Freitag, 29. April 2011

Herz der Finsternis am dt

Es gibt Dinge, die kann man nicht glauben. - Weil man sie nicht verstehen will? - Nein, weil man sie nicht verstehen kann. "Das Herz der Finsternis" ist nicht adaptierbar für die Bühne! Doch ist die Inszenierung am deutschen Theater gleichsam eines der besten Werke der Schauspielkunst. Das Leiden der Seele, der Untergang der Menschlichkeit, der Tod der Hoffnung.

"Und ich entschied mich für den Albtraum meiner Wahl."
Joseph Conrad - Herz der Finsternis

Bildquelle: http://www.deutschestheater.de

Mittwoch, 20. April 2011

Albert Camus - Hochzeit des Lichts

Möchte man dieses Buch greifen, so muss man daraus lesen. Nur gibt es nicht die eine Passage, die eine Seite, den einen Satz. Es ist gleichsam einer musikalischen Komposition ein Gedicht als Ganzes.
Camus zelebriert das Leben und die Menschen, gleichsam wie er hinter ihre Augen und Münder spät. Sie sich entblößen läßt, nur um sie im nächsten Moment wieder in die Arme zu schließen und mit ihnen zu forschen, was es heißt ein Mensch zu sein.
Danke L für dieses Erlebnis!

"In den Tiefen des Winters erfuhr ich schliesslich, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer liegt."
Albert Camus

Sonntag, 10. April 2011

Jamiroquai

Nach fast 20-jähriger Bandhistorie war schon viel Routine dabei, auch wenn es die erste Tour seit fast einem Jahrzehnt war. Einzig die O2 World, in der Eishockey aber eben keine Konzerte funktionieren, war ein Wermutstropfen.
Mit ihrer einzigartigen Mischung aus Acid, Jazz und Funk, abgerundet mit etwas Disco, war ich dann aber wieder versöhnt.

"You, you give me something
Something that nobody else can give
See my heart, has started thumpin'
You're the one I truly know I dig"
Jamiroquai mit You Give Me Something

Bildquelle: http://plopper.files.wordpress.com

Samstag, 9. April 2011

Antiatom Demo in Berlin

Meine erste Antiatomdemo in diesem Jahr, war so fröhlich wie immer und prominent besucht - wer hätte das gedacht?
Nicht das ich Sonnenschein in Verbindung mit einer guten Sache und reichlich Antidehydrirungsmöglichkeiten nicht zu schätzen wüßte, aber wo bleibt das reale Konstrukt der Idee? Wir haben gezeigt, dass wir pfeifen können - und wo ist jetzt das Konzept für die Afterparty?

"Fallout is the residual radiation hazard from a nuclear explosion and is named from the fact that it "falls out" of the atmosphere in to which it is spread during the explosion."
Nuclear fallout - Definition - in wordIQ.com

Bildquelle: http://www.fontblog.de

Montag, 7. März 2011

Gary Jennings - Der Azteke

Gary Jennings ist ein phantastischer Geschichtsroman gelungen, der seines gleichen in diesem Genre sucht. Gleichsam ist es nicht nur ein Werk über das fiktive Leben eines Azteken, der Zenit und Untergang des Reiches an allen Scheidewegen miterlebt, sondern ebenso ein Plädoyer für die Kultur der präkolumbianischen Zivilisationen Amerikas.
In detaillierter Akribie gelingt es dem Autor eine Welt lebendig werden zu lassen, die unter der Inquisition und Ausbeutung durch das alte Europa wie keine andere litt. Ein Buch, dass trotz seiner Dimension einfühlsam bleibt und bisweilen durch seine versteckte Melancholie zu begeistern weiß.

"Ich bin überzeugt, je höher die Menschen zivilisiert sind, um so mehr trennen sie sich von unserer Mutter Erde.Doch soviel Wissen wir: Wer sich von Mutter Erde trennt, wird einsam und krank."
Xokonoschtletl, vom Volk der Azteken

Montag, 21. Februar 2011

Chaconne

Die Sophiensäle waren die Spielwiese für Yui Kawaguchi und Aki Takase. Mit einem Spiel aus Musik, Theater und Licht schickten die beiden das gesamte Publikum in einen Traum, der bitterlich nur ein Ende kennen mußte. Dabei waren sowohl die Jazzeinlagen, wie auch der tänzerische Ausdruck keine gegenteiligen Abläufe, sondern fügten sich harmonisch in ein Ganzes.

"Wenn Du es eilig hast, mach einen Umweg."
japanisches Sprichwort

Bildquelle: http://www.sophiensaele.com/

Montag, 14. Februar 2011

Karmen llora en un bus

Karmen lebt in Bogotá, ist verheiratet, abgesichert, reich an ihrer eigenen Person. Als sie bemerkt, dass sie das Leben einer anderen führt, begehrt sie aus ihrem bisherigen Sein auszubrechen und sich selbst zu finden.
Die schöne Geschichte über eine sich wandelnde Frau, welche auch im Rahmen der diesjährigen Berlinale zu sehen war, krankt an der absoluten Mittelmäßigkeit des Drehbuchs und Schwächen in der Inszenierung. Einfach schade drum.

