manchmal etwas zu gewollt und manchmal ist er einfach unterhaltsam gut. Seine respektlose Interviewführung steht dabei leider auch etwas im Gegensatz, zu den "gefestigten" Interviewpartnern. Bis auf das zu tumultartige und zu schnittlastige Ende ist der Film auf jeden Fall den ersten und zweiten Blick wert.
Nachdem ich dem Zeitplan nun schon um gute drei Monate hinterherhinkte (man schaue ein Jahr zurück) ergab sich an diesem Wochenende durch Zufall der doppelte Feuerspaß. Was als Umzug begann, fand sein Ende an der Flamme und was eine schnelle Heimfahrt werden sollte, fand sein Finale im Mauerpark. Nächsten Dienstag geht es auf der Dachterasse weiter. Womit Euch neuerliche Berichte über meine Grillumtriebe erspart bleiben. Bestätigt sich mal wieder die Ansicht, dass sich Feuer schneller ausbreitet als man denkt. Wenn Ihr mir diese Wortspielerei verziehen habt, seid entlassen mit den Worten:
Die umwerfende Vorlage von Alan Moore und Dave Gibbons ist nicht nur auf der Liste "Time Magazine's 100 Best Novels" gelandet, sondern räumte auch gleich noch den Hugo Award ab. Nachdem ich nun die letzten vier Wochen seelenruhig ins Land gehen ließ, mußte die Verfilmung bei einem Spontanbesuch im Colusseum blitzartig einwirken. Und sie rollte über mich wie ein wogendes, ja peitschendes Gewitter. Klar, technisch ohne Zweifel kam sie daher, aber wie sah es mit den inneren Werten aus? Wunderbar! Die Geschichte war sehr nahe an der Literaturvorlage, aber was noch viel wichtiger war, die Charaktere waren voll Leben erfüllt. Feinste Psychogramme gaben sich mit bildgetreuen Szenen einem ständigen Wechsel hin. Umbedingt empfehlenswert.
Beim umräumen (jaja, dazu werdet Ihr auch bald etwas lesen) fiel mir dieses ungelesene Fantasyexemplar in die Hände. Eigentlich hatte ich mit den Spaßbüchern von Vielschreiber Terry Pratchett schon vor einer ganzen Zeit abgeschlossen, - doch alte Leidenschaften kann man nicht ungelesen wegstellen. Im achten Roman der Scheibenweltreihe werden Asiatische Fabeln, ebenso wie westliche (z.B. Conan) durch den Kakao gezogen. Die Figuren sind meist unterhaltener Natur, vor allem wenn sich bekannte Gesichter (Rincwind und True) darunter mischen. Insgesamt stellte sich ein ums andere mal ein Schmunzeln ein, aber wirklich komisch wurde es kaum. Ich weiß jetzt wieder, warum ich die Scheibenwelt seit Jahren nicht mehr besucht habe.
Zwei Freunde von mir sind schon seit einiger Zeit auf dem Gebiet der Videojournalismus umtriebig. Nun haben sie Ihre Kompetenz in einer Webpräsenz veröffentlicht, auf die ich an dieser Stelle verweisen will. Unter: http://www.webvideo-net.de/ sind die Angebote zu erreichen. Umgesetzt wurde übrigens mit WordPress (hoffentlich bekomme ich die Portierung meines blogs irgendwann noch mal hin).
Als Informatiker hat man schon so manches Portal und so manches Netzwerk erkundet. Eigentlich, bin ich für meine Person zu dem Schluß gekommen, dass dann auch mal einfach hier Schluß ist mit neuen Portalen und Netzwerken. Nun wurde ich ganz sanft dazu überredet, "facebook" doch mal eine Chance zu geben. Mal davon abgesehen, dass ich noch immer nicht alle Funktionen durchschaue, verstehe oder gar ausprobiert habe, ist das Probierte jedenfalls schon ganz lecker. Denn die Spielereien sind einfach mal sexy. Empfehlung und selber mal anschauen.
Das Maxim Gorki Theater lud zu Clavigo und wir nahmen an. Die Geschichte des fulminant auf allen Gebieten auftrumpfenden Clavigo, der sich nicht zwischen "Freiheit" und Liebe entscheiden kann, ist ein zeitloses Plädoyee über die Unvernunft der Entscheidungsunwilligkeit. Grandios an dem Stoff, zu dessen Schaffung sich Goethe übrigens durch eine Wette hinreißen ließ, ist das sich der Schwerpunkt der Handlungsunfähigkeit des Protagonisten nicht aus sozialen und gesellschaftlichen Gefügen, sondern eben allein aus der "strategischen" Überlegung des Protagonisten ableitet. Das anschließende Gespräch mit dem Dramatiker des Maxim Gorki Theaters, war der perfekte Diskussionsrahmen, um Einblick in die gestalterischen Entscheidungswege zu finden. Wunderbar! Wer es nochmal ganz und ohne Interpretation durch Dritte lesen möchte, darf sich hier austoben: le click
Ja gut - , wenn man sich einmal entschieden hat, eine umfassende Sammlung utopischer Literatur zu starten, muss man auch mit Ausrutschern rechnen. Das mir jetzt aber so viele in Folge unter die Finger gekommen sind, sollte mir ein Signal sein. Dabei ist Rasch's Roman kein totaler Untergang aber eben doch ein grauer Meteor und keine Supernova! Gute Einfälle für die Skizzierung einer zukünftigen Gesellschaft, werden vom Autor allzu leichtfertig mit vollkommen uninspirierten Formulierungen und laschen Charakteren aus der Hand gegeben. Die eigentliche Weltenrettungsgeschichte - ein Bruch in der atlantischen Kruste, Zeitreisen und Außerirdische in einem Buch(!) - wirkt in ihrer Darbietung absolut naiv. Wenigstens kam ob einiger Handlungsorte (siehe Zitat) ab und an ein Schmunzeln über des Rezensentens Gesicht.
Direkt am Kollwitzplatz, Prenzlauer Berg, befindet sich das Restauration 1900. "Gediegene Old-School" waren die Worte, die mir anlässlich eines Abendessens zunächst in den Sinn kamen. Sehr feine Einrichtung, in Kombination mit guter Bedienung. Die Karte selbst ist aber der eigentliche Star. Bei mir fiel die Wahl schließlich auf das Berliner Schnitzel (auch als falsche Kotellets bekannt). Die Portion war extrem vornehm, was umso schmerzlicher war, da sie sich als feiner Genuß enthüllte. Wer schon mal Hunger aufbauen möchte, klickt hier: le click.
Die Sonne schien und ich weilte seit über zwei Jahren mal wieder in Wrocław, was mir am Anfang aber gar nicht bewußt war. Erst auf dem Marktplatz bemerkte ich die offensichtlichen Übereinstimmungen, mit meinen sehr verblassten Erinnerungen. Die Sonne schien und zwischen Altstadtflair und Plattenbauten machte sich bei mir ein sehr wohliges Gefühl breit. Polnische Spezialitäten und frühlingshafte Atmosphäre versüßten den Besuch in der Oderstadt. Es war tatsächlich ein Genuß.
Nach langer, langer, ja wirklich sehr langer Zeit, war ich mal wieder in Leipzig zugegen. Eigentlich in terminlicher Natur, wollte ich trotzdem noch schnell einen Blick zur Buchmesse werfen, die ich vor noch viel längerer Zeit das letzte mal besuchte. Doch erstens kam es anderes und zweitens als ich dachte. Die Bremskraft meines Golfes rutschte bis zum Bodenblech und mein Fuß gleich hinterher. Rettung für den Bremssattel, gab es nur in der Werkstatt, die dieses Teil natürlich nicht vorrätig hatte. So verbrachte ich viel Zeit mit warten und senieren übers Leben.
Bei Clint Eastwood scheint es wie mit dem Gran Torino selbst zu sein. Als er rauskam, unverwechselbar und manchmal unbeherrscht kraftvoll. Mittlerweile ein Klassiker.