"Wer A sagt, muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war"
Berthold Brecht

Sonntag, 13. Februar 2011

flüssiger Volksentscheid

Auf den Stimmzetteln war zu lesen: "... Alle bestehenden und künftigen Verträge, Beschlüsse und Nebenabreden ... (der) Berliner Wasserbetriebe sind ... vorbehaltlos offen zu legen. ...". Die Frage, welche sich für den normal denkenden Menschen stellt, ist doch dabei wohl, warum muss darüber erst entschieden werden? Klar, Selbstverständlichkeiten sind unpraktisch und unpopulär. Steuerzahler sollen zahlen, aber nicht fragen. Sonst wären es Steuerfrager.

"Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser, denn Wasser ist alles und ins Wasser kehrt alles zurück."
Thales von Mile

Bildquelle: http://www.sein.de

Samstag, 12. Februar 2011

El premio

Die 61. Berlinale scheint sich zu einem Politikum aufbauen zu wollen, dass zeigen schon die symbolischen Solidaritätsbeiträge um den iranischen Filmemacher Jafar Panahi.
Mit "El premio", -ja der Titel war für Filme schon mehrfach in Verwendung -, wendet man sich der Zeit der argentinischen Militärjunta (1976-1983) zu. Die Geschichte um ein halb untergetauchtes Mutter-Tochter Gespann weiß zwar mit einer tolle Geschichte zu überzeugen, filmtechnisch ist es allerdings ein kleiner Reinfall. Man merkt Paula Markovitch einfach die Unerfahrenheit oder den Mangel an Gefühl für die dramaturgische Inszenierung an.

"Es ist besser der zweite Mann einer Witwe zu sein als ihr Erster."
argentinisches Sprichwort

Bildquelle: http://www.berlinale.de

Donnerstag, 10. Februar 2011

au voleur

Er ist ein Gangster und weiß wohin mit seinem Leben. Sie ist eine Lehrerin und sucht das Leben.
Der vorletzte Film von Guillaume Depardieu ist nicht nur eine Hommage an den französischen Gangsterfilm der 70er Jahre, er zeit auch, dass Guillaume Depardieu selbst beim Essen eines Baguettes mehr Schauspielkunst in seinem kleinen Finger besaß, als manch einer in einer ganzen Bühnenlaufbahn.

"Das einzige, was wir gemeinsam haben, sind unsere Dämonen."
Guillaume Depardieu in einem Interview über seinen Vater, den Schauspieler Gérard Depardieu.

Bildquelle: http://www.kelfilm.com

Sonntag, 30. Januar 2011

Boris Vian - Der Schaum der Tage

Dieses Buch ist wie kein anderes. Es war ein Genus und eine Offenbarung gleichermaßen. Es mit anderen zu vergleichen, wäre eine Schmähung von Kunst.
Vian gelang es, anspruchsvolle Unterhaltung auf höchstem Niveau zu kredenzen, und diese sanft dahinfließen zu lassen wie einen Bach. Dass es sich dabei um einen reißenden Strom aus Gesellschaft, Politik, Kultur und Leben handelt, verschweigt er an der Oberfläche. Doch ist jeder Tropfen davon erfüllt.

""Ach Gott", sagte Nicolas, "diesmal habe ich nichts Neues erfunden. Ich habe mich damit begnügt, Gouff´nachzuahmen.""
aus "Der Schaum der Tage"

Freitag, 28. Januar 2011

Machete

Klar, man kann den cast lesen und läßt sich begeistern. - Fans sind hingerissen, dass ein 5 Jahre alter Trailer es exakt auf die Leinwand geschafft hat. - Dem 70er Trashkino eine weitere Meilensteinreminiszenz hinzugefügt wurde.
Was aber am Ende funktioiert, dass ist der Film. Der macht einfach nur Spaß

"Booth: Machete sent me a text.
Osiris Ampanpour: What did it say?
Booth: "You just fucked with the wrong Mexican.""
aus Machete

Bildquelle: http://blogspot.com

Donnerstag, 27. Januar 2011

Märchenhütte

"Der Teufel mit den drei goldenen Haaren", gefolgt von den "sieben Geißlein" - bekannte Geschichten, - eben nur irgendwie anders gezeigt. Kann der Teufel in seiner Rolle regelrecht baden und das Publikum zum rasen bringen war die Geschichte um die Vierbeiner ganz großes Theater. Mit nur einem Rekvisit tauschen der Wolf als biedere Erscheinung der 30er Jahre und die Mutter Geiß in einem Wechselspiel Rollen, Sexus und Geschichte.
Uneingeschränkt empfehlenswerter Spaß für die Großen.

""So kannst du mir einen Gefallen tun," sprach der Fährmann, "und mir sagen warum ich immer hin und her fahren muß und niemals abgelöst werde.""
aus "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren"

Samstag, 22. Januar 2011

Haruki Murakami - 1Q84

Murakamis elfter Roman ist ein Roman geblieben und das ist wohl ein Vorwurf, dem man dem Meister machen darf und muss. Hohe Erzählkunst, wurde durch überlange Hemdsärmeligkeit ersetzt. Da passt es, dass sich seine Erzählung über ein fiktives 1984 entspinnt.
Die über 1.000 seitige Geschichte, hätte bequem mit einem Viertel dargelegt werden können. Letztlich ist es Murakamis Charme, der den Leser wieder versönlich stimmt.