Nun eigentlich war ich ja vom 02. bis 08. März in Hannover vor Ort und bin die ersten Tage nur am Abend aus der Halle raus gekommen. Im Grunde war das mal eine Erfahrung, die aber nicht unbedingt nach Wiederholung schreit. Viel, viel Schein, der sich fast ausschließlich um die Generierung von Presseberichten dreht. Richtige highlights konnte ich für mich nicht entdecken. Für Hersteller und Reseller noch einigermaßen von Interesse, konnte ich nicht verstehen was die ganz kiddies auf diese Fachmesse führte, denn für Endverbraucher war es ähnlich interessant, wie das Studiums eines Schaltplan einer Spielekonsole. Zum Glück gab es ja noch Messeabende!
Das Berlin Kreuzberg eine gute Adresse für die Nacht ist, braucht hier wohl nicht weiter diskutiert werden. In der Skalitzer Strasse befindet sich von außer sehr unscheinbar das KIRK.
Keawe von Hawaii bekommt die Büchse der Pandorra in Gestalt des Flaschenteufelchens in die Hand und stürzt sich auch sofort in deren Gebrauch. Er erfüllt Dir jeden Wunsch, doch dafür wird Deine Seele nach Deinem Tod von ewiger Verdammnis heimgesucht. Es sei denn, Du findest zuvor einen Käufer, für einen gerineren Preis als Du ihn entrichtet hast. Als Keawe ein zweites mal die Flasche in seinen Besitz bringt, bezahlt er nur noch einen Cent ...
Das b-flat in der Rosenthaler Straße stand ja schon längere Zeit auf meinem Plan, nun wurde es endlich etwas. Simin Tander Band waren zu hören und all jene, die nicht zugegen sein konnten, bekommen hier was auf die Ohren. Ein sehr vielfältiges Repartoure in Verbindung mit absoluter Instrumentenbeherrschung. Während die Schneeflocken fielen und die Trams vor den Fenstern ihre Bahnen zogen, kam ich zu dem Schluß: Ganz schön gut, wenn sich auch kein Rausch einstellen wollte.
Was sich dem Leser als kruder Mix zwischen Fantasy, wissenschaftlicher Fantastik und Abenteuerroman vorstellt, entpuppt sich dann in der Tat als unausgegorene Mischung, die sich geschmacklich nicht entscheiden kann. Dabei ist der Aufhänger der Geschichte noch relativ verheißungsvoll. Nichts Geringeres als das Schicksal der Welt steht (wiedermal) auf dem Spiel. "Unheimliche" schwarze Kugeln bedrohen die Menschheit. Doch langweilige Charaktere, ein Handlungsfaden von erschreckendem Gleichmut und sprachliche Gefälligkeit lassen das Werk hoffnungslose Rezensionswerte erreichen und hoffentlich bald auf eine Kugel stoßen.
Die Intention für die gewählte Fassung zur RAF Geschichte war es laut Edel, „ …die Geschichte der RAF nicht jemandem (zu) erzählen, der sie schon kennt, […] sondern unseren Kindern, die so gut wie nichts darüber wissen.“. Das ist gelungen, wenn auch mit leicht überzogener Brutalität. Das Terrorismus pure Gewalt ist, stet außer Frage. Doch muss man dem Publikum alles mit dem Hammer auf der Stirn servieren. Leider schafft es der Film nicht, die Motive seiner Protagonisten herauszustellen und scheitert so an einer interessanten Charakterzeichnung. Insgesamt mehr als ein Popcornereignis, aber keine Geschichtspflichtprogramm für Cineasten.
Nach ewig langer Zeit endlich mal wieder beim Brunch gewesen. Ein bisschen verspielt und ein bisschen verträumt erschließt sich dem Besucher das Cafe Anna Blume zunächst. Ein wenig zu klein sind sie geraten die Tische, doch ist das der Gemütlichkeit nur wenig abträglich. Ein warmes Ambiente breitet sich aus und lädt ein zum verweilen. Speisen, Getränke und der Service bewegen sich auf angenehmen Niveau. Die kurze Wartezeit auf die Platzierung (kein Spaß) kann mit bereitliegender aktueller Literatur überbrückt werde.