"Die Zeit entzieht in der Regel den meisten Dingen ihr Gift und macht sie harmlos."
aus "Mister Aufziehvogel" von Haruki Murakami

Dienstag, 18. Januar 2011

Physisches Maskentheater

Am Theater Thikwa gab es am letzten Sonntag ein leichtes Gastspiel vom Atelier für physisches Theater zu bestaunen. Den Auftakt bildeten voneinander losgelösten Episoden, während die zweite Hälfte ein Revolutionssück, welches als Hommage an die Resistance verbucht werden darf, zum Inhalt hatte. Allen gemein war die Verwendung von selbst erstellten Masken, deren Ausdruck sich unglaublich tief einbrannte. Davon bitte mehr!

"Der Mensch ist am wenigsten er selbst, wenn er für sich selbst spricht. Gib ihm eine Maske und er wird dir die Wahrheit sagen."
Oscar Wilde - Der Kritiker als Künstler/Gilbert

Bildquelle: http://www.thikwa.de

Dienstag, 11. Januar 2011

Hayden Herrera - Frida Kahlo

Frida Kahlos Leben, dass eng mit dem ihres Gatten Diego Rivera verbunden war, auf 400 Seiten inklusive einer Werkanalyse unterzubringen, kann als verwegen oder sportlich betrachtet werden. Gelungen ist dies indes nur befriedigend. Zu oft interpretiert der Autor, zu oft mutmaßt er, zu oft zieht er einen Schluß für sich. Einfach zu oft, für eine Biografie.
Kurzweilig, aufschlussreich und nicht zuletzt recht informativ, gestaltet sich das Werk von Hayden Herrera dabei aber allemal.

"Was ich besonders deutlich und klar herausstellen wollte ist,
dass die pure Angst die Menschen dazu treibt,
sich Helden und Götter zu erfinden oder vorzustellen,
aus Angst vor dem Leben und Angst vor dem Tod."
Frida Kahlo

Freitag, 31. Dezember 2010

Silvester in der Beach Box

Direkt am Ufer. Direkt unter dem Feuer. Direkt mitten im Schnee. Die Beach Box. Dunkel erleuchtet. Ein wenig schrill, ein wenig konservativ. Freundliche und leicht verwirrte Hinweise von allen Seiten. Das war gut.
Die Musik ein Drama, dass erst um halb sechs ein Ende hatte, weil wir gingen. Schade, dass man Songs so demütigen darf und schade auch, dass gute DJs an dem Abend einfach woanders waren. War ja aber nur ein Abend im Jahr.

I heard the location is a factory building from the 60ies, kind of looks like Meatpacking District in NYC...
Eigenwerbungszitatkonstrukt auf den Seiten der Box

Bildquelle: http://www.boxberlin.com

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Krapp's Last Tape

Berliner Schillertheater 1969. Martin Held als Krapp.
Berliner Theaterdiscounter 2010 Ludger Lamers als Martin Held.
Die Mischung macht den Ton. Wobei diese vom Band erstrahlt und der Tänzer Ludger Lamers ein synchronistisches Paradewerk abzuliefern wußte, in dem er sich zu Wort und Musik parallel durch den Raum von heute bewegt.

"Be again, be again.
All that old misery.
Once wasn't enough for you."
Samuel Beckett aus Krapp's Last Tape

Bildquelle: http://theaterdiscounter.de

Dienstag, 21. Dezember 2010

Michael Wigge - Ohne Geld bis ans Ende der Welt

Schaut man im Lexikon unter kurzweilig nach, findet man bestimmt nebenstehendes Buch als Beispiel. Auf gerade mal 200 Seiten beschreibt der Autor seine Reise durch elf Länder bis zum Ende der Welt. Was für ihn die Antarktis ist. Dabei kommt er ohne einen Cent bis in den Schnee. Gut im Moment muss ich nur vor die Haustür gehen und ... .
Wigge gelingt dann aber das Kunststück, den Leser zu begeistern. Leider fehlt es an jeder Ecke im Detail. So ist es keine literarische Abenteuerreise, sondern ein Klassenausflug geworden. Schade drum.

"Das Reisen führt uns zu uns zurück."
Albert Camus


Sonntag, 21. November 2010

Othello

Die Shakespeare-Company Berlin hatte in den Heimathafen geladen. Mein erster Besuch in dem Neu-Kölner Theater, war dann auch eher von der Begeisterung am Schauplatz selbst, denn von der Inszenierung getragen. Mit drei Leuten und wechselnden Kostümen einen Othello aufzuführen, ist absoluter Aberwitz. Ein Aberwitz, der einfach so funktionierte und mich in einen Revidierungsstrudel geraten ließ, der durch das ausgezeichnete Spiel immer stärker sog.