Nachdem der Engländer H. G. Wells die erste Invasion der Marsmenschen schon 1901 zurückschlagen konnte, versuchten sich die Gebrüder Strugatzki an einer zweiten. Dieses Werk schlendert dabei wunderbar leichtfüßig zwischen Drama, Groteske und Satiere hin und her. Auf genaue technische Beschreibungen von Invasionsablauf, sowie der Invasoren selbst wird verzichtet und stattdessen das Augenmerk auf Gesellschaft, Moment und Altagsproblematiken gerichtet. Feine Charakterausgestaltung und dramaturgische Elemente wissen in jeder Phase regelrecht zu begeistern.
Ja, es haben alle Recht, die meinen, dass die Kleidung der abgebildeten Personen nicht zur Jahreszeit passen. Ich kann an dieser Stelle nur anführen, noch nicht einmal eine Chance in bei neuzeitlichen Kunstliebhabern fände. Nach diesem Exkurs zur Bar. Das Deutschland gegen Norwegen mit 0:1 untergegangen ist, darf man der Kneipe natürlich nicht anlasten. Freundliche Bedienung, nebst fairen Preisen und viel Schaufläche für den Rasen bedienen den Kunden sehr. Tipp: Unbedingt die Sanitäranlagen aufsuchen!
Ein weiterer Reiseführer aus der National Geographic Reihe gesellte sich nun durch Zufall in mein Regal. Nach einleitendem Geplänkel über Geschichte und geographische Fakten, wird dann der bevölkerungsreichste Bundesstaat nach Reisezielen separiert, einer näher gehenden Betrachtung unterzogen. Dabei weiß das Werk durchaus zu gefallen, wenn sich Kulturrundgänge mit Shoppingtips Hand in Hand ergänzen. Als besonders empfehlenswert sind die angegebenen Autorundfahrten zu erwähnen, gerne hätten es hiervon mehr sein dürfen.
Eine Gebrauchsanweisung kann solch ein schmales Werk nicht sein, eine Einführung in eine Gesellschaft allerdings schon. Selbst immer wieder mit dem Hinweis versehen, dass es sich bei "dem Amerikaner" um eine Verallgemeinerung handeln muss, damit ein solches Werk überhaupt Bestand haben kann, gibt das Buch einen guten Einstieg in die Denke und das Verhalten des US-Bürgers. Es finden sich neben nützlich, praktischen Tipps auch jede Menge unterhaltsamer Anekdoten. Das ideale Mittel, um den Flug verfliegen zu lassen.
Der schönste Tag war sicherlich der 31. Januar. Zunächst ging es von Stanford aus auf den Highway 101 Richtung Süden, mit Kurs Monteray. Weiter auf der Interstate 1 Richtung Point Lobos State Reserve. Danach besuchten wir Julia Pfeifers Burns Sure State Park. Dabei war die Fahrt auf der Interstate 1 direkt an der Küste entlang eines der erfassensten Erlebnisse bislang. Der Pazifik zum greifen nah und das Ende aller Sorgen und Verantwortung lag einfach vor meinen Augen. Es wäre müßig weitere Einzelheiten niederzuschreiben. Manches lässt sich nur fühlen.
Die Neuverfilmung des Robert Wise Klassikers von 1951 besticht durch seine zahlreichen Facetten der vollkommenden Überflüssigkeit. Das der Film die erste Viertelstunde einfach nur langweilig ist, könnte man noch verzeihen, doch danach wird er richtig schlecht. Das sich zum Ende hin dann auch noch logische Fehler dazugesellen, kann wenigstens als konsequente Linie der Filmemacher bewertet werden.
Messe Nord/ICC ausgestiegen, zugegebenermaßen - leicht hunrig. Es präsentierten sich so viele Nationen und Regionen, dass es nicht nur leicht unübersichtlich in teilweise drei Etagen, sondern vor allem sehr abwechslungsreich zuging. Von Herzhaftem bis zum süßen Dänen-Eis, war alles zu kaufen, was den Gaumen erfreute. Aber die Notwendigkeit dieser Veranstaltung hat sich mir nicht erschlossen. Fazit: Eher fraglich für das nächste Jahr.
"Tagebuch eines Wahnsinnigen" nach dem russischen Schriftsteller Nikolai Gogol wurde im Deutschen Theater nun wohl schon ein Jahr gegeben. Dabei muss es irgendwie schal geworden sein. Das wir uns nicht falsch verstehen, Samuel Finzi konnte hervorragend unterhalten, doch fehlte der Inszenierung selbst, der Schliff oder Biss. Wie bei einer neutralen Speise, kann man es zu sich nehmen, man muss aber eben nicht.
In seinem Roman "Das Geld" führt Zola die Finanzwelt und Ihre obskure "wissenschaftliche" Praxis genauso vor, wie die Verlockung des Geldes für den Menschen. Am Beispiel des Finanziers Saccard, welcher mit Gründung der Union Generale ein katholisches Bankenimperium für Frankreich dort aufbauen will, wo Napoleon mit seinen Kanonen nicht weiterkam. Im Kampf gegen die Realität und die übermächtigen Gegner im Börsenspiel verlieren am Ende alle.
Tragbare Bildung und das für jedermann, da von Kosten befreit. Auch wenn meine Person ab und an allergisch auf geschlossene Systeme reagiert, liegt im Moment Apple mit iTunes U, sowohl im Chick als auch Bedienung mit obenauf. Wichtig ist nur hier wie aller Orten, dass man nicht vergisst, diesen wunderbaren Content auch noch an anderer Stelle vorzuhalten.
"Der Schnitt" unter der Regie von Thomas Ostermeier spiegelt eine Gesellschaft wieder, in der sich ein Regimewechsel vollzieht. Ein langsamer Gesinnungswechsel, dem auf Grund des alten Denkens kein wirklicher Freiraum zur Wandlung der herrschenden Schicht zur Verfügung steht, zeichnet sich als zu bedächtig ab.
In schmerzhaft realen Bildern gelingt es den Machern, jedwede Glorifizierung des organisierten Verbrechens nicht nur zu vermeiden, sondern regelrecht vorzuführen. Da ist nichts lohnenswertes, da ist nichts ehrenhaftes, da ist nichts was man rechtfertigen kann.
Über Jahre hütete ich diese Sammlung der letzten Schriften von Adams in meinem Schrank - origanlverschweißt - versteht sich. Warum? Nun es war das letzte Buch des Britten, dass ich noch nicht gelesen hatte und danach ist für immer Schluß! Über Weihnachten war es nun soweit!
Der Jahrhundertroman im Jahresfilm. 150 Minuten darf man in der relativ werkgetreuen Adaption, im Lübeck des 19ten Jahrhunderts das Generationenschicksal der Kaufmannsfamilie mitverfolgen und sich fragen, warum das zwar gut gespielte aber leider nicht oppulent ausgestattete Werk eigentlich so pompöisiert wurde. Verdoppelt in der Qunatität, hätte man auch beruhigt einen Fernsehdreiteiler daraus machen dürfen. Herrausragend gut, haben mir allerdings das Gefühl für die Inszenierung und das Geschick der Maskenbildner gefallen. Für alle Mann-Fans sowieso Pflicht, alle anderen müssen mit kleinen Enttäuschungen rechnen.
Insgesamt gallt es 16 Dancefloors mit 30 DJ’s zu belauschen. Auch wenn Veranstaltungen dieser Größenordung, doch so gar nicht meinem Naturell entsprechen, hat es mir sensationell viel Spaß bereitet. Leider war es gegebenermaßen nicht möglich, sich an allen akustisch Gobtenem zu berauschen. Insgesamt wird der Musikauswahl aber ein "gut" bescheinigt. Wiedererwarten bewegte sich die Anzahl der Besucher im tanzbaren Rahmen, soll heißen, man konnte selbst ab und an mit dem Fuß wippen.
Band neun der umfassenden Kurzgeschichtensammlung durch den Haffmanns Verlag, dem Sci-Fi Fans auf ewig Dankbarkeit zeigen dürfen, bringt den Leser elf Kurzgeschichten, von wahrlich fantastischem Niveau. Eine sticht dann doch noch heraus, wie ein Pulsar im dunklen Raum. "Der Krieg mit den Fnools" vereint sämtliche Klischees der 50er Jahre, sozial wie utopische Elemente gleichermaßen und beeindruckt mit wahnwitzigem Humor gleichermaßen wie mit seiner Geschwindigkeit.