"Behauptung ist nicht Beweis"
Othello

Bildquelle: http://www.shakespeare-berlin.de/

Samstag, 20. November 2010

Thomas Schröder - Spanien

Ich beziehe mich hier auf die 2006er Version des guia de viaje. Das ist aber nicht weiter tragisch, denn nicht nur das Bildmaterial ist so schwarz-weiß wie die Bücher des Michael Müller Verlags, auch der Autor selbst, schwelgt bisweilen recht ausführlich, im alten Spanien. Hat man sich einmal an diesen Umstand eingelesen, fäßt man einem Reiseführer an die Hand, der einen vor so manchen Absturz bewahrt, und nicht die immer gleichen touristischen Landesgeschichten als originelle Tapas feilbietet.

"Nada creas si no lo que veas."
"Niemand glaubt an das, was er nicht mit eigenen Augen gesehen hat."
spanisches Sprichwort

Sonntag, 7. November 2010

Rückkehr ans Meer

An der Côte d'Azur möchte Mousse das Kind ihrer großen Liebe Louis zur Welt bringen. Dieser stirbt an einer valumgestreckten Überdosis Heroin, das Ganze in einer halbwegs gelungenen Eingangssequenz. Das die bourgeoise Familie des Toten das Kind verhindern will, braucht wohl nicht erwähnt werden.
François Ozon lässt in netten Bildern, den guten Geist des Lebens Revue passieren, ohne dabei zu bedenken, dass er eigentlich einen Film machen wollte. So wirkt "Rückkehr ans Meer", eher wie destilliertes Wasser. Kann man gebrauchen, schmeckt aber nicht.

„Filme, Träume, als wären sie Realität und die Realität, als wären sie Träume.“
Luis Buñuel

Bildquelle: http://www.filmstarts.de

Samstag, 23. Oktober 2010

Ingo Schulze - 33 Augenblicke des Glücks

Darf man so offen mit der Melancholie operieren, wie es Autor hier praktiziert? Man darf, wenn ein solches Kleinod künstlerischen Treibens dabei herauskommt wie im vorliegenden Fall. Schulzes 33 Erzählungen sind zwar alle mit Sankt Petersburg verbunden, stellen aber stets das menschliche Schicksal in den Mittelpunkt der Geschichte. Mit Anspielungen u.a. auf Tschechow und E.T.A. Hoffmann wird das Werk literarisch rund geschlossen.

"Alle Wege lagen im Dunkel"
Ingo Schulze in 33 Augenblicke des Glücks


Mittwoch, 20. Oktober 2010

El angel exterminador

El angel exterminador - oder brachialer auf Deutsch: der Würgeengel. Mal davon abgesehen, dass ich mich auch noch weiteren drei Jahren am Kotti verlaufen werde ... - ich mag Luis Buñuel. "Der diskrete Charme der Bourgeoisie" wurde ja hier auch schon besprochen. Der Engel als Restaurant war ein wenig merkwürdig und bedarf einer zweiten Chance, um mich zu erobern. L - das ist ihr Auftritt!

"Da sah ich ein fahles Pferd; und der, der auf ihm saß, heißt der Tod; und die Unterwelt zog hinter ihm her. Und ihnen wurde die Macht gegeben über ein Viertel der Erde, Macht, zu töten durch Schwert, Hunger und Tod und durch die Tiere der Erde."
Buch Exodus (2 Mos 11,4) - (Verbindung der Bezeichnung Würgeengel, mit dem Bericht über die zehn biblischen Plagen)

Bildquelle: http://www.wuergeengel.de

Dienstag, 21. September 2010

Enter the Void

Im ältesten Kino Deutschlands, den unkonventionellsten Film des Jahres zu sehen war einfach ein Erlebnis. Dabei mutet Caspar Noé dem Zuschauer allerlei zu. In seinem 165 Minuten Trip, gegen das Vergessen, den Tag und den Gleichmut, bleibt es dem Zuschauer überlassen, ein Plädoyer zwischen dem Bilderrausch zu suchen. Finden muss man es nicht, denn dann würde man wohl schneller zu sich selber finden, als den Meisten lieb sein wird.

"Do you remember that pact we made? We promised not to leave each other. No matter what. "
Nathaniel Brown als Oscar in "Enter the Void"

Bildquelle: http://www.onlinemovieshut.com/

Freitag, 10. September 2010

John Boyne - Der Junge im gestreiften Pyjama

Letztlich sind alle Versuche dem Grauen eine Beschreibung zu geben zum Scheitern verurteilt. Die Tragik dahinter liegt nicht bei den Autoren, sondern in der Unvollkommenheit der menschlichen Sprache. Es gibt keine Worte für das Geschehene.
Der Autor erzählt die Geschichte von Auschwitz, aus den Augen eines Kindes. Der unschuldige Blick eröffnet eine Perspektive, deren Kraft den Leser in einer Weise ängstigen kann, dass er meint daran zerbrechen zu müssen.
Boyne ist mit diesem Werk nicht nur ein großer Wurf gelungen, sondern auch ein überaus feinfühliges Plädoyer.

"Dann wurde es sehr dunkel im Raum, und trotz des darauffolgenden Chaos merkte Bruno, dass er Schmuels Hand immer noch festhielt und ihn nichts auf der Welt dazu bewegen konnte, sie loszulassen."
Kapitel 19 - Was nächsten Tag geschah, aus John Boyne - der Junge im gestreiften Pyjama

Mittwoch, 8. September 2010

Anti Atom Demo

Wir waren viele und wir waren 100.000. Die Umstellung des Regierungsviertels, die sachlichen Aussagen und Diskussionen, friedliche Demonstranten im sechsstelligen Bereich - all dies wird nichts nützen gegen die Unvernunft von Schwarz-Gelb - doch zeigt es gleichermaßen, dass es noch genug denkende Menschen in diesem Land gibt, die sich abseits von medialer Gleichschaltungsbemühungen in traditionellen Medien, begradigter Moralvorstellungen und aufgezwungenem Konsumleben für das Leben entscheiden! Macht die Augen auf und geht wach durch die Welt.

"Die Gier der Atomstromkonzerne nach Extra-Profiten bestimmt die Energiepolitik der Bundesregierung."
Hubert Weiger

Bildquelle: https://forum.fh-aachen.org

Montag, 2. August 2010

Moon

Sam Rockwell hat mit Moon wahrlich eine schauspielerische Tour de France bestritten. Ein darstellerischer und filmischer Traum, nicht nur für SciFi Enthusiasten. Leider zerstören Beginn und Endsequenz des Films den ansonsten ausgezeichneten Eindruck. Hier wird zu erzähltechnisch billigen Mitteln, wie z.B. der Off-Stimme gegriffen. Ein wenig mehr Feinschliff und es wäre wahrlich der oft als "Bester Film seit Blade Runner" rezensierte Streifen geworden.

"Sam Bell: GERTY, am I a clone?
GERTY: Are you hungry?"
Dialog aus Moon, zwischen Hauptfigur Sam Bell und dem Stationsrechner GERTY

Bildquelle: http://neil.fraser.name

Samstag, 3. Juli 2010

Dan Simmons - Endymion

Schon die eigentliche Fortsetzung der Hyperion-Gesänge war wie die hier vorliegenden Sequels, drei und vier, von überragender Qualität und konnte fast an das Original heranreichen. Auf viel zu kurzen 1.326 Seiten entbrennt eine Fahrt durch Raum und Zeit, deren literarische Tugenden nur noch von der unheimlich anziehenden Handlung übertrumpft wird.

"Wir dürfen nicht vergessen, dass die menschliche Seele, wie unabhängig auch erschaffen und von unserer Philosophie als seiend dargestellt, in Geburt und in Wachstum untrennbar ist von dem Universum, in das sie hineingeboren wird."
Teilhard de Chardin

Dienstag, 27. April 2010

die Sterne

Während sich der April, mit vom Himmel gesponnenen Wasserfäden von Berlin verabschieden wollte, sorgten "die Sterne" für wohlige Rockatmosphäre im Postbahnhof. In fast schon familiärer Wohnzimmerstärke spielten die Hamburger faszinierend unaufgeregt und doch mitreißend auf.

"Wir steigen irgendwo aus und wissen nicht mehr wo wir sind / Die Welt ist voller
Zeichen, doch für manche sind wir blind / Wir kommen durcheinander mit verschiedene Signalen / Wenn uns was zu krass wird, dann wollen wir das nicht haben / Wir sind viele und wir sind zu zweit / Wir sind big in Berlin tonight"
Die Sterne

Bildquelle: http://www.diesterne.de/

Donnerstag, 1. April 2010

Kimchi Princess

Du isst doch nicht die Internetseite, hieß es als Entgegnung meiner Bedenken. Naja, ein Insider oder gar Geheimtipp ist das Kimchi Princess ohnehin nicht mehr. Aber da mir vor kurzem eh mitgeteilt wurde, daß auch Martini ein Auslaufmodell wäre, bin ich wohl zu Hause. Es darf für das Restaurant eine neue Definition von "sehr gut gefüllt" gefunden werden und der Service war dem Kollaps nahe - aber egal. Warum? Lecker und Punkt.

"Der Weise aber entscheidet sich bei der Wahl der Speisen nicht für die größere Masse, sondern für den Wohlgeschmack."
Epikur

Bildquelle: http://kimchiprincess.com/

Sonntag, 28. März 2010

Bastardslam

Es wurde zum Bastardslam (Poetry Slam) im Festsaal Kreuzberg gerufen und viele kamen. Der Schlagabtausch war gar erheiternder Natur, ohne ins Alberne abzugleiten. Ein Dutzend Protagonisten ging über die internationale Drei-Runden-Distanz und konnten den Sieger erst zum Ende hin küren. So bleibt die Erkenntnis, das Literatur und Sport eben doch schon immer etwas gemein hatten.

"Judge a poem like you would judge a person, for it was the person who wrote the poem."
A.J. Chilson

Bildquelle: http://www.festsaal-kreuzberg.de/

Donnerstag, 4. März 2010

la vida loca

Wenn einer der Hauptschauplätze eines Dokumentarfilms der Friedhof ist, ist vieles gesagt aber noch nicht alles erzählt. Der Kampf der "Mara Salvatrucha" gegen die "Mara 18", zweier revalisierende Banden in San Salvador, hervorgegangen aus US-Rückkehrern, um die Legende selbst. Ein Kampf, der keine Sieger finden wird.
Povedas Vermächtnis ist ein wertungsfreier Blick auf den Schrecken selbst. Leichte Schwächen in der Dramaturgie, können nicht verhindern, dass den Zuschauer hier die Ausweglosigkeit einer ganzen Generation überfällt.

"Wir müssen versuchen zu verstehen, warum 12- oder 13jährige einer Gang beitreten und ihr Leben für sie opfern."
Christian Poveda

Bildquelle: http://photobucket.com

Montag, 1. März 2010

B. Traven - Regierung

Mit Regierung beschreibt B. Traven einen weiteren Teil der Mahagonie-Serie, welche die Leiden der Indios, mit ihren täglichen Sorgen und gleichermaßen den Jahrhunderten der Unterdrückung auf eindrücklich anklagende Art wiedergeben. Traven vollführt einen Tanz, wenn er in malerischen Bildern den Aufstieg des Don Gabriel auf dem Rücken der Uhreinwohners Lateinamerikas nachzeichnet und im selben Augenblick den tiefen Schmerz seines persönlichen Empfindens einfließen lässt. Aus dem Takt kommt der Autor kein einziges mal. Am Ende steht ein Plädoyer für die Menschlichkeit. Ein unglaubliches Werk von einem großen Literaten.

"Es gibt überhaupt nichts, was man nicht lernen könnte."
B. Traven in "Die Baumwollpflücker"

Freitag, 26. Februar 2010

Room 77

Springt man an der U-Schönleinstrasse wieder aus dem Untergrund, sind es nur noch fünf Minuten bis zum Room 77. Ein durchgelegenes Sofa in abstrusen Farben, eine laute Bedienung, Stimmengewirr, sprudelnde Getränke und ungesundes Essen, garniert in unwirtlicher Kunstbeleuchtung. Der Name "Double Bypass" kommt meiner Vorstellung von gefahrvoller Ernährung schon recht nahe. Und manchmal ist so ein Laden genau das, was es in der Wochenmitte braucht. Ziemlich gut eingekleidet wurde die Szenerie dann noch von der Live-Musik.

"Today the biggest decisions I make aren't related to the heavyweight title. They are whether I visit McDonald's, Burger King, Wendy's, or Jack-in-the-Box."
George Foreman

Bildquelle: http://www.tip-berlin.de

Donnerstag, 25. Februar 2010

Invictus

Willis, Ford, Gibson, alles keine Actionkracher mehr. Was macht also der Mann von heute? Klar, er orientiert sich für Männerfilme am letzten Fixstern längst vergangener Zeiten. Aber auch ein Clint Eastwood hat sein Gestern hinter sich gelassen. Nachdem der Meister bereits im letzten Jahr wohl endgültig seinen Abschied als Darsteller nahm, bleibt er uns als Regisseur erhalten. Und als was für einer. Die Geschichte um die südafrikanische Rugbynationalmannschaft, die mit ihrem Spiel das Land kurz nach Ende der Apartheit mit heilen soll, wird ohne Patos und Glanzlichter, dafür aber mit tollen Darstellern und einem feinen Gespür für den Moment präsentiert und wirkt dadurch einfach echt.

"If you want a guarantee, buy a toaster."
Clint Eastwood

Bildquelle: http://www.flixster.com/

Sonntag, 24. Januar 2010

Irvin D. Yalom - Und Nietzsche weinte

Yaloms erstes Buch in meinen Händen, wird nicht das letzte gewesen sein. Der Autor läßt die beiden sehr realen Figuren Dr. Joseph Breuer und Friedrich Nietzsche in einem fiktiven Clash ihrer Seelen aufeinandertreffen. Dabei wird dieser Mix aus Historiendreh, Philosophie und Psychologie (ab und an schaut der junge Freud vorbei), -analyse in einer wahrhaft schmackhaften Form dargereicht und man fragt sich, warum schon nach sechshundert Seiten Schluß sein mußte.

"Das beste Mittel, jeden Tag gut zu beginnen, ist: beim Erwachen daran zu denken, ob man nicht wenigstens einem Menschen eine Freude machen könne."
Friedrich Nietzsche in Menschliches, Allzumenschliches

Bildquelle: http://www.buch.de

Samstag, 23. Januar 2010

Cape Town

Da fallen einem dann endlose Reiseführerbeschreibungen ein, wie etwa, elf offizielle Landessprachen, Gastgeber der Fußball WM, traumhafte Strände und endlose Bergketten, Apartheid, die Superlative in Flora und Fauna nicht zu vergessen und natürlich endlose Sonnenstunden. An alle die vermuteten, mein Teint könne im Winter nur aus dem Studio stammen - falsch vermutet. Und sonst dann noch? Claro - widersprüchlich ist das Land bis zum Widerspruch selbst, aber das ist ja auch schon wieder eine Reiseführerfloskel.

„Wir schwarzen Südafrikaner hatten das Land, die Weißen die Bibel. Nachdem wir zum Gebet die Augen schlossen, war es umgekehrt: Die Weißen hatten das Land, wir die Bibel. Wahrscheinlich hatten wir das bessere Los gezogen.”
Desmond Tutu

Bildquelle: http://en.wikipedia.org

Mittwoch, 20. Januar 2010

Frostrock Open Air

Fünf unbekannte Bands, eisige Temperaturen, keine Heizstrahler aber Kaltgetränke. Großartig - so muss Musik auf die Ohren kommen. Natürlich macht es dann auch nicht so viel Sinn, einen "FrostRock" im August zu veranstalten und das sahen dann die knapp einhundert anderen Gäste ähnlich.

"Musik == Die einzige Sprache, in der man nichts Gemeines oder Höhnisches sagen kann."
John Erskine

Bildquelle: http://www.frostrock.de

Dienstag, 19. Januar 2010

Cafe November

In der reinen Gefühlslage ist mir so, als wäre ich das erste mal im November am Ort gewesen. Laut, leises Lokal voll ruhend, rollenden Geschehen. Schön, es gibt nur ein Problem. Man muß dort irgendwie landen, denn einen Anlaß für den Laden gibt es irgendwie nie.

Im deutschen November
"Dies ist der Herbst: der bricht dir noch das Herz! | Fliege fort! fliege fort! | Die Sonne schleicht zum Berg | Und steigt und steigt | und ruht bei jedem Schritt. | ..."
Friedrich Nietzsche

Bildquelle: http://www.cafe-november.de/

Montag, 18. Januar 2010

Avatar

James Camaron, ein SciFi Szenario und eine halbe Milliarde US-Dollar. Was soll da noch schiefgehen? Alles. Diese unterirdische Beleidigung für jeden denken Kinozuschauer ist an Lächerlichkeit und vollkommener Harmlosigkeit nicht mehr zu überbieten. Eine Geschichte die vor Logikausreißern nur so strotzt, Akteure am Rande der Hilflosigkeit und absolute Hingabe an die Vorhersagbarkeit eines plots, runden diese technische Machbarkeitsstudie des aufkommenden 3D-Kinos ab (das übrigens dann doch relativ beeindrucken). Das einzig ertragbare dieses 160 Minuten Langeweileepos? Tim Burtons "Alice im Wunderland" lief als 3D-Trailer voran.

"No good movie is too long and no bad movie is short enough."
Roger Ebert

Bildquelle: http://www.impawards.com

Samstag, 16. Januar 2010

Burger Dream

In der sechsten Runde sich ein gesundes Herzleiden zuzulegen, hielten wir diesesmal beim Burger Dream Einzug. Tief im Bionadengebiet des Prenzelberges, hat es sich dieser Grillgutanbieter zum Ziel gesetzt, die Biovorlieben des gemeinen Prenzelberges zu erfüllen. Geschmacklich fein und das Gewissen bleibt rein, kann man da nur anschließen. Eine grobe Verirrung stellte dann aber die Farbwahl der Einrichtung dar, welche auch jede Ökokuh in die Fleischeslust treiben würde. Einfach mal kosten gehen

"What good does it do to sit at the counter when you cannot afford a hamburger?"
Martin Luther King, Jr.

Bildquelle: http://www.qype.com

Mittwoch, 13. Januar 2010

Up in the Air

Jason Reitman - ja wirklich Jason Reitman - hat diesen vollkommen überflüssigen Beitrag in die Filmgeschichte eingebracht. Konnte man bei Filmen wie "Thank you for smoking" oder "Juno" nicht nur genießen, sondern auch gleichzeitig relaxieren, bleibt hier eigentlich nur die Spannung, wann die Trivialität ein Ende findet. Dabei ist der Plot noch halbwegs akzeptabel und Clooney spielt Clooney, das funktioniert ja auch am besten, doch dem ganzen fehlt es an Seele. Am Ende gibt es dann auch noch das obligatorische Rührstück - zum Glück unter Verzicht auf einen entsprechenden Abschluß. Bleibt eben Kinodurchschnittsware und das ist zu wenig für diesen Regisseur.

“You know that guy who could get any girl? That's me, on crack.”
Jason Reitman

Bildquelle: http://www.movies-insight.de

Dienstag, 12. Januar 2010

David Guterson - Schnee, der auf Zedern fällt

Guterson schreibt ihn einfach, den Roman, - über die Aussöhnung, die es niemals gab. Mit dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten gegen das Land der aufgehenden Sonne widerfährt vielen Amerikanern japanischer Abstammung ein Leid, welches gleichsam ein Symbol für die unverhohlenen Rassendiskriminierung im "freiesten" Land darstellt. Dabei gelingt es dem Autor, eine unaufdringliche Liebesgeschichte ebenso zu integrieren, wie eine glaubhafte Zeichnung der fiktiven Insel San Piedro und ihrer erdachten Bewohner. Etwas weniger Gerichtssaal und ein Hauch mehr Landschaft, dieser Roman verschenkt ausgerechnet auf der Zielgeraden sein enormes Potential.

"Harmonie ist - wie eine achterliche Brise auf See - die Ausnahme."
Harvey Oxenhorn in "Turning the Rig"

Bildquelle: http://www.buch.de

Samstag, 9. Januar 2010

Online Educa

Neben hochkarätigen Sprechern (mehr als 400 Redner), die es verstehen, Realität mit Visionen zu verknüpfen, wie z.B. Martin Dougiamas von Moodle Pty Ltd, gab es auch die üblichen Vielredner wie Tarkan Maner. Kruderweise fanden beide in einem Plenum zueinander. Sehr interessant war für mich dann auch mein erstes Pecha Kucha. Vortragende in diesem extrem komprimierten Format waren gezwungen, sich auf die wesentliche Essenz einer Thematik zu konzentrieren. Rückblickend darf die 2009er Ausgabe der Online Educa als absoluter Erfolg und wichtiger Beitrag für die gesamte eLearning Landschaft betrachtet werden.

"People love to learn but hate to be taught"
Michael Yacobian

Bildquelle: http://www.online-educa.com

Donnerstag, 7. Januar 2010

Lindenpark - Mach Musik und Freunde

Mit "Mach Musik und Freunde" gab es die erste Veranstaltung der "Mach Musik e.V.". Dahinter steht ein feines Konzept zur Kinder und Jugendarbeit mit Musik in Potsdam. Natürlich gab es dann auch gleich noch was auf die Ohren, in Form dreier Live Acts. Mit "Nikita Bloom" kam es dann auch zu einem klaren, konventionellen Einstieg. Ziemlich originell gestalteten sich dann schon die "Artist on Horses". Eine Mischung aus Psychedelic Rock mit Punkelementen und leichten Pop Attitüden. Am meisten zusagen konnten mir dann aber "Kaeptn Karacho". Knalliger Sound und exzellente Texte bildeten einen wunderbaren Abschluß.

"Die Menschen sehen nur das, was sie noch alles haben und bekommen könnten, schätzen aber nicht was sie haben, bis sie es verlieren."
Jimi Hendrix

Bildquelle: http://www.lindenpark.de/

Dienstag, 5. Januar 2010

Friedrich Dürrenmatt - Die Physiker

Klar, die Frage nach der Ethik in der Wissenschaft, dem darf wiedermal in jeder Deutschstunde bis an die Grenzen des menschlich Verträglichem gehuldigt werden. Viel schöner und interessanter aber eigentlich die These, welche ich auch als Zitat ausgewählt habe. Dürrenmatt legt in der hier vorliegenden Ausgabe so ziemlich alle Hebel des Dramas gekonnt um und nimmt den Betrachter (denn eigentlich ja ein Theaterstück) mit auf eine kurzweilig und trotzdem nachhaltige Stunde der Geschichte. Besonders interessant, "die 21 Punkte zu den Physikern", welche den Standpunkt des Autors zur dramatischen Gestaltung wiedergeben.

"Nichts kann rückgängig gemacht werden, was einmal gedacht wurde."
Friedrich Dürrenmatt in "Die Physiker."

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Mittwoch, 30. Dezember 2009

Füchse Berlin

Am Vorabend des Jahreswechsels, empfingen die Füchse Berlin, den TSV GWD Minden in der Max-Schhmeling-Halle. Der Tabellenletzte ließ dann zwar auch die Punkte in der Hauptstadt, war aber nicht bereit ins Hühnerkostüm zu schlüpfen.
Mit der tosenden Atmosphäre, könnte sich hier genau der richtige Footballausgleich für die kalten Wintertage gefunden haben.

"Wir sind die Jäger."
Füchse Berlin

Bildquelle: http://fuechse-berlin.de

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Bodeguita del Medio

La Bodeguita del Medio findet sich in der Lychener Straße, direkt an der Ecke zur Eberswalder. Die Bar trägt nicht nur den gleichen Namen, wie Hemingways Lieblingskneipe in Havanna, sie ist auch noch in ähnlicher Aufmachung gehalten. Die Wände mit Sprüchen, Anekdoten und Unterschriften überzogen, daneben ein Schrein und viel, viel Revolution.

"Das Merkwürdige an der Zukunft ist wohl die Vorstellung, dass man unsere Zeit einmal die gute alte Zeit nennen wird."
Ernest Hemingway

Bildquelle: http://labodeguitadelmedio-berlin.de/

Sonntag, 20. Dezember 2009

London Calling

Einmal Spontanität und wieder zurück. - Ein leichter Rausch. Der Vorhang gleitet zur Seite und eine Weltstadt tritt auf meine Bühne. Sie verneigt sich und bietet all das auf, was das Gemüt erfreut. Ich will Dich wieder fühlen. Noch einmal Deinem Licht erliegen, noch einmal träumen. Ein Wochenende kann so schnell vorüber ziehen, dass die Realität einfach zum Traum wird.

"Dunkel und undurchdringlich bei Nacht, wie das Antlitz eines Waldes, ist das Londoner Flussufer"
Joseph Conrad