Was man sich so wünscht. Vielleicht mehr Streit über die Macht? Verantwortung geht mit Macht einher. Leider ist dies vielen Verantwortungsträgern vollkommen abhanden gekommen bzw. wird zwanghaft ignoriert. Logisch verstehen kann ich, warum ein System künstlich beatmet wird, das eigentlich kurz vom Totalkollaps steht. Warum die Helfer aber ausgerechnet die sein sollen, welche das System ausnutzt ...? Logisch verständlich ist, dass diejenigen, die alles zu verlieren haben ihre Macht darauf fokussieren, ihre Macht zu erhalten. Es wäre aber trotzdem eine willkommene Abwechslung, wenn z.B. das Elterngeld erhöht würde und den Banken weniger Mittel zum Verheizen zur Verfügung gestellt würde. Es ist interessant, worüber man so beim Frühstück nachdenkt. Kaum auszumalen, alle täten das den ganzen Tag ...
Heiligabend, 22:00 Uhr, St. Marienkirche Stralsund. Es ist kalt. Nicht einfach kalt sondern diese trockene unbeschwerte Kälte, bei der man schwankt zwischen Genuss und Leid. Ich entscheide mich zunächst für Genuss. Müssig die einzelnen Stücke anzuführen. Ich erlebe sie. Es ist gut. Kälte umschließt die Szenerie und so wie der Atem sichtbar die Münder verlässt, geht auch die Wärme aus den Körpern. Es ist wunderbar. Es knistert. Dann merke ich, das ist nicht die Stimmung, - irgendjemand genießt es sein Bonbon auszupacken - bis zur Unendlichkeit und noch ein bisschen weiter. Ein Exhibitionist der Akustik denke ich mir und widme mich wieder der Stellwagen-Orgel.
Auf Pirate Cat Radi (87.9 FM) 10pm-midnight PT dürft Ihr Euch heute ein zweistündiges Spezial über einen der besten SciFi Literaten aller Zeiten zu Gemüte führen. Anlass dafür ist die Wiederkehr seines Geburtstages. Hätte es Horselover Fat manchmal ruhiger nehmen sollen und heute 80 werden sollen? Dann wären unter Umständen einige der wichtigsten Romane nie entstanden. Viel wissenswertes findet sich bei der wikipedia. Wer sich für den meist erst reichlich postumen Ruhm interessiert, findet in der Harald Tribune einen, wenn auch leicht angegrauten, interessanten Artikel. Das heutige Zitat fällt naturgemäß leicht in der Wahl aber nicht leicht im Inhalt aus.
... und der Rezensent aus allen Wolken. Der Ansatz von Alexander Kröger Kritik durch den unbedarften Blick eines Außenstehenden auf die politischen Strukturen der späten 60er Jahre des letzten Jahrhunderts zu werfen ist wohl gewählt, doch verfällt der Autor dabei in eine Schwarz-Weiß-Malerei, die dieses Werk als Propagandaliteratur ersten Grades kennzeichnet. Dies geschieht dann auch noch mit der gleichen Naivität, mit der die sieben auf der Erde gestrandeten außerirdischen Kosmonauten Ihre Umgebung und sich betrachten. Teilweise gipfelt dies in ungeahnt lächerlich wirkenden Trivialitäten in Stil und Inhalt. Was zur sarkastisch-humoristischen Satire hätte werden können, ist ein Abenteuerwerk, welches letztlich traurig anmutet und eher aus Interesse an der nächsten Phrase den Leser bei der Stange hält.
Hab ich denn da wirklich was zu meckern, wenn Victoria Secrets doppelseitige Anzeigen schaltet? ... Sagen wir es so, wenn in der Industrie nicht der Drang existieren würde, die Wirklichkeit schöner zu gestalten, als sie denn ist, blieben der Wirklichkeit nicht nur viele Peinlichkeiten, sondern auch ernsthafte Schwierigkeiten erspart. Linksstehende und andere Unfälle mit der digitalen Bildbearbeitung, können unter http://photoshopdisasters.blogspot.com/ belacht werden